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Die Sklavin des Humanisten - Teil 3

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Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Ring durch die Nase.
(Die Bibel, Buch der Sprüche 11,22)

 

(12. Februar)

Sonntag Morgen. Der erste Morgen im neuen Haus. Der erste Tag nach seiner Entjungferung. Rainer erwachte, wie so oft, vom Druck seiner Morgenlatte. Gewohnheitsmäßig griff er im Halbschlaf mit der Linken an seinen erigierten Penis, um sich zu erleichtern. Er war zwar Rechtshänder, aber Linkswichser, wie er sich manchmal in seinen seltenen Momenten der Selbstironie nannte. Trotz seines reifen Alters war die Morgenlatte seine treue Begleiterin, und so hatte er sich angewöhnt, fast jeden Tag mit Onanie zu beginnen. Mit der 'Liebe an und für sich', wie Woody Allen es genannt hatte. Oder war das Groucho Marx gewesen?

Onans Geschichte wird im Buch Genesis der Bibel erzählt, erinnerte sich Rainer. Er hatte seinen Samen auf die Erde fallen lassen, anstatt ihn in seines Bruders Witwe zu spritzen. Damit hatte er Gott so erzürnt, dass dieser ihn ebenfalls tötete, so dass die Schwägerin nun ganz allein zurückblieb, bis sie sich schlussendlich von ihrem Schwiegervater Juda schwängern lassen konnte. Die Logik dieses göttlichen Eingriffs blieb zwar im Dunkeln, genügte aber dennoch Generationen von Frömmlern, die Onanie als Teufelsding zu verdammen (und dies, obwohl Onan sich ja eigentlich streng genommen nicht einmal der Onanie, sondern des Coitus Interruptus schuldig gemacht hatte).

Wie auch immer, Rainer glaubte nicht wirklich daran, dass Gott Zorn gegen Wichser empfand. Und so hatte er seinen Frieden mit seiner Potenz gemacht, war ihr nicht mehr gram, dass sie ihn allmorgendlich aus dem Schlaf holte, sondern erlaubte sich, von der einen oder anderen Frau zu träumen, während er sich selber zum ersten und oft einzigen Höhepunkt des Tages rubbelte. Häufig, und dafür schämte er sich allerdings wirklich, hatte er dabei auch Gewaltphantasien. Er stellte sich vor, die Frau, von der er phantasierte, sei gefesselt. Bettle um Gnade. Werde von ihm gezüchtigt. Bis aufs Blut quälte er manchmal die Frauen in seiner Phantasie. Derartige Gedanken verbat er sich jeweils, schockiert über seine eigene Verderbtheit, und zwang sich, an etwas Neutrales zu denken, was dann allerdings wiederum den Lustgewinn der Onanie reduzierte und den Akt weniger befreiend, als vielmehr etwas, ja, mechanisch wirken ließ. Trotzdem machte Rainer unverdrossen weiter, jeden Morgen erneut auf das ganz große transzendente Erlebnis der Verschmelzung mit dem Universum hoffend. So auch jetzt, als er mit zunehmendem Eifer zur Sache ging.

Doch diesmal geschah etwas ganz Anderes. Als er eben die Vorhaut ganz zurückgestrichen hatte, fühlte er eine sanfte Berührung an der Eichel. Er hielt inne. Es war keine Täuschung. Im Gegenteil. Die Berührung, die zuerst nur ein zartes Stupsen war, wurde zu einem gleitenden Streicheln, das die gesamte Eichel umfasste, und bald von einer feuchten Wärme abgelöst wurde, die seine Eichel und einen immer größeren Teil des Schaftes umfasste, bis er eine weiche Berührung an seiner Hand fühlte, die noch immer die Peniswurzel umfasst hielt. Schlagartig erwachte er aus seinem Dämmerschlaf. Es war doch kein Traum gewesen! Er hob den Kopf und erblickte die rotblonde Haarpracht jener Frau, die unbedingt seine 'Sklavin' sein wollte. Der Frau, die er gestern so unbeherrscht begattet hatte, dass weder er noch sie den Akt hatten genießen können. Die ihm das dennoch nicht übel genommen hatte, sondern mit ihm einen wunderbaren Abend bei gemeinsamem Stöbern in der riesigen Bibliothek verbracht hatte. Und die, er erinnerte sich jetzt wieder daran, darauf bestanden hatte, auf dem dünnen Futon neben seinem Bett zu schlafen. Als er nach dem Gästezimmer für sich gefragt hatte, waren ihr Tränen in die Augen gestiegen und sie hatte ihn angefleht, nicht schon wieder allein schlafen zu müssen.

Und jetzt hatte er sie offensichtlich mit seinem Rütteln geweckt, und sie hatte sogleich die Initiative ergriffen. Rainer war derart peinlich berührt, beim Wichsen erwischt worden zu sein, dass seine Erektion sofort ein Stück weit zusammenfiel. Liana allerdings zeigte nicht, dass sie es gemerkt hatte. Sie machte unverdrossen weiter, blies ihm sanft auf die Eichel, stöhnte leise, während sie den Penis tief in ihre Kehle gleiten ließ, kreiste mit der Zunge geschickt um die Furche hinter der Eichel und saugte sich dann wieder am Glied ihres Gebieters fest. Eine Erinnerung an eine Filmszene stieg in Rainer auf: Jodie Foster, die in "The Accused" vergewaltigt wurde. Das Publikum war still geworden, in den Sitzen zurückgewichen, während Rainer, damals ein Twen mit noch intakter Hoffnung, eine Frau zu finden, sich interessiert aufgerichtet hatte. Obwohl er selbst niemals eine Vergewaltigung begehen würde, fühlte er mit dieser Erinnerung doch immer wieder Erregung aufsteigen. Und gleichzeitig fürchtete er sich vor seinen eigenen Gefühlen.

Doch nun, mit dieser Frau, die es so offensichtlich darauf anlegte, von ihm benutzt zu werden, verlor die Phantasie von ihrer Bedrohlichkeit, und er meinte, sie zulassen zu können. Damit erreichte seine Erektion wieder ihre volle Härte. Rainer überlegte sich, ob er seinen Penis nun grob in ihre Scheide stoßen sollte, entschied sich aber dagegen. Zu verlockend war der Gedanke, einfach noch ein wenig liegenzubleiben und einen Höhepunkt ganz ohne eigene Anstrengung zu erreichen. So vergrub er nur seine Hände tief in ihren Haaren und folgte ihren Bewegungen. Je höher seine Erregung stieg, desto mehr benutzte er die Kraft seiner Arme, um ihr einen schnelleren Rhythmus aufzuzwingen.

Als er den Orgasmus beinah erreicht hatte, sperrte sie sich aber unvermittelt gegen seine Führung. Verlangsamte das auf und ab ihres Kopfes, gegen den Druck seiner Hände ankämpfend. Sie öffnete den Mund, so dass die Reibung nachließ, und hielt ihn so eine kurze Weile knapp vor dem Höhepunkt, bis er endgültig die Geduld verlor. Er verstand oder akzeptierte nicht, dass sie ihm zeigen wollte, wie er mehr Lust erreichen konnte, wenn er nicht zu schnell vorwärts machte. Ungehalten und ungeduldig drückte er ihren Kopf grob über seinen Penis nieder, zog ihn an den Haaren wieder hoch, drückte erneut, wichste ihr so in den Hals und spritzte endlich tief in ihrer Kehle los, während sie würgte und um Luft kämpfte. Erst nach dem dritten oder vierten orgiastischen Zucken war Rainer wieder weit genug zu sich gekommen, um zu realisieren, was er tat, und ihr genug Raum zu lassen, ihre Lungen wieder mit frischer Luft zu füllen.

Danach kämpfte die bereits am Vorabend erlebte tristesse postcoitale gegen Gefühle der Befriedigung und Stolz. Ja, Stolz, diese Frau in Besitz genommen, zu seinem Werkzeug der Lust gemacht zu haben. Liana lag unbeweglich, schien darauf zu warten, dass er die Initiative ergriff. Schließlich fasste er erneut ihre Haare, sanfter diesmal, und zog sie zu sich, neben sich. Sah sie unsicher, fast ängstlich an und fragte: "Habe ich dir weh getan?"

"Sie haben mich benutzt, Herr, ganz so, wie es sein muss", antwortete sie ruhig und schenkte ihm einen Blick aus ihren strahlenden hellen Augen, bevor sie diese wieder niederschlug und sich ganz dicht neben ihn legte, so dass es nur einer winzigen Bewegung seinerseits bedurfte, um sie an sich zu drücken und ihren Leib an dem Seinen zu genießen. Außer sich vor Glück streichelte er ihr Haar und die weiche Haut ihres Rückens bis zum Po.

Nach einer Zeit, die ewig währte, oder viel zu kurz, drehte er Liana auf den Rücken. Er folgte mit dem Finger zart der Kontur ihres Gesichts, ihres Halses und schließlich ihrer Schulter. Zaghaft erst, erstaunlich zaghaft eigentlich, wenn man bedachte, dass er die Sklavin ja bereits in Besitz genommen hatte, strich sein Finger über ihre linke Brust und erreichte die Brustwarze. Fasziniert beobachtete Rainer, wie diese von einer weichen Schwellung im Warzenhof zu einer harten Erbse wurde, während erst sein Finger und dann seine Zunge sie umkreiste. Nachdem er dasselbe Experiment an der rechten Brust ebenso erfolgreich wiederholt hatte, glitt der neugierige Finger in den Busen (womit eigentlich, wie Rainer im Stillen immer wieder zu korrigieren pflegte, wenn er das Wort irgendwo las oder hörte, das Tal zwischen den Brüsten gemeint ist, und nicht etwa die Brüste selbst), wanderte an der Mittellinie des Bauchs entlang nach unten. Erfasste den Bauchnabel, umkreiste diesen und strich dann tiefer. Kurz zögerte er, als er das Tal im Venushügel erreichte, doch dann forschte er weiter. Eine etwas härtere Stelle, bei deren Berührung Liana scharf die Luft einsog, dann weiche Schamlippen und dazwischen Feuchtigkeit.

Willig spreizte die Sklavin die Beine, als die Hand ihres Herrn ihren Schoss erkundete. Aber bald genügte ihm die Hand nicht mehr, und er betrachtete erst gründlich das, was er vorhin nur getastet hatte, und schließlich erfühlte er die geschwollene Klitoris mit der Zunge. Die Reaktion der Sklavin auf diese Stimulation faszinierte ihn so sehr, dass er nicht mehr aufhören mochte, bis sie endlich laut aufschrie und unwillkürlich die Beine um seine Ohren zusammenpresste. Eigentlich müsste er sie jetzt noch vaginal benutzen, dachte er, doch leider war seine Erektion noch nicht weit genug gediehen; das Alter forderte seinen Tribut. So legte er sich wieder neben sie, stützte sich auf den Ellbogen und streichelte sie mit der anderen Hand.

Als er damit aufhörte, schlug Liana die Augen auf, lächelte ihn an und fragte: "Soll ich mich frisch machen und dann Frühstück zubereiten?" - "Äh ja", murmelte er überrascht, und schon sprang sie auf und eilte ins angrenzende Badezimmer. Die Tür ließ sie offen, auch als sie die Toilette benutzte. Danach war es einige Zeit still. Neugierig stand er auf und schaute nach ihr. Sie saß mit gespreizten Beinen auf dem Rand der mitten im Badezimmer stehenden, großen Wanne, hatte Schamregion und Beine mit Rasierschaum bestrichen und benutzte einen Klingenrasierer. Rainer errötete und wandte sich mit einer hastigen Entschuldigung ab. "Ich bin sofort fertig, Herr", rief sie ihm nach. "Ja, schon gut.", antwortete er. "Ich wäre froh, wenn du die Badezimmertür jeweils schließen würdest", fügte er an. Dann benutzte er die Toilette und die Dusche im Gästebadezimmer. Als er fertig angekleidet und rasiert war, ging er in die Küche, wo Liana bereits den Tisch gedeckt hatte. Nur ein Gedeck, wie er sofort bemerkte. Sie selbst kniete neben dem Tisch, den Rücken gerade haltend, die Arme hinter dem Rücken.

Etwas unsicher setzte sich Rainer auf den Stuhl. "Isst du nichts?", fragte er die Sklavin. "Ich bekomme das von Ihnen, was ich zu bekommen habe", antwortete sie . "Ich soll dich füttern?", fragte er ungläubig nach. "Wenn Sie möchten", erwiderte sie ungerührt. Unsicher bereitete er sich ein Brot vor, schnitt ein Stück ab und hielt es ihr hin. Sie ließ ihre Hände auf dem Rücken, aber öffnete erwartungsvoll den Mund. Erst als er ihr das Brot auf die Zunge legte, begann sie mit offensichtlich gutem Appetit zu kauen. Rainers Unsicherheit wich langsam einer gewissen Experimentierlust. Er gab ihr verschiedene mehr oder weniger sinnvolle Kombinationen zu essen, so etwa Wurst mit Käse und Marmelade, aber sie nahm alles mit gleichermaßen zufriedenem Gesichtsausdruck und bewegte sich auch nicht, als Marmelade vom Brot auf ihre Brust tropfte. Rainer begann es zu gefallen und er strich nun absichtlich zu dick Marmelade auf die Brotstückchen und hielt sie beim Zureichen ein wenig schief, so dass es auf ihren Leib tropfte. Beinah hätte er vergessen, selber zu essen, so fasziniert war er von diesem Frühstück.

Irgendwann begann er sich zu wundern, wieviel Liana aß. "Bist du noch nicht satt?", fragte er schließlich ungläubig. "Doch, Herr. Ich habe sogar schon ein wenig Bauchschmerzen." - "Wieso hörst du dann nicht auf?" - "Ich esse, was Sie mir geben." Eine Weile fiel Rainer dazu nichts ein. "Du bist verrückt", versetzte er schließlich. "Steh auf und komm hier her." Als sie vor ihm stand, begann er, die herabgetropfte Marmelade von ihr abzulecken.

 

* * *

 

"Wer nicht ein wenig Leid zu ertragen weiß, muss damit rechnen, viel zu leiden. J J Rousseau (1712–1778)"

 

(18. August)

Nachdem er in aller Ruhe die Zeitung fertig gelesen und sich mit Brötchen und Kaffee gestärkt hatte, machte sich Rainer auf den Weg in den Keller. Es war ihm durchaus bewusst, dass er der Sklavin nur einen einzigen Bissen Brot und einen Schluck Kaffee gegeben hatte. Unten erwartete sie ihn, gegenüber der Tür kniend, die Hände mit den Handflächen nach oben auf den Oberschenkeln ruhend, die im 45° Winkel gespreizt den Blick auf die Scham frei ließen. Den Rücken hielt sie sehr gerade, den Blick gesenkt, auch als er eintrat. Ihre Brustwarzen waren hart und eine leichte Gänsehaut überzog ihren Oberkörper, obwohl es durchaus nicht kalt war. Rainer ging, ohne sie zu beachten, an ihr vorbei. Liana rührte sich nicht und blickte sich auch nicht um, als er den Schrank öffnete und eine Weile darin herum kramte. Dann trat er hinter sie und legte ihr eine Augenbinde an. Folgsam öffnete sie den Mund, als er ihr den Ballknebel an die Lippen hielt. "Nadu2" befahl er dann, und sofort legte sie die Hände auf den Rücken, so dass er die Lederriemen an den Handgelenken mit einem Karabinerhaken miteinander verbinden konnte. Schließlich befestigte er eine Hundeleine am Halsreif und zog Liana hinter sich her zu der kleinen Tribüne im Zentrum des Kellers dort zwang er sie erneut auf die Knie, verband die Fußgelenke mit einer Kette miteinander und mit den Handgelenken, fixierte die Hundeleine an einer Öse am Boden, schaltete die Scheinwerfer an und richtete sie auf die einsam und bewegungsunfähig auf der Bühne kniende Sklavin. Dann setzte er sich ihr gegenüber auf die Bank. Er liebte es, sie so in Ungewissheit warten zu lassen. Er konnte die Mischung aus Angst und Lust förmlich riechen, die sie dann durchströmte. Und heute, in der nachdenklichen und leicht melancholischen Stimmung, in der er sich befand, konnte er sich sowieso schlecht entscheiden, was er mit ihr machen wollte. So ließ er sie eben warten und hing seinen Erinnerungen nach.

 

* * *

 

"We all make rules for ourselves. It’s these rules that help define who we are. So when we break those rules, we risk losing ourselves and becoming something unknown."
Dexter Morgan in 'Dexter'

(12. Februar)

Sie waren kaum fertig mit dem Frühstück, da klingelte es an der Tür. Rainer konnte sich vorstellen, wer es war. Der Anwalt seines Onkels hatte ihn am Vorabend bereits telefonisch gewarnt. Liana sprang auf, nahm einen Tablet-Computer von der Anrichte, tippte kurz darauf herum und zeigte ihn ihrem Herrn. Auf dem Bildschirm erschien der Eingangsbereich des Hauses. Dort stand ein elegant gekleideter Mann, der von zwei Frauen in Pelzmänteln begleitet wurde. Alle drei schauten freundlich lächelnd genau aus dem Bildschirm heraus. Offensichtlich wussten sie, dass sie gefilmt wurden, und wo die Kamera war.

"Fred", sagte Liana leise und blieb mit gesenktem Blick stehen. "Bleib hier", befahl Rainer und ging die Treppe hinunter zur Tür. Er prüfte den Sitz seiner Kleidung, strich sich über die Haare, straffte sich und öffnete die Tür. Der Mann draußen lächelte ihn jovial an und überreichte ihm mit schwungvoller Geste eine Visitenkarte. "Friedrich P. Martens, Luxusfahrzeuge und Accessoires", stand darauf. "Ich bin dein Vetter Fred", sagte er überflüssigerweise, "du hast ja bestimmt schon von mir gehört. Darf ich mit meinen Accessoires herein kommen?" Ohne die Antwort abzuwarten, drückte er kräftig gegen die Tür und drängelte herein, die beiden Frauen folgten ihm dicht auf. Rainer trat überrumpelt einige Schritte zurück und musterte die Eindringlinge wortlos. Die schwarzhaarige Frau trug einen hellen Rotfuchs, die Weißblonde einen dunklen Nerz. Rainer verabscheute Pelzmäntel, aber er musste zugeben, dass die Wirkung hier toll war. Beider Haare waren kunstvoll in Fingerwaves gelegt und mit Bändern gehalten. Sie waren blass geschminkt, mit kontrastierendem dunkelrotem Lippenstift, kräftigem Wangenrouge und dunkel umrandeten Augen. Der Mann trug einen kecken Errol-Flynn-Schnurrbart, eine glatte kurze Gelfrisur und einen dunklen Flanellmantel. Eigentlich fehlten der Szene nur noch die passenden Charleston-Rhythmen, um die zwanziger Jahre wieder aufleben zu lassen.

"Wenn die Inspektion zufriedenstellend ausgefallen ist, könntest du uns doch ganz herein bitten", schlug Fred mit ironischem Unterton vor, "wir werden keine silbernen Löffel stehlen, versprochen." Die beiden Frauen kicherten leise, verstummten aber sofort, als Fred ihnen einen kurzen Blick zuwarf. "Also gut, kommt herein", sagte Rainer schließlich und half der Blondine aus dem Mantel. Beinah hätte er den Nerz fallen lassen, als er erkannte, dass sie darunter -bis auf die kniehohen Stiefel- nackt war. Er wandte seine Augen schnell ab und fühlte, wie er errötete. Das war auch Fred nicht entgangen, der die Gelegenheit zu erneutem Spott nicht ungenutzt verstreichen ließ: "Ich nehme doch an, du hast schon einmal eine Frau so gesehen, wie Gott sie schuf, lieber Vetter. Diese hier hat allerdings noch ein paar Verbesserungen", schwadronierte er und griff Lu an den Ring, der durch ihre linke Brustwarze gepierct war. Unterdessen hatte Su selber ihren Mantel abgelegt und half Fred aus dem Seinen.

Fred trug einen eleganten, einwandfrei sitzenden Zweireiher und eine dezente Krawatte über einem blütenweißen Hemd. Ohne weitere Umstände öffnete er die Tür und ging voraus ins Wohnzimmer. Er schien sich im Haus auszukennen. Im Salon setzte er sich auf den Sessel an der Stirnwand, seine beiden Sklavinnen knieten sich rechts und links davon auf den Boden. Rainer kam etwas verdattert hinterher und setzte sich auf die Zweierbank gegenüber von Fred. "Nun, deine Sklavin könnte uns vielleicht einen Kaffee bringen, nicht? Du brauchst sie nicht zu verstecken, ich kenne sie bereits sehr gut, in- und auswendig gewissermaßen", sagte Fred mit diesem spöttischen Unterton, für den Rainer ihm am liebsten die Fresse poliert hätte. Aber Rainer war kein Mann der Gewalt. Außerdem sah Fred recht kräftig und durchtrainiert aus.

"Liana", rief er darum halblaut ins Treppenhaus und war nicht wirklich erstaunt, dass die Angesprochene sofort antwortete "Ja Herr?" - "Bring uns bitte Kaffee. Für dich auch." - "Ja, Herr. Sofort." Rainer setzte sich wieder, und einige Minuten lang schaute er unbehaglich zu Boden. Die beiden Sklavinnen die ihm gegenüber am Boden knieten, hielten ebenfalls den Blick gesenkt, den Oberkörper aber sehr gerade, die Hände auf dem Rücken. Rainer konnte nicht verhindern, dass sein Blick immer wieder zu den beiden Frauen schweifte, und er musterte sie verstohlen. Als Rainer seinen Blick von Su löste und aufblickte, begegnete er dem spöttischen Blick von Fred.

Endlich erschien Liana, auch sie nackt, mit einem Tablett, auf dem zwei Tassen und drei flache Schalen standen. Offenbar hatte sie die Wartezeit genutzt, um sich von den Resten des Frühstücks zu reinigen. Die Tassen servierte sie vor Fred und Rainer, zwei der Schalen stellte sie vor Su und Lu auf den Boden, die dritte neben Rainer Sessel, und kniete sich anschließend dorthin, in derselben Haltung wie die anderen Frauen.

"Nun wollen wir über unsere Erbschaft sprechen", begann Fred endlich, nachdem alle von ihrem Kaffee genippt hatten. "Unsere?", entgegnete Rainer. "Ja, unsere. Du hast das Haus und das Geld deines Onkels geerbt, das ist klar. Da habe ich gar nichts dagegen einzuwenden, und ich werde dir bestimmt nichts davon streitig machen. Ich bin ja kein so armer Schlucker wie du." Damit ließ er seinen Blick verächtlich über Rainers einfache Kleidung streifen. "Aber die Sklavin, die haben wir gemeinsam geerbt, lieber Vetter", schloss er, auf Liana weisend.

"Du weißt genau, dass es hierzulande keine Sklaverei mehr gibt.", versetzte Rainer scharf. In dieser Sache fühlte er sich sicher und würde sich nicht einschüchtern lassen, "Liana betrachtet sich freiwillig als Sklavin, aber sie kann jederzeit aufstehen und gehen. Sie ist gleichberechtigt!" - "Ah, du meinst gleichberechtigt, so wie in 'Liberté, Egalité, Pfefferminztee' und alles so'n Scheiß? So die hehren Ideale der französischen Revolution? Einer deiner Philosophen? Nun, dann habe ich eine Überraschung für dich. Liana, fühlst du dich frei und gleichberechtigt?" - "Nein", entgegnete Liana sofort. "Willst du denn gern frei und gleichberechtigt sein?" - "Nein". -"Warum denn nicht?", fragte Rainer bestürzt. Sie blickte ihn an und sagte fest: "Ich bin Besitz, Herr. Ich habe mich Alain geschenkt." - "Alain ist tot!" - "Meine Bindung an ihn wirkt über den Tod hinaus. Herr", sagte sie ehrerbietig, aber bestimmt, "und ich werde Besitz seines Erben. Mein Gehorsam ist freiwillig, und darum absolut." - "Das klingt nach Macchiavelli", brummte Rainer. "Ja, Herr", bestätigte sie.

"Lasst uns endlich zur Sache kommen", rief Fred ungeduldig, "Liana hat sich Alain gegenüber den Regeln des Code Noir unterworfen. Dieser sagt ausdrücklich, dass Sklaven beim Tod des Herrn unter den Erben aufzuteilen seien. Ich schlage vor, dass wir das so regeln, dass jeder von uns Liana abwechselnd einen Tag nimmt, so lange bis einer von uns genug von ihr hat. Für dich hat das den Vorteil, dass ich mich auch um die Erziehung kümmere, du weißt doch gar nicht, wie man mit einer Sklavin umgehen muss."

"Du bist verrückt", versetzte Rainer. Wieso sollte ich auf so etwas eingehen? Ich bin der Alleinerbe. Du hättest nur Ansprüche, wenn ich das Erbe ausschlagen würde." - "Vielleicht wäre es gesünder für dich, wenn du es ausschlagen würdest.", sagte Fred mit einem leicht drohenden Unterton, fuhr dann aber gleich fort: "Ach was, weisst du, ich will lieber eine gütliche Lösung. Pass auf." Er schnippte mit den Fingern, und als Su und Lu ihn ansahen, wies er auffordernd auf Rainer. Sofort standen die beiden auf und stellten sich dicht vor diesem auf. "Fühl mal, Vetter. Das sind zwei leckere Schnepfen. Und sie sind beide besser im Bett, als Liana. Das kannst du mir glauben. Wir machen das so: An den Tagen, an denen Du mir Liana ausleihst, bekommst du dafür eine von den beiden. Na, ist das ein Angebot?"

 

* * *

 

Eine auserlesene Büchersammlung ist der vortrefflichste Hausrat.
Francesco Petrarca, (1304-1374)

(25. Februar)

Selbstverständlich enthielt Alains Bibliothek auch Dominique Aury. Dominique Aury war das Pseudonym einer französischen Lektorin namens Anne Desclos, unter dem sie als Schriftstellerin, Kritikerin und Übersetzerin tätig war. Ihren Welthit hatte die vielseitige Desclos allerdings unter einem weiteren Pseudonym gelandet: Pauline Réage. Aus Wut, weil ihr Geliebter behauptet hatte, eine Frau könne keinen erotischen Roman schreiben, verfasste sie in unzähligen nächtlichen Stunden ein Werk, das ab 1954 zu einem Weltbestseller wurde, obwohl es in vielen Ländern, auch dem Ursprungsland Frankreich, auf dem Index stand: "Histoire d'O". Einen weiteren, noch größeren Bekanntheitsschub erlangte Réage mit der Verfilmung des Buches 1975 als "Die Geschichte der O". Wohl kein anderes Werk der Weltliteratur hat in ähnlicher Weise eine ganze Subkultur befeuert und inspiriert wie 'O' die BDSM Szene. Desclos starb 1998 im stolzen Alter von 91 Jahren.

Alain hatte sowohl das Buch als auch den Sequel "Rétour à Roissy", sowie sämtliche Verfilmungen und spin-offs derer er habhaft werden konnte, in seiner Sammlung aufgenommen.

Als Literaturkenner und Bibliothekar kannte Rainer das Werk selbstverständlich. Er hatte es auch gelesen, und, wie er sich erinnerte, war er über die Erektion erschrocken, die er bei manchen Szenen bekommen hatte. Er hatte das Buch darum mehr als einmal wieder weggelegt, nur um es einige Zeit später wieder hervorzuholen und weiterzulesen, streng darauf achtend, dass seine Mutter es nicht zu Gesicht bekam. Die Frage, ob dieses Buch reine Fiktion war, oder ob es vielleicht doch eine von einigen Menschen gelebte Realität beschrieb, hatte ihn lange Zeit beschäftigt. Den Film allerdings hatte er nie gesehen. Er hätte es nicht gewagt, ins Kino zu gehen, wo ihn womöglich ein Bekannter hätte entdecken können. Dies gedachte er nun nachzuholen.

Wie immer, seit Rainer vor einigen Tagen hier eingezogen war, kniete Liana sich zu seinen Füßen nieder, als er sich auf dem bequemen Sofa gegenüber des Bildschirms niederließ. Die Bedienung der Mediathek bereitete ihm inzwischen keine Probleme mehr. Doch diesmal störte ihn die Anwesenheit der Frau. Er wollte den Film nicht unter ihren Augen ansehen, wurde ihm plötzlich klar. Er hatte Angst, bei den härteren Szenen zu erröten oder dem Blick seiner Sklavin nicht standzuhalten. Also befahl er ihr, den Raum zu verlassen. Sie zögerte, wirkte unglücklich, bis sie sich endlich ein Herz fasste: "Herr, darf ich Ihnen einen Vorschlag machen?" - Rainer realisierte nicht, was für eine Unverschämtheit dieses Zögern und diese Antwort auf seinen direkten Befehl eigentlich war, und fragte nur zurück: "Was?" - "Einen Moment bitte." Sie eilte hinaus und kam kurze Zeit später zurück. In der Hand hatte sie eine Augenbinde, Ohrenstöpsel, eine Rolle Heftpflaster einen Ballknebel, Handschellen und eine Kette. "Herr, so kann ich nichts hören und sehen. Wenn Sie möchten, verhindert der Knebel auch, dass ich etwas sage, und mit der Kette können Sie verhindern, dass ich mich bewege. Auf diese Weise könnte ich bei Ihnen bleiben, ohne Sie zu stören." Dabei blickte sie ihn so treuherzig aus ihren großen Augen an, dass er nicht widerstehen konnte. "Ist das denn wirklich schalldicht?" - "Ja, Herr." Damit schob sie sich die Ohrenstöpsel in die Gehörgänge und fixierte sie mit je einem Stück Heftpflaster. Dann reichte sie Rainer die Augenbinde und den Knebel. Letzteren betrachtete er zunächst kritisch. Ein Ball mit einem durchgezogenen Riemen. "Du wirst ja schweigen, wenn ich es dir befehle, oder? Dann brauchen wir das nicht." Sie blickte nur verständnislos und deutete auf ihre Ohren. "Stimmt, du hörst ja nichts.", meinte er und legte ihr ein wenig ungeschickt die Augenklappe an. Dann startete er den Film.

Nach einiger Zeit beugte er sich vor und zog die unbeweglich kniende Liana am Halsband näher zu sich, so dass sie sein Bein berührte. Er streichelte sie, und sie legte ihren Kopf auf seinen Oberschenkel. Eine Zeit lang blieben sie so, der Herr seine blinde und taube, an ihn geschmiegte Sklavin kraulend und streichelnd, während er die Hingabe und Qual der O auf sich wirken ließ. Die Wirkung war diesmal viel realer, als beim Roman. Einerseits wegen der Kraft der Bilder und der großartigen Corinne Cléry, andererseits auch wegen der ganz offensichtlich zu dieser Phantasie passenden Frau zu seinen Füßen. So konnte eine heftige körperliche Reaktion nicht lange ausbleiben, und nach einem fast eine halbe Stunde dauernden inneren Kampf, während dem er sich immer weniger auf den Film konzentrieren konnte, öffnete er schließlich den Reißverschluss und ließ seinen Penis herausspringen. Dann dirigierte er Liana mit der einen Hand im Haar und mit der anderen am Halsreif zwischen seine Beine, und sobald ihr Gesicht sein Glied berührte, begann sie ihn zu lecken und zu blasen.

Diesmal verstand Rainer es besser, seine Lust zu zügeln. Mit einer Hand in ihrem Schopf dirigierte er ihr Tempo und versuchte, so gut es ging dem Film zu folgen. Und dann, während er versuchte, sich gleichzeitig auf seine Mitte und auf den Bildschirm zu konzentrieren, erlebte er plötzlich einen Moment der Klarheit. Es wurde deutlich, was ihm an der ganzen Situation missfiel. Abrupt schaltete er den Film ab und stand auf, Liana am Halsband mit sich hochziehend. Er zog das Heftpflaster ab und entfernte die Ohrenstöpsel, ließ die Augen aber verbunden.

"Ich will mit dir sprechen Liana.", sagte er ernst. "Ja?", antwortete sie unsicher. Er ging vor ihr hin- und her und sie folgte mit dem Kopf seinen Schritten, ohne ihn aber zu sehen. Schließlich stieß er hervor:"Du funktionierst nur. Ich weiß nicht, was du willst und was du fühlst" - "Ich bin eine Sklavin, Herr" - "Aber du benimmst dich nicht wie eine Sklavin.", versetzte er. Sie errötete leicht und senkte dann den Kopf. "Ich verstehe nicht, Herr", sagte sie tonlos. Er ging um sie herum und griff ihr unvermittelt von hinten ins Genick, worauf sie erschrocken zusammenzuckte. Ganz nah brachte er seinen Mund an ihr Ohr und zischte: "Du treibst dein Spiel mit mir, Liana. Du manipulierst mich. Du warst es, die hier die Regie führte. Bis heute. Alles geschah so, wie du es dir ausgedacht hattest. Ich war deine Marionette!"

Liana sagte nichts. Was hätte sie auch sagen sollen?

"Hast du mich gehört?", fragte Rainer, mit der freien Hand um sie greifend und ihre Brustwarze fassend. "Ja, Herr." Ihr Atem hatte sich deutlich beschleunigt, sie stand unbeweglich, doch konnte ein leichtes Schwanken nicht verhindern. Rainer ließ sie plötzlich los, so dass sie einen kleinen Schritt machen musste, um nicht zu stürzen. Er strich mit der flachen Hand ihren Rücken herab, bis zur sanften, prallen Rundung ihres Po. Dort gab er ihr unvermittelt einen kurzen, heftigen Klaps. Sie schrie auf, eigentlich mehr vor Schreck als vor Schmerz und erhielt sofort einen noch stärkeren Klaps auf die andere Hinterbacke. Dann führte er sie an die Stelle, wo Ringe in der Decke und dem Fußboden eingelassen waren. Dort ließ er sie stehen und holte Riemen und Stricke aus dem Sideboard, mit denen er sie an den Ringen befestigte. Sie leistete keinen Widerstand. Ihre Augen waren noch immer verbunden. Rainer streichelte ihr das Gesicht und sagte: "Dein Safeword ist: 'Speranza'. Sag dieses Wort, wenn du musst, aber ansonsten: Schweig!" Sie nickte, schwer atmend.

Nun holte Rainer aus dem Sideboard einen Rohrstock.

* * *

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Salomé
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Kommentare

Bild von dani1980

wie war das noch

mit den bösen cliffhängern??? und du hast hier gleich mehrere! wie geht das nun mit fred weiter? dann zum schluß der rohrstock! da fragt man sich, wer von uns beiden nun die fetichistin ist?*gg

aber wie immer super! wenn ich könnte, würde ich dir 100 sterne geben!

Bild von Salomé

Ja ich muss zugeben,...

...ich habe mich da von dir inspirieren lassen.

Wie das mit Fred weitergeht? Na komm, das weisst du doch, du kennst doch Rainer :)

Vielen Dank!

Bild von Raale

Der beste Teil bisher

Was für ein Rundumschlag.
Auf ein paar Seiten eine Menge wichtiger Dinge abgehandelt und das in grandioser Form. Erwachende Sexualität und Selbsterkenntnis. Noch nie hab ich eine Morgenlatte so wunderbar abgehandelt gelesen.
Der Teil über die kleinen feinen Tricks der Subs, hoffentlich hast du nicht zuviel verraten, Dom liest mit.
Und das alles auch noch in eine spannende Geschichte gegossen. Wirklich aussergewöhnlicher Lesestoff.

Bild von Salomé

Ja, auch ich fand,...

...dass die Morgenlatte in der Literatur etwas stiefmütterlich behandelt wird. Dabei ist sie doch etwas richtig Faszinierendes. Der Herr schläft wie ein Engel (und sieht manchmal auch fast so aus), aber das Teil, das ihn auch sonst öfters kontrolliert, macht sich vollends selbständig wink

Wegen den Tricks mach ich mir keine Sorgen, echte Doms lesen nie zwischen den Zeilen.

Vielen Dank auch dir!

Bild von Borderl1ne

Ja Ja,

die Morgenlatte, ein Dauerthema sozusagen. Hat man sich einmal darin verbissen, kommt man so leicht nicht mehr los (in literearischem Sinne, versteht sich). Immerhin scheinst du deine Anischt über mögliche Zusammenhänge des Auftretens der MoLa und frühmorgendlicher erotischer Träumereien revidiert zu haben. 

 

"echte Doms lesen nie zwischen den Zeilen."

Wieso sollten sie auch, "echte Doms'  sind bekanntermaßen wahre Schotten

Bild von absolutist

Das moralische Dilemma,

in das ihn seine Erbschaft stürzt, hat der Humanist erfreulich schnell überwunden (er scheint hier mehr seiner Natur als seinem Willen... na ja). Jedenfalls wieder ein sehr lesenswertes Kapitel, das auf den weiteren Fortgang neugierig macht.

 

Der ominöse „Code Noir“ hat es mir angetan. Ich frage mich, welche Gerichtsbarkeit wohl für die Durchsetzung der darin niedergelegten Regeln zuständig ist. Und wenn darin selbst Erbschaftsfragen erschöpfend geregelt sind, hat das Werk sicher erheblichen Umfang und bietet Raum für Interpretation.

 

Übrigens, in der Frage der Sündhaftigkeit des Onanierens sollte man m. E. auch alternative Standpunkte zu Wort kommen lassen: https://www.youtube.com/watch?v=fUspLVStPbk

Bild von Salomé

Den leisen Vorwurf,...

...sein moralisches Dilemma so schnell zu verdrängen, hat Rainer wohl gehört :)

Er hat es nicht verdrängt, sondern rationalisiert: Er akzeptiert das Ganze als Spiel. Als Spiel, bei dem er entdeckt, dass er auf seine Kosten kommt. Wieso sollte er es ablehnen? Aber natürlich glaubt er nicht an die Existenz von echten Sklaven.

Code Noir besteht nur aus wenigen Zeilen :)

Monty Python: Rainer überlegt sich, ob Fellatio nun als Sperm Wasting zu verstehen ist, oder als bestimmungsgemässer Gebrauch.

Bild von absolutist

Ich hätte wohl besser...

vorher mal das Google-Orakel befragen sollen. Mittlerweile wurde ich belehrt, dass es den Code Noir tatsächlich gibt. Allerdings scheint er in seiner historischen Form auf die aktuellen Verhältnisse nur schwer übertragbar, sonst müsste Rainer auch streng darauf achten, dass Liana keinesfalls Zuckerrohr verkauft ;-)

Ansonsten kann ich mich Rainers Standpunkt anschließen. Eigentlich fehlt mir nur der nötige Erbonkel.

Bild von Weserstrand

Argh

... der, bzw. die, Cliffhanger sind schon gemein. Aber die Geschichte gefällt mir gut und erweitert meinen bisher noch sehr eingeschränkten Horizont. Vielen Dank dafür.

Bild von Hersius

eine

der wenigen Geschichten die es zu lesen lohnt.
Zu denken gibt mit immer noch der Punkt mit dem Erbe.
Es heist zwar in dem Code Noir:
Sklaven können nicht verpfändet werden, beim Tod eines Herrn werden sie gleichmäßig auf die Erben verteilt.

Es gibt eine Erbfolge, hier bezeichnet der Notar den Erben als Universalerbe und nur in dem Fall, solle er es ausschlagen,
würde das Erbe an den Großneffen fallen. Der Code Noir wird hier gewahrt, da es nur einen Erben (Universal...) gibt.

Im Falle eines Ausschlagens oder Ableben des Erben ohne Testament fällt es auf den nächsten in der Erbfolge.
Aus dem Grund gibt es selbst wenn der Code Noir rechtskräftig wäre "noch" keinen Anspruch auf das Erbe durch den Großneffen.

Da der Erbe ein belesener "Humanist" ist, nicht auf den Kopf gefallen, weiss er um seine Rechte.
Kann 1 und 1 zusammen ziehen und folglich auch die Möglichkeiten des Großneffen abwägen.

Was mir etwas fehlt ist oder vielleicht wird es noch nieder geschrieben, das der Erbe sich mit seiner Sklavin sich mehr, in diesem Punkt auseinander setzt.

Bild von Borderl1ne

Du scheinst zu verkennen,

dass Fred es mit dem "richtigen Gesetz" schon nicht allzu genau nimmt. Warum sollte ihn da die theoretische Rechtsgültigkeit innerhalb des Code Noir interessieren ?

Dieser Passus aus dem Code Noir ist für Fred ein Hebel, den er ansetzen kann, ein Vorwand. Mehr braucht ein Typ wie er nicht. Lianas gefühlte Bindung an den Code Noir spielt im dabei erst mal in die Hände, es  wird sich zeigen, inwieweit das so bleibt.

Bild von Hersius

verkennen?

"Warum sollte ihn da die theoretische Rechtsgültigkeit innerhalb des Code Noir interessieren ?" richtig, das Argument der Teilung greift hier nicht, er muss sich einen anderen Vorwand suchen. Einen Vorschlag machte er ja, das er sie für ihn ausbilden/erziehen will. Es gibt noch andere Möglichkeiten, wie z.B. den Erben aus dem Weg schaffen.....

Da die Autorin in der Geschichte einen Cut am 12 Feb machte, .....Na, ist das ein Angebot?".... Der Erbe wohl nicht Dumm ist, vielleicht unsicher ja, hat er diesen Punkt sicher genauer mit seiner Sklavin erörtert. Damit wird es auch bei ihr eine Wertung über die Unsinnigkeit der Erbenteilung geben. Das sich der Erbe, sich sein Erbe nicht so einfach streitig machen lassen will belegt sie hiermit ...."Du bist verrückt", versetzte Rainer. Wieso sollte ich auf so etwas eingehen? Ich bin der Alleinerbe. Du hättest nur Ansprüche, wenn ich das Erbe ausschlagen würde.".......

Somit ist der Code vom Tisch, entweder es gelingt dem Großneffen es über eine Erpressung/Morddrohung oder einer Entführung ihrer habhaft zu werden oder über den Vorwand der Ausbildung/Erziehung.

Bild von Borderl1ne

Hypothetisch,

da ich kein Jurist bin: Es wäre doch noch möglich, dass der Code Noir keine Aussage über die Einsatzug von Universalerben macht. Wie wäre dann die juristische Logik innerhalb des Code-Noir? Möglich wäre auch, dieser Passus aus dem Code Noir hebelt ausdrücklich andere Erbfolgen aus? Jedoch halte ich es nicht für ausgesschlossen, dass  einer wie Fred sich nicht die Mühe machen würde im Original nachzuschauen, ihm würden die Formulierungen auf Wikipedia ausreichen.

 

Wie auch immer, wir werden wohl bis zum nächsten Teil warten müssen ;-)

Bild von Salomé

Ich mag es ja sehr,...

...wenn Geschichten zu Diskussionen Anlass geben. Das zeigt, dass die Charaktere "fühlbar" sind und einen nicht völlig kalt lassen.

Hier möchte ich zu bedenken geben, dass die juristische Interpretation und der genaue Wortlaut der Vertragsklauseln völlig irrelevant sind. Sklavenverträge sind sowieso nicht rechtlich bindend, was sowohl Rainer als auch Fred als auch Liana völlig klar ist. Entscheidend ist einzig und allein, wie Liana ihre Verpflichtung interpretieren wird.

Bild von Stanley Ipkiss

Der Code und seine Tücken

Lange habe ich überlegt, ob ich hier zum Code Noir auch noch nen Kommentar ablassen soll - und ja, ich habe mich dazu entschlossen.

Liana hat sich nach den Regel des Cods ihrem Herrn unterworfen - somit wenden diese im Innenverhältnis diesen an - soweit, so gut.

*Wir lassen mal außen vor, dass dieses Gesetz mit gut 60 Artikeln nur für eine bestimmt Gruppe -schwarze Sklaven- galt und nicht anderweitig angewendet wurde. Und weiter natürlich, dass es in unseren Breitengraden keine rechtlich verbindliche Sklaverei mehr gibt.*

Der Code regelt den kompletten Umgang mit den Sklaven, von deren Abstammung, über die Behandlung, Strafen und deren Weitergabe.

Aus dem Code geht hervor, dass Sklaven nach dem Tod des Herrn auf die Erben verteilt werden. Hier werden sie zu "Sachen" erklärt, genauso wie Möbel und anderes bewegliche Gut, welches man Verkaufen oder weitergeben kann, aber nicht beleihen oder verpfänden. Sprich, die Sachen werden jeweils einem Erben zugesprochen, von zeitweiligem Teilen ist nirgends die Rede.

Jetzt kommen wir also zu unserem kleinen Dilemma:

Liana fühlt sich als Sklavin des Codes und damit als Bestandteil des Erbes. Als Sache im Sinne des Code Noir ist sie also in das Eigentum des Erben ihres Herrn übergegangen, der klar nach Testament bestimmt wurde.

Eine Beteiligung eines weiteren "Nichterben" an einer Sache im Sinne des Code Noir sieht dieser nicht vor, kann also von Fred nicht eingefordert werden. Hierzu müsste er ja auch nach dem Code Noir die Alleinerbenstellung anfechten.

Des Weiteren hat sich unser lieber Fred ja schon einer Verfehlung im Sinne des Code strafbar gemacht, denn Sklaven dürfen zwar gezüchtigt werden für ihre Verfehlungen, aber nicht gefoltert ... und gab es da nicht so einen Übergriff auf Liana, der durchaus als solches durchgehen würde? Ich glaube also kaum, dass sich die scheinbar überaus intelligente Liana hier einer Verpflichtung ausgesetzt sieht.

Insgesamt ist der kontroverse Ansatz dieser Geschichte ein wirklich gelungener Aufhänger/ Aufreger. Ich fürchte, wir können noch stunden bzw. seitenlang über das juristische Für und Wider fachsimpeln, weiter kämen wir nicht.

Ich bin wirklich auf eine Fortsetzung gespannt und harre mit scharrenden Paragraphen ;-)

Gruss

das Ipki§§

Bild von Frau Rosebud

U heeft een nieuwe fan...

..., werte Salomé!!

Begeisterte Grüße

Frau Rosebud

Bild von Salomé

Niet doen, ik word er...

helemaal verlegen van blush. Hartelijk bedankt. Maar ik vrees, je zal de rest van die verhaal minder leuk vinden....

Bild von sirmei

Wunderbar!

Subtil und sehr schön erzählt, wie der Herr erst einmal das Herrsein lernen muss. Und seine Sklavin ihm seine Wünsche nicht nur von den Augen liest, sondern ihm diese erst überhaupt bewusst macht!



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