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Die Geschichte der Justine oder die Nachteile der Tugend - Band 2/Teil 1

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Zweiter Band.

Ein anderes Wesen als die zitternde Justine hätte sich wenig um diese Drohung geschert; sobald es ihr möglich war, zu beweisen, daß, was sie erduldet, über sie von keinem Gerichte verhängt worden war, was hatte sie zu fürchten? Aber ihre Schwäche, ihre natürliche Furchtsamkeit, alles dies betäubte sie, erschreckte sie. Sie dachte nur mehr an Flucht. Außer dieser beschämenden Marke, einigen Spuren der Rute, welche Dank der Reinheit ihres Blutes bald verschwinden würden, und einiger sodomitischer Angriffe, welche, von gewöhnlichen Gliedern ausgeführt, sie nicht verunstalteten, hatte unsere Heldin, als sie achtzehn Jahre alt, von Rodin fortging, nichts verloren, weder von ihrer Tugend, noch Von ihrer Frische, noch von ihren Kräften. Sie trat in jenes Alter, wo die Natur eine letzte Anstrengung zu machen scheint, um die zu verschönern, welche ihre Hand für die Lust der Männer bestimmt hat. Ihre Taille hatte bessere Formen, ihre Haare waren dichter und länger und ihre Haut frischer und appetitlicher. Ihr Busen, geschont von diesen Leuten, welche für diesen Körperteil wenig Interesse hatten, war wohlgeformter und runder. Sie war ein entzückendes Wesen, wohlgeeignet, bei einem Wüstling die heftigsten, außergewöhnlichsten und schamlosesten Begierden zu erregen.

So machte sich Justine, mehr aufgeregt und bekümmert als körperlich mißhandelt, denselben Abend auf den Weg. Aber ohne Führer und da sie niemanden fragte, kam sie immer wieder um Paris herum. Am vierten Tage ihrer Reise war sie erst nach Lieursaint gekommen. Da sie wußte, daß diese Straße sie nach dem Süden führte, beschloß sie, ihr zu folgen und so diese entlegenen Länder zu erreichen, überzeugt, daß sie nur an den Grenzen Frankreichs den Frieden und die Ruhe erlangen würde. Welcher Irrtum! Wie viel Kummer stand ihr noch bevor!

Was sie auch immer bist jetzt ausgestanden, ihre Tugend wenigstens war ihr geblieben; einzig das Opfer zweier oder dreier Wüstlinge, konnte sie sich, da es entgegen ihrem Willen geschehen, noch immer unter die anständigen Mädchen zählen; sie hatte sich nichts vorzuwerfen, ihr Herz war rein, sie war darauf stolz: und dafür erreichte sie die Strafe. Sie trug ihr ganzes Vermögen bei sich, ungefähr fünfhundert Francs, ihr Verdienst bei Bressac und bei Rodin. Sie war froh, wenigstens dies sich noch gerettet zu haben und hoffte, mit Sparsamkeit und Einfachheit so lange auszulangen, bis sie eine Stelle gefunden; die schreckliche Marke war nicht zu sehen, sie hoffte, sie immer verbergen zu können, und trotzdem ihr Brod zu verdienen. Voll Hoffnung und Mut verfolgte sie ihre Straße bis Sens, wo sie sich einige Tage ausruhte. Vielleicht hätte sie in dieser Stadt etwas Passendes gefunden, aber gezwungen, sich möglichst zu entfernen, machte sie sich wieder auf den Weg, um in der Dauphiné ihr Glück zu versuchen. Sie hatte viel von diesem Land sprechen gehört und glaubte dort ihr Glück zu finden. Wir werden sehen, was für eines ihr aufgespart war.

Am Abend des ersten Tages, sechs oder sieben. Meilen von Sens, ging Justine ein wenig abseits des Weges und setzte sich einen Moment an den Rand eines großen Teiches, dessen Umgebung ihr Schatten zu spenden schien. Die Nacht begann ihre Schleier zu senken und unsere Heldin, die wußte, daß sie nur mehr eine kleine Strecke zu ihrem Nachtquartier hatte, beeilte sich nicht, die süße Einsamkeit ihres Nachdenkens zu unterbrechen, als sie plötzlich zehn Schritte von ihr einen größeren Gegenstand ins Wasser fallen hörte. Sie wendete ihre Augen und bemerkte, daß dieser Gegenstand mitten unter dichtem Gestrüpp lag, zu dessen Fuß die Wasser des Teiches fluteten; weder sie noch der Täter konnten sich sehen. Ihre erste Bewegung war, zu dem sinkenden Gegenstand; sie bemerkte, daß er nicht sofort sank, sondern langsam, und glaubte Schreie zu hören; überzeugt, daß sich in dieser Art Korb ein lebendes Wesen befinde, folgt sie dem Triebe der Natur. Ohne Rücksicht auf die Gefahr, stürzt sie sich in den Teich und es gelingt ihr, ohne den Boden zu verlieren, den Gegen stand, den der Wind zu ihr hintreibt, zu erfassen. Sie kehrt ans Ufer zurück und zieht die kostbare Last nach; eilig packt sie aus. Großer Gott, es ist ein Kind, ein entzückendes Mädchen von achtzehn Monaten, nackt, geknebelt, welches ihr Henker wahrscheinlich hoffte zugleich mit seinem Verbrechen in den Fluten des Teiches zu begraben. Justine beeilt sich, die Banale zu zerreissen, sie läßt das kleine Mädchen atmen, und es streckt seine kleinen, furchtsamen Hände gegen seine Wohltäterin aus, wie um sich bei ihr zu bedanken. Gerührt umarmte Justine die reizende Unglückliche. »Armes Kind,« sagt sie, »bist du auf die Welt gekommen gerade, so wie die unglückliche Justine, nur um den Kummer, niemals die Freude kennen zu lernen? Vielleicht wäre der Tod das beste für dich gewesen. Ich leiste dir vielleicht einen schlechten Dienst, indem ich dich aus dem Schöße der Vergessenheit ziehe und dich wieder ins Unglück und in die Verzweiflung zurückführe; wohlan, ich werde diesen Fehler gutmachen und dich nie verlassen, wir werden zusammen die Dornen dieses Lebens pflücken; sie werden uns zu zweit weniger spitzig vorkommen und mit vereinten Kräften werden wir sie zu zweit leichter vermeiden. Gütiger Himmel, ich danke dir für dieses Geschenk, es ist eine heilige Gabe, für das mein Gefühl dir immer dankt; glücklich, es gerettet zu haben, werde ich für sein weiteres Leben, seine Erziehung, seine Sitten sorgen. Ich werde für sie arbeiten, jünger als ich, wird sie mir es im Alter heimzahlen.; es ist eine Freundin, welche mir Gott geschickt. Auf welche Weise kann ich dir danken?«

»Das soll meine Sorge sein, du Hure!« schrie ein Mann mit Stentorstimme, und indem er die unglückliche Justine beim Kragen faßte, warf er sie auf den Rasen. »Ja, ich werde dich dafür strafen, dich in Angelegenheiten zu mischen, die dich nichts angehen.« Daraufhin ergreift der Unbekannte das kleine Mädchen, steckt es wieder in den Korb und wirft es wieder ins Wasser. »Du verdienst dasselbe Los, Mistmensch,« sagte der Kerl, »wie dieses Kind, und ich würde nicht zögern, es dir zuteil werden zu lassen, wenn ich dich nicht für grausamere Strafen aufbewahren würde, die mir mehr Vergnügen machen. Folge mir ohne ein Wort; sieh diesen Dolch: bei der ersten Bewegung steckt er in deinem Busen.«

Wir sind nicht imstande, die Ueberraschung und das Erschrecken Justines zu beschreiben. Sie wagte es nicht, zu antworten und folgt zitternd ihrem Henker; nach zwei Wegstunden kamen sie zu dem Schloß, welches am Ende eines Tales gelegen, von Hochwald umgeben, ein wildes, düsteres Aussehen hatte. Die Tür zu diesem Hause war so von Gehölz und Gestrüpp verdeckt, daß es unmöglich war, sie zu erraten. Hier trat gegen zehn Uhr nachts, vom Herrn des Hauses geführt, Justine ein. Während das arme Mädchen, in einem Zimmer verschlossen, ein wenig Ruhe sucht vor diesem neuen Schrecken, wollen wir Alles das vorausschicken, was zum Verständnis des Folgenden notwendig ist. Monsieur de Bandole, ein reicher Mann, einst in hoher Stellung, war der Besitzer des Schlosses. Zurückgezogen von der Welt seit fünfzehn Jahren, gab sich Bandole in dieser Einsamkeit ganz seiner absonderlichen Geschmacksrichtung hin. Wenige Menschen waren kräftiger als Bandole; obwohl er vierzig Jahre alt war, machte er täglich seine vier Nummern, ja in seiner Jugend hatte ers auf zehn gebracht. Groß, mager, von galligem Temperament, besaß er einen schwarzen und widerspenstigen Schwanz von neun Zoll Länge und sechs Zoll Dicke; behaart war er am ganzen Körper wie ein Bär. Bandole, so wie wir ihn jetzt beschrieben haben, liebte die Frauen nur zu seiner Lust; wenn er gesättigt war, konnte sie niemand mehr verachten. Noch merkwürdiger war, daß er sich ihrer nur dazu bediente, um Kinder zu erzeugen und niemals verfehlte er; aber noch merkwürdiger war der Gebrauch, den er von diesen Früchten machte; er zog sie auf bis achtzehn Monate und hierauf wurde der finstere Teich, in welches wir eines ihn haben versenken sehen, ihr gemeinsames Grab.

Diesen bizarren Wahn zu befriedigen, hatte Bandole dreißig Mädchen in seinem Schloß eingeschlossen im Alter von achtzehn bis zu fünfundzwanzig Jahren, alle von der größten Schönheit. Vier alte Frauen waren beauftragt, dieses Serail zu betreuen, eine Köchin und zwei Küchenmädchen vervollständigten den Haushalt dieses Wüstlings; ein großer Feind aller Schwelgereien im Sinne Epicurs, war er der Ansicht, daß man, um seine Kraft zu erhalten, wenig essen und nur Wasser trinken dürfe, und daß eine Frau, um fruchtbar zu sein, nur gesunde und leichte Nahrung zu sich nehmen dürfe. Deshalb nahm Bandole nur immer eine Mahlzeit, bestehend aus einigen Gemüsen ein, und auch die Frauen erhielten nichts als Gemüse und Früchte; wirklich erfreute sich auch Bandole infolgedessen einer glänzenden Gesundheit und seine Weiber waren entzückend frisch; sie legten wie die Hennen und in jedem Jahr gebar ihm jede wenigstens ein Kind. Der Schweinkerl ging auf folgende Weise vor: In einem eigens dazu hergerichteten Boudoir stand eine Maschine, auf welcher das Weib so festgebunden wurde, daß sie dem Wüstling den Tempel der Venus so weit als möglich öffnete; er begann zu vögeln und sie konnte sich nicht rühren. Dies war nach der Behauptung Bandoles das Wichtigste zur Befruchtung, und nur deshalb ließ er sie binden. Drei oder viermal im Tag wurde dasselbe Weib auf die Maschine gebunden; hierauf kam sie ins Bett, die Füße in die Höhe, den Kopf tief gelegt. Sei es, daß das Mittel Bandoles wirklich gut war oder daß sein Same eine seltene Fruchtbarkeit besaß, immer hatte er denselben Erfolg. Nach neun Monaten erschien pünktlich das Kind, er zog es bis zu achtzehn Monaten auf, dann ertränkte er es, und es war immer Bandole selbst, welcher dies besorgte; dies verschaffte ihm nämlich den nötigen Ständer, um sich neue Opfer zu zeugen. Nach jeder Geburt wechselte man die Frauen, so daß nur die unfruchtbaren blieben. Dadurch waren sie in der schrecklichen Zwangslage, entweder dem Ungeheuer ein Kind zu gebären oder ewig bei ihm zu bleiben. Da sie nicht wußten, was mit ihrer Nachkommenschaft geschah, so konnte Bandole ihnen leicht ihre Freiheit wieder geben, und man brachte sie zurück, woher sie kamen und jede erhielt tausend Francs Schadenersatz. Was Justine anbelangt, konnte er aber nicht daran denken, ihr die Freiheit wieder zu geben, so viel Kinder sie ihm auch gebären würde, denn sie hatte ihn belauscht und konnte ihn daher verraten. Im Hause selbst konnte Justine, eingeschlossen wie die anderen Frauen, jede für sich nichts ausplauschen. Daher bot nur ihre Freiheit ihm Gefahr und Bandole dachte nicht daran, sie ihr jemals zu schenken; man wird sich leicht vorstellen, daß die Art, seine Wollust zu befriedigen, bei einem solchen Manne viel von der Wildheit seines Charakters an sich trug. Nur an die Befriedigung seiner Wollust denkend, hatte Bandole niemals die Liebe gekannt. Eine der Alten band gerade das Tagesopfer auf die Maschine. Man verständigte ihn hievon, er ging ins Boudoir, onanierte ein wenig vor ihrer Scheide, fluchte, schimpfte, begann dann zu vögeln, stieß Verzückungsschreie aus und begann im Momente der Ejakulation wie ein Stier zu brüllen, dann ging er hinaus, ohne nur das Weib anzuschauen und wiederholte dies noch drei bis viermal an demselben Tage mit derselben. Am nächsten Tage kam eine andere an die Reihe und so ging das fort, immer dasselbe: ein langer Coitus, Schreie, Flüche, Samenerguß, immer dasselbe.

Dies war also der Mann, welcher eine Rose pflücken wollte, die zwar durch die grausamen Angriffe des Saint-Florent etwas entblättert, aber durch, die, lang andauernde Keuschheit wieder erfrischt, sich geschlossen hatte und daher recht wohl noch als die Blume der Jungfernschaf gelten konnte. Bandole gab nämlich sehr viel darauf; seine Agenten hatten den Auftrag, ihm nur Jungfern zuzuführen, sonst wurden sie nicht angenommen Im übrigen war Bandole für jedermann unsichtbar; ihm behagte nur das zurückgezogenste Leben, einige Bücher und Spaziergänge waren das einzige, womit er seine Lust unterbrach. Er besaß Verstand, einen festen Charakter, keinerlei Vorurteile, keine Religion. Despot in seinem Serail, ohne Schamgefühl und Menschlichkeit, verherrlichte er sein Laster. Dies war Bandole, das Grab, welches die Vorsehung für Justine als Belohnung dafür, daß sie dem Scheusal ein Opfer hatte entreissen wollen, gegraben hatte. Vierzehn Tage verflossen, ohne daß unsere Unglückliche von ihren Verfolgern etwas gehört hätte. Eine der Alten brachte ihr die Nahrung und antwortete ihr, wenn Justine sie befragte, kaltblütig–. »Du wirst bald das Vergnügen haben, den Herrn zu sehen, dann wirst du das nähere erfahren.« – »Aber, meine Liebe, wozu bin ich denn da?« – »Zum Vergnügen des Herrn.« – »O Himmel, er wird mich doch nicht zu Dingen zwingen wollen, an die zu denken mich schon schaudern macht?« – »Du wirst machen wie die anderen und du wirst nicht mehr zu beklagten sein wie sie Alle.«

– »Die andern? Es gibt also noch welche hier?« – »Gewiß, du bist nicht allein; nur Mut und Geduld!« Darauf schloß sie die Tür.

Am sechzehnten Tage endlich verständigte man Justine. Die Tür öffnete sich und Bandole, gefolgt von einem alten Weib, kam in das Zimmer. »Lass deine Scheide anschauen,« sagte die Alte, und Justine wurde, ohne daß sie sich wehren konnte, gepackt und entblößt. »Ah,« sagte Bandole gleichgiltig, »ist das nicht die, die mich überrascht hat, und die daher ewig hier blieben muß?« – »Ja,« antwortete man ihm. – »Wenn dem so ist,« sagte er, »braucht man nicht viel Vorbereitungen. Ist sie noch Jungfer?«

– Daraufhin bückte sich die Alte, eine Brille auf der Nase. »Man hat es bereits verletzt,« sagte sie, »aber es ist noch genug eng und frisch, um Vergnügen zu schaffen.« – »Spreize sie auseinander, damit ich selbst sehen kann,« sagte Bandole und das Scheusal, kniend vor der Fut, steckt nacheinander seine Finger, seine Nase und seine Zunge hinein. »Greife ihr an die Hüften,« sagte er zur Alten, aufstehend, »und sage mir, ob du glaubst, daß sie trächtig werden wird?« – »Ja,« sagte die Alte, »sie ist sehr gut gebaut, du kannst mit Bestimmtheit in neun Monaten ein Kind erwarten.«

– »Himmel!« rief Justine aus, »man behandelt mich ja wie ein Tier, und womit habe ich das verdient, daß Ihr mich so mißhandelt, welche Gewalt habt Ihr über mich?« – »Hier ist es,« sagte Bandole und zeigte sein Glied; »es steht mir und ich will vögeln.« – »Wie verträgt sich Ihr Verlangen mit der Menschlichkeit?« – »Ja, was ist denn die Menschlichkeit, meine Tochter?« – »Die Tugend, welche dir Hilfe bringen wird, wenn du einmal im Unglück bist.« – »Das ist man nie mit meiner Gesundheit, meinen Prinzipien und einer halben Million Rente.« – »Man ist es immer, wenn man andere unglücklich macht.« – »Sieh einmal,« sagte Bandole, »die raisonniert ja!« Er zog seine Hose wieder an. »Ich will mit dir ein wenig plauschen; zieht euch zurück!« sagt er zu der Alten. »Woher nimmst du, mein Kind,« fragte Bandole, »mir gegenüber, der ich doch körperlich und durch meine Ansichten stärker bin, den Mut, zu solcher Rede?« – »Diese Gaben,« antwortete Justine, »sollten erst recht für sie der Grund dazu sein, die Tugend zu achten und das Unglück zu unterstützen. Ihr seid ihrer unwürdig, wenn Ihr sie nicht so verwendet.« – »Ich will dir sagen, mein liebes Kind, daß diese Denkungsart mir ganz fern liegt; um mit dir so leben zu wollen, müßte ich in deinem Geiste Spuren meiner Neigungen und meines Geschmackes finden, und das ist ja unmöglich. Ich kann dich nur als fremd fühlen und dich nur soweit schätzen, als du mir nützlich bist. Da ich der Stärkere bin, besteht diese Nützlichkeit in der vollständigen Unterwerfung unter meinen Willen. Der Natur der Dinge folgend, büße ich an dir meine Lust und du hast sie zu ertragen. Die Menschlichkeit, von der du sprichst, ist die Philosophie des Schwachen; die Menschlichkeit besteht nicht darin, andern zu helfen, sondern sich, soweit es geht, auf Kosten anderer zu ergötzen; verwechsle daher nie die Zivilisation mit der Menschlichkeit; die eine ist die Tochter der Natur, übe sie daher aus ohne Vorurteil und du tust das Rechte; die andere ist Menschenwerk und daher ein Gemengsel aller Leidenschaften und Interessen. Die Natur gibt uns nur das Nützliche und ihr Gefällige ein; immer, wenn wir ihr folgen und ein Hindernis finden, ist es Menschenwerk. Wozu diese Hindernisse beachten? Das kann nur Furcht und Schwäche uns eingeben, niemals aber die Vernunft, denn diese nimmt alle Hindernisse. Wäre es denn, vernünftig, daß die Natur uns eine Begierde eingibt und zugleich die Möglichkeit schafft, sie durch dieselbe zu verletzen? Nichts ist so außergewöhnlich wie mein Geschmack; ich liebe nicht die Frauen, die Wollust allein ist mein Ziel; sie zu schwängern und die Frucht, die ich gesät, zu vernichten, ist mein Entzücken. Es gibt nichts, was mich in den Augen meiner Mitmenschen schuldiger machen könnte. Ist das ein Grund mich zu bessern? Keines falls! Was scheert mich die Achtung und die Meinung der Menschen, was ist diese Chimäre gegen meine Passionen? Was ich verliere ist ihr Egoismus, was ich gewinne, die höchste Wollust.« – »Die höchste, mein Herr?« – »Gewiß, die süßeste; sie ist umso süßer, je mehr sie sich von der gewöhnlichen Sitte entfernt. Nur in der Zerstörung aller dieser Schranken besteht die höchste Wollust.« – »Aber, mein Herr, das ist ja Verbrechen!« – »Welch leeres Wort, mein Kind, es gibt kein Verbrechen in der Natur; die Menschen glauben daran, denn sie haben alles dazu stempeln müssen, was ihren Frieden stört; deshalb kann ein Mann dem andern Unrecht tun, niemals aber der Natur.« Hier wiederholte Bandole mit verschiedenen Worten Alles, was Rodin über den Kindesmord gesagt; er bewies ihr dabei, daß nichts Schlechtem dabei sei, über die Frucht, die man gepflanzt, zu entscheiden, und daß wir über nichts gegründetere Rechte haben. »Der Wille der Natur ist erfüllt, sobald die Frau schwanger ist; was kümmert es sie, ob die Frucht reif wird oder noch grün gepflückt wird.« – »O, mein Herr, niemals werden Sie eine Sache mit einem beseelten Wesen richtig vergleichen können.« – »Beseelt!« lachte Bandole, »sag mir, meine Liebe, was verstehst du darunter?« – »Die Seele gibt mir eine Ahnung von dem belebenden ewigen Prinzip, sie ist die irdische Ausstrahlung der Gottheit, welche uns ihr nähert und durch welche wir uns von den Tieren unterscheiden.« – Hier brach Bandole ein zweitesmal in Lachen aus. »Höre, mein Kind, ich merke, es verlohnt sich, dich aufzuklären:

Es gibt nichts Lächerlicheres als die Behauptung, die Seele sei etwas anderes wie der Körper. Verführt von dieser ersten Einbildung, glauben manche Leute, daß wir bei der Geburt eingepflanzte Ideen mitbringen. So haben sie denn die Seele als etwas vom Körper verschiedenes hingestellt, dem sie gleichzeitig die Herrschaft über den Körper einräumten; trotzdem sie rein körperlich ist, so behaupteten sie blödsinniger Weise, daß die Ideen Früchte der Gedanken sind, trotzdem sie, aus der Außenwelt stammend, diese erst gebildet haben. Jede Idee hat ihre Ursache und so kompliziert es ist, werden wir sie immer finden. Wenn wir daher die Ideen nur aus dem Materiellen schöpfen, wie können wir glauben, daß die Ursache derselben, unkörperlich ist? Es gibt keine Ideen ohne Sinne, so wie der Blinde keine Vorstellung der Farbe hat. Nein, Justine, in keinem Moment des Lebens handelt die Seele ohne äußeren Impuls; gekettet an die Materie, aus der wir bestehen, folgend unseren, äußeren Eindrücken, fügt sich die Seele, oder besser gesagt, was wir so nennen, inneren körperlichen Ursachen. Wir glauben, diese Seele schiebe, doch sie wird geschoben, vielleicht weil wir das, was sie treibt, für nicht genug mächtig halten, sie in Bewegung zu setzen. Der Irrtum kommt daher, weil wir unseren Körper für tot halten, während er ein empfindsamer Organismus ist, der Alles selbst empfindet und uns selbst das Gefühl des ›Ich‹ durch die aufeinanderfolgenden Eindrücke von außen verschafft; nur unsere Sinne verschaffen uns Kenntnis von der Außenwelt, und die Eindrücke, die diese auf unseren Körper durch unsere Sinne hervorruft, formen unser Gehirn und lassen das, was wir Seele nennen, denken und handeln; unser Verstand kann nur über das urteilen, was er kennt und er kennt nichts anderes als was er durch die Sinne in Erfahrung gebracht. Dies Alles beweist, daß auch die Seele den Gesetzen der Natur, den Gesetzen des Körpers folgt, mit ihm sich ändert und mit ihm zugrunde geht. Schlafend in der Kindheit, kräftig im reifen Alter, vereist beim Greise. Seine Vernunft und sein Wahnsinn, seine Tugend und sein Laster sind Produkte der Außenwelt und ihrer Eindrücke auf den Organismus. Wie konnte man bei diesen Beweisen, daß Seele und Körper ein und dasselbe sind, glauben, daß der eine untergeht, während die andere ewig lebt! die Tölpel, welche die Idee einer von den Naturgesetzen unabhängigen Seele konstruierten, die Gesetze der ewigen Umgestaltung leugneten, folgerten aus diesen falschen Ideen, daß auch das Weltall eine Weltseele haben müßte und nannten sie Gott. Alle die Religionen und lächerlichen Fabeln, die aus ihnen entsanden, leben von dieser ersten Widernatürlichkeit Daher die romantische Idee von Lohn und Strafe nach dem Tod, die widerlichste dieser Ideen. Denn wenn die Seele von Gott stammt, wie kann man sie strafen oder belohnen, da sie ja an den Körper gefesselt und daher nicht frei ist? Nichts ist leichter zu erfassen als die Idee der Vergeltung. Sie hindert den Starken, tröstet den Schwachen. Bedarf es mehr zu ihrer Verbreitung? Ueberall sind die Menschen gleich, überall haben sie dieselben Schwächen und die gleichen Irrtümer. Der Mensch möchte ewig leben, der Wunsch wird zur Hoffnung, die Hoffnung zur Gewißheit, die Gewißheit zum Dogma. Es war leicht zu erraten, daß die Menschen begierig nach diesem Troste greifen würden. Aber die Sehnsucht nach dieser Chimäre beweist nicht ihre Existenz; wir sehnen uns auch vergeblich nach der Unsterblichkeit des Körpers, warum soll es nicht auch so mit der Seele sein; ist doch die Seele nichts anderes als der Inbegriff unserer Sinne, das Leben, die Vereinigung aller Bewegungen des Körpers, so daß mit dem Tode des Körpers alle Sinne, alle Ideen, endlich auch die Seele stirbt. Wodurch will man uns beweisen, daß diese Seele, die ohne Organe nicht wollen, denken, fühlen, handeln kann, die durch diese Organe lebt, Empfindungen der Freude und des Schmerzes, ja selbst nur Lebensbewußtsein haben wird können, wenn diese Organe zerfallen sind. So stirbt und lebt die Seele mit dem Körper, während des Lebens wird sie von den kleinsten Störungen im Körper berührt, und da will man uns einreden, daß die Seele nach der vollständigen Zerstörung leben, denken und fühlen soll? Welche Lächerlichkeit!

Der Mensch gleicht einer Uhr, die, einmal zerbrochen, zu ihrem Gebrauche untauglich ist. Behaupten, daß die Seele nach dem Tode fühlen, denken, sich freuen und leiden sollte, hieße zu glauben, daß eine zerbrochene Uhr weiter die Stunden richtig anzeigen könne. Sei überzeugt mein Kind, daß nach dem Tode deine Augen nicht sehen, werden, deine Ohren nicht hören werden, aus der Tiefe deines Sarges wirst du die Szenen nicht sehen, welche deine Einbildung heute so schwarz sieht, du wirst nicht mehr besorgt sein, was mit deiner Asche geschieht als am Tage deiner Geburt. Sterben heißt aufhören- zu denken, zu fühlen, Freud und Leid zu empfinden. Schaue dem Tod mit Ruhe ins Angesicht und gewöhne dich daran, mit Gleichmut an ihn zu denken.«

»Oh, mein Herr,« sagte Justine, »wie traurig sind Ihre Ideen, sind die, welche ich in meiner Jugend empfangen habe, nicht viel tröstlicher.« – »Die Philosophie, Justine, dient nicht dazu, die Schwachen zu trösten, sie hat nur den Zweck, dem Geiste Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und jegliches Vorurteil auszumerzen. Auch bin ich nicht ein Tröster, sondern nur wahrheitsliebend. Wenn ich dich trösten wollte, Justine, würde ich dir wie allen anderen Frauen meines Serails sagen, daß du frei bist, sobald du mir ein Kind geschenkt; ich sage dir dies aber nicht, weil ich dich nicht betrügen will. Du kennst mein Geheimnis und dies hält dich in ewiger Gefangenschaft; du mußt dich also, meine Liebe, schon in dem; Sarge sehen, von dem ich vorhin sprach, du wirst niemals die Schwelle der Tür wiedersehen durch welche du eingetreten.« – »Gnade, mein Herr!« – »Justine komm, es ist genug gesprochen, ich bin; aufgeregt, ich will vögeln.–« Die Alte wird wieder gerufen, Justine in das Boudoir geführt, man bindet die Unglückliche; auf den Schandpfahl und die Alte zieht sich zurück. »Elende Kreatur,« sagte hierauf der alte Faun mit Roheit, »du siehst, was eine gute Handlung einträgt; immer noch ist die Tugend in die eigene Falle geraten und war das Opfer des Lasters. Du hättest das Kind nur ruhig ertrinken brauchen lassen und ich hätte mich nicht um dich gekümmert.« – »Oh, mein Herr, wie konnte ich so ein Verbrechen begehen lassen?« – »Halts Maul, du Hure, hab ich dir nicht schon bewiesen, daß wir allein zu befehlen haben über das Stück Samen! Wohlan, du Dirne, schenk mir eins und ich werde es vor dir ertränken!« – »Im Namen des Himmels, Herr, habet Gnade; sobald Eure Begierde gestillt sein wird, werdet Ihr mich verachten, mich in Stich lassen, ich werde Euch zu nichts mehr nützen. Und doch kann ich Euch große Dienste erweisen, wenn Ihr mich anderweitig im Hause verwenden wollt.« – »Wozu denn?« sagte Bandole, indem er roh den Busen und die Scham Justines abgriff. »Ein Kerl wie du ist nur dazu da, gevögelt zu werden und dazu will ich dich verwenden. Der einzige Unterschied ist, daß ich dich noch mehr quälen werde wie die anderen denn du bleibst dein ganzes Leben hier!« Und damit macht sich Bandole, genügend erhitzt, an die Arbeit. Aber da er, wie alle Philosophen und Freigeister, Vorbereitungen traf, so schleckte er, da er ein Liebhaber der Fut war, zuerst diese, er biß auf den Kitzler und belustigte sich, die Scham mit den Zähnen zu enthaaren. Diese Vorbereitungen waren von verschiedener Heftigkeit, je frischer und hübscher das Objekt war, und da Bandole selten noch so ein schönes wie Justine unter die Hände bekommen, so zerbiß das Scheusal fast ihre arme, kleine Scheide; auch ihr schöner Popo empfing den Eindruck der Zähne des Wüstlings und endlich will das Scheusal zum letzten entschlossen darauf losgehen, als man ihm meldete, daß eine seiner Frauen nieder kommt. Es war dies so Sitte, den Sultan zu verständigen, der sich dabei sehr merkwürdig betrug. »Ihr hättet wohl einen Augenblick warten können,« sagte er zur Alten, »ich wollte gerade vögeln, doch ihr habt den Befehl, mich immer zu verständigen und Ihr habt gut getan. Binde das Mädel los, sie soll mir folgen; bestimmt euch einst zu ersetzen, soll sie ihren Dienst lernen.« Justine, die Alte und Bandole gingen in die Zelle der Gebärenden. Es war ein Mädchen von neunzehn Jahren, schön wie der Tag; sie lag in den ersten Wehen. Bandole und die Alte packten sie und legten sie auf eine Maschine, welche zwar verschieden von dem Vögelapparat, aber mindestens ebenso unbequem war. Das Opfer lag so auf einem Brett, daß Kopf und Füße tief lagen, nur die Hüften waren erhöht. Auf diese Weise mußte die Niederkunft sehr gefährlich sein und gerade das kitzelte den Wüstling. Kaum lag das arme Mädchen auf seinem Schmerzensbette, als sie laute Schreie auszustoßen begann. »Das wird eine schwere Niederkunft,« sagte Bandole, als er sie betastet, »ich kann dir bei der Gelegenheit meine Geschicklichkeit zeigen.« Um sich noch zu überzeugen, steckte er einen Finger in die Gebärmutter der Leidenden. »Sie wird bestimmt große Schmerzen haben,« sagte er mit Freude, »das Kind kommt mit den Füßen voraus, wir werden schreckliche Mittel anwenden müssen.« Als nach einiger Zeit dieselben Symptome sich wiederholten, sagte er: »Es gibt kein anderes Mittel, die Mutter muß sterben, wenn ich das Kind retten will; und da das letztere mir noch großes Vergnügen bereiten kann, während die erstere mir nichts mehr nützt, wäre ich ein Narr, zu zögern.« So hörte die Unglückliche ihr Todesurteil, denn der rohe Geselle nahm sich keine Mühe, es ihr zu verschweigen. »Mir bleibt nur der Kaiserschnitt übrig.« Er packt seine Instrumente aus und macht sich daran, den Bauch zu öffnen. Er will das Kind ergreifen, es gelingt ihm, aber das Embryo kommt nur in Stücken heraus. »Der Herr hat hier eine glänzende Operation gemacht!« – »Sie ist fehlgegangen,« antwortete Bandole, »und das ist deine Schuld; warum kommst du mich rufen, wenn ich aufgeregt bin. Du weißt, ich kann nichts machen, wenn ich blind bin vor Geilheit; da hast du den Beweis. Das macht aber nichts; geile mich, Justine, und lenke den Strom meines Samens auf die blutigen Reste der Opfer.« – Justine, erschreckt, in Tränen aufgelöst, gehorchte zitternd; nach zwei Angriffen explodierte die Bombe. Es schien, daß der Schweinkerl niemals noch so gut gekitzelt wurde; die Mutter und das Kind sind befleckt von den sprechenden Beweisen seiner Stärke. Hierauf tritt Ruhe ein, er zieht sich zurück. »Man soll das alles begraben und das Mädel an den sicheren Ort bringen; je mehr Geheimnisse sie kennt, desto mehr fürchte ich sie. Ich habe für sie keine Schonung; in den Kerker mit ihr!«

Diese Kerker waren Türmchen, in welchen zwar die Luft sehr gut war, die aber so vergittert waren, daß es unmöglich war, daraus zu entfliehen. Hier begann die empfindsame Justine über ihr Los nachzudenken »O Gott!« rief sie aus, »wodurch habe ich solche Qualen verdient? Weil ich mich dem Verbrechen widersetze?« Sie war ganz niedergeschlagen, kaum atmete sie noch, ganz ging sie in Schmerz auf. So vergingen einige Tage, ohne daß sie außer der Alten, die ihr die Nahrung brachte, jemanden sah. Eines Abends erschien Bandole und sagte ihr: »Mein Kind, übermorgen wird dir die Ehre meines Bettes zuteil. Wie,« setzte er hinzu, als er eine Bewegung des Schreckens bemerkte, »diese Nachricht erfüllt dich nicht mit Freude?« – »Sie erfüllt mich mit Schrecken. Glaubt Ihr denn, die Frauen können Euch lieben?« – »Mich lieben,« antwortete Bandole, »darüber wäre ich verzweifelt. Der Mann, der eine Frau ganz genießen will, darf nie ihr Herz zu gewinnen suchen, denn so wird er ihr Sklave und sehr unglücklich. Eine Frau ist nur dann köstlich zu vögeln, wenn sie uns von ganzem Herzen haßt, und der Mann, welcher alle Freuden der Wollust genießen will, darf nicht versäumen, sich der Frau möglichst verhasst zu machen. Glaubst du, daß die Asiaten, so erfahren in der Wollust, nicht wissen, was sie tun, wenn sie ihre Frauen einsperren? Glaube nicht, daß es die Eifersucht ist; es ist nicht zu denken, daß ein Mann fünf oder sechs Frauen auf einmal lieben und daher eifersüchtig sein kann; er tut es nur, um sie dadurch gegen sich aufzubringen, denn er ist überzeugt, je mehr er die Frau schmäht, je mehr sie ihn hasst, desto größere Wollust wird sie ihm bereiten.« – »Und wo ist das Zartgefühl?« – »Was hat das Zartgefühl mit der Liebe zu tun? Vergrößert es das Vergnügen? Nein, im Gegenteil, es vermindert die Empfindung, indem es dem Manne körperliche Schranken setzt zu Gunsten der Moral; das Zartgefühl ist der Schatten der Liebe, die Wollust der Körper. Alle zartfühlenden Liebhaber vögeln schlecht, sie entschädigen die Frau mit schönen Worten. Ich für meinen Teil, wäre ich eine Frau, ich würde es vorziehen, gequält und gut gevögelt zu werden, als täglich schöne Worte zu hören. Also, Justine, füge dich drein, als Schwache mußt du nachgeben.« Bandole entfernte sich und ließ die arme Justine in der Erwartung der schrecklichen Vergewaltigung zurück. Sie dachte darüber nach, ohne sich zu Bette zu legen, ans Fenster gelehnt. Da plötzlich hört sie Geräusch in dem Gestrüpp, das ihren Turm umgibt. »Oeffne!« ruft man ihr zu, »und habe keine Furcht; wichtige Dinge hat man dir zu sagen.« Justine streckt den Kopf vor und horcht! Auch der Schein einer Hoffnung ist schon köstlich in ihrer schrecklichen Situation. Man wiederholt dieselben Worte, sie erkennt zu ihrer Ueberraschung die Stimme Eisenherz', dieses berühmten Räuberhäuptlings, mit welchem sie zugleich die Conciergerie verlassen. »Unglücklicher,« sagt sie zu ihm, »was suchst du in diesem schrecklichen Hause?« – »Wir kommen eine Frau zu entführen, das ist unser einziger Zweck. Bandole ist ein Kerl wie wir, darum respektieren wir seinen Geschmack und sein Eigentum, aber die Frau, welche uns seine Agenten vor einem Monat entführt, müssen wir haben; sie muß sterben, weil sie uns grausam verraten hat.« – »Habe ich denn nicht dasselbe getan?« sagte Justine, »und werdet Ihr mich nicht auch strafen, wenn ich in Eurer Hand bin?« – »Fürchte es nicht,« sagte Eisenherz, »gib uns die in die Hände, die wir suchen, und wir schwören dir Sicherheit, Schutz und Hilfe zu.« – »O Himmel, Ihr wollt, ich soll Euch eine Unglückliche zum Morde ausliefern?« – »Wenn du uns nicht hilfst, so dringen wir ohne dich ein und du bist unser erstes Opfer.« Da sah Justine ein, daß sie nur auf diese Weise, wenn sie nachgab, allen Gefahren entschlüpfen konnte und vielleicht könnte sie auch für das Weib Gnade erwirken. »Wohlan, ich bin bereit, Euch zu helfen.« – »Hast du einen Strick?« – »Nein.« – »Schneide deine Leintücher auseinander, binde sie zu einem Stricke zusammen und wirf es uns herunter.« Justine folgte. – »Zieh an!« rief man ihr zu. Eine Feile und eine seidene Leiter waren an den Tüchern angebunden und ein Zettel: Zerschneide mit dieser Feile die Gitter, befestige die Leiter und morgen zwischen zwei und drei Uhr in der Früh steige ohne Sorge herab, wir werden da sein. Du wirst uns die Tür des Hauses zeigen und dafür bekommst du die Erlaubnis, unbehindert fortzugehen, volle Verzeihung und eine Belohnung außerdem. Justine wollte noch einige Einwendungen machen, doch sie war schon allein. Ganz entschlossen, zerfeilt sie die Eisenstäbe, befestigt die Leiter und erwartet mit Sehnsucht die Stunde.

Endlich verkündet sie das Schlagen einer Uhr. Justine steigt auf das Fenster und gleitet auf der Leiter herab, leicht und geschickt, wie sie ist, rasch an dem Fuße des Turmes. »Justine, erkenne mich wieder,« sagte Eisenherz zu ihr und umarmte sie, »hier findest du einen Mann, der dich verehrt, und den du so grausam behandelst. Göttliches Weib, wie groß und schön bist du jetzt? Wirst du immer so grausam sein?« – »O, mein Herr, beeilen wir uns, der Tag kommt und wir sind verloren, wenn man uns hier sieht ... Ja, aber wirst du die Türe finden?« – »Gewiß, wenn du mir eines versprichst.« – »Was denn?« – »Das Leben der Unglücklichen, die ihr töten wollt, und meine Freiheit.« – »Deine Freiheit ist dir zugesichert, aber das erste ist unmöglich.« – »O, in welche Verlegenheit bringt Ihr mich, warum bin ich herunter gestiegen!« – »Der Tag kommt, Justine, du selbst hast es vorhin gesagt, keine Minute ist zu verlieren ...« – Justine schritt zitternd voran. – »Hier ist eine Pappel, die mein Zeichen ist,« sagte sie, »und an dieser bin ich vorbei; die Tür muß daher ganz in der Nähe sein.« Eisenherz und seine Genossen fanden sie auch wirklich sehr bald. Sie führten Justine hin. »Ist sie das?« fragten sie. – »Eine kleine, grüne Tür, ja, das ist sie.« – »O, meine Herren, laßt mich jetzt fort.« – »Das muß leider sein; wir halten dir unser Wort, hier sind zehn Louis, umarme mich, teures Mädchen.« Ich sollte deine Gunst verlangen, nach der ich mich so lange gesehnt und ich könnte dich strafen für ein Verbrechen gegen die Truppe; aber dieser Fehler beruht auf deiner Tugend und ist daher geringer als der, den wir an jener Person rächen wollen, denn sie hat es aus Interesse getan. »Wenn wir auch Räuber sind, so machen wir auch Unterschied. Adieu, Justine, trachte glücklicher zu werden, als du bisher warst, und betrachte Eisenherz und seine Genossen stets als deine Freunde.«

»Wie wunderbar sind doch die Wege dies Himmels,« sagte Justine, sich entfernend. »Ich will ein Kind von einem Ungeheuer retten, doch ich selbst werde von ihm eingekerkert und er will mich notzüchten. Ich liefere eine meiner Genossinnen der Wut dieser Menschenfresser aus, und dieser Verrat, diese scheußliche Handlung, die ich mein ganzes Leben bereuen werde, verschafft mir Freiheit und Geld und endet meine Sorgen ... Göttliche Gerechtigkeit, sprich verständlicher mit mir oder ich beginne an dir zu zweifeln.« Die Unglückliche entfernt sich. Der Tag bricht an, sie sieht den schwarzen Teich wieder und kommt zu dem Wirtshaus, wo sie drei Monate früher übernachten wollte. Sie frühstückt dort und nimmt die Straße nach Auxerre wieder auf. Es war der siebente August und sie war entschlossen, die Dauphiné aufzusuchen, wo ihre Phantasie den Frieden zu finden hoffte.

Sie hatte ein Stück Weges zurückgelegt, die Hitze begann sie zu belästigen und sie bestieg eine kleine Anhöhe, um sich in dem Walde dort zu einem erquickenden Schlaf niederzulegen; es ist billiger als in einem Wirtshaus und sicherer als auf einer großen Straße. Sie läßt sich am Fuße einer Eiche nieder und nach einem kärglichen Mahle schläft sie ein. Als die Unglückliche nach einem ruhigen Schlummer erwachte, betrachtete sie mit Vergnügen die schöne Umgebung. Aus der Mitte des Waldes, der zur Rechten sich ausdehnte, glaubte sie einen Kirchtum ins Blaue ragen zu sehen. Süße Einsamkeit, du bist sicherlich die Heimstätte einiger frommer, tugendhafter Einsiedler, welche nur Gott und ihrer Pflicht leben. Sicher wohnen alle Tugenden dort und wenn die Schamlosigkeit der Menschen sie von der ganzen Erde vertreibt, so blühen sie sicher in dieser Einsamkeit und in der Mitte dieser glücklichen Menschen, die dort leben, aufs neue auf. Dieser Blick begeisterte Justine umso mehr, als die Frömmigkeit sie nie verlassen hatte. Sie verachtete die Philosophie und ihre falschen Sophismen, sie hielt sie für Auswüchse der Unzucht und widerstrebte ihnen mit ihrem ganzen Herzen und ihrer ganzen Seele und fand immer die Antwort, die sie für richtig hielt. So oft ihr Unglück sie verhinderte, die Pflichten ihrer Religion auszuüben, so holte sie dies immer wieder mit dem größten Eifer ein. Mit diesen Gedanken beschäftigt, fragt sie ein junges Mädchen von sechzehn bis siebzehn Jahren, welches Lämmer hütet, ob dies ein Kloster sei. »Es ist eine Benediktinerabtei,« antwortet die Hirtin, »bewohnt von sechs Mönchen von berühmter Frömmigkeit und Sittenstrenge«. Einmal im Jahr wallfahret Alles zu der wundertätigen Jungfrau und erlangt dort die Erfüllung seiner Wünsche. »Gehen Sie hin, Fräulein, sie werden nicht zurückkommen, ohne sich besser zu fühlen.« Eigentümlich bewegt durch diese Antwort, empfindet Justine den heiligen Wunsch, zu Füßen der gnadenreichen Mutter Hilfe zu erflehen. »Ich werde sie sehen!« ruft sie hierauf. »Ich werde sie anflehen, sie, die das höchste Wesen gewürdigt hat, einen Gott zu gebären. Schnell hin zu ihr, jede Zögerung ist eine Sünde.« Justine will, daß die Hirtin sie begleitet, sie bittet sie darum, ja, sie bietet ihr Geld an. Umsonst. Das Mädchen sagt, sie könne keinen Augenblick abkommen. »Wohlan,« sagt Justine, »so zeige mir wenigstens den Weg.« Die Hirtin beschreibt ihn und versichert ihr, daß sie genügend Zeit habe, um noch früh am Tage hinzukommen; die Hirtin sagt ihr, daß der Abt der ehrwürdigste und heiligste Mann, sie sehr gut empfangen und ihr alle nötige Hilfe gewähren werde. Er heißt Severino, ist ein Italiener und der nächste Verwandte des Papstes.

Er ist milde, ehrbar und hilfreich. Nach diesen Erkundigungen machte sich Justine auf den Weg nach dem heiligen Asyl, wo ihr süßer Trost winkt. Kaum war sie von der Anhöhe herabgestiegen, als sie den Glockenturm sieht. Nachdem sie durch den Wald geht und keinen Führer mehr hat, glaubt sie, daß die Entfernung zu groß ist, aber nichts kann sie entmutigen. Sie setzt ihren Weg in der besten Hoffnung fort, noch vor Anbruch der Nacht einzutreffen. Keine menschliche Spur sichtbar, der Weg mit Gebüsch übersät, scheint nur wilden Tieren zu dienen. Sie hat schon einen großen Weg zurückgelegt, die Sonne war schon untergegangen, als sie endlich eine Glocke klingen hört. Da belebt sich ihre Hoffnung, sie eilt gegen das Geräusch zu und endlich, nachdem sie noch durch eine enge Schlucht hindurch ist, steht sie vor dem Kloster der heiligen Marie vom Walde. Wenn Justine schon das Schloß von Bandole in Schrecken setzte, umso wilder erschien ihr die Umgebung der Abtei. Sie lag in einen breiten, tiefen Tal, von alten Eichen verdeckt, den Blicken der Menschen entzogen. An dem Tore der Kirche läutet sie an. Ein alter Bruder erscheint. »Was willst du?« fragt er sie rauh. – »Kann man nicht den Abt sprechen?« – »Was hast du ihm zu sagen?« – »Eine heilige Pflicht führt mich her; kann ich sie erfüllen? Ich werde mich von allen Mühsalen, die ich ausgestanden habe, um hieher zu kommen, erholen, wenn ich mich zu Füßen des wundertätigen Jungfrauenbildes werfen kann.« Der Bruder entfernt sich und kommt erst nach einer halben Stunde, begleitet von einem zweiten, zurück, denn die Brüder sind beim Nachtmahl. Er stellt seinen Begleiter als Oekonomen Don Clement vor; derselbe kommt, um sich zu erkundigen, ob es der Mühe wert ist, den Abt zu belästigen. Clement, dessen Name mit seinem Aussehen nicht übereinstimmte, war ein Mann von siebenundvierzig Jahren, von gigantischer Figur, mit schwarzem Haar und Bart, finsterem, falschen Aussehen. Er sprach mit rauher Stimme harte Worte: der richtige Satyr. »Was willst du? Ist es jetzt Zeit, zur Kirche zu kommen? Du siehst wie eine richtige Abenteuerin aus; deine Kleidung, deine Verstörtheit und die Zeit, um welche du kommst, verkünden nichts Gutes. Also, was willst du?«

»Heiliger Mann,« antwortet Justine, »die Unordnung meiner Kleidung rührt von dem langen Wege und von der Ermüdung her. Was die Zeit anbelangt, so glaubte ich das Haus Gottes immer offen. Ich komme von sehr weit, voller Inbrunst und Verehrung. Ich möchte beichten, und wenn du mein Inneres kennen wirst, so wirst du urteilen, ob ich würdig bin, mich zu Füßen der heiligen Jungfrau zu werfen.« – »Aber jetzt ist nicht Zeit zur Beichte,« antwortet der Mönch milder, »das kannst du erst in der Früh, und wo wirst du schlafen? Bei uns gibt es kein Hospiz.« Mit diesen Worten verläßt Clement das Mädchen, um, wie er sagt, dem Abt Bericht zu erstatten. Einige Zeit nachher öffnet sich die Kirche, der Abt selbst – Don Severino – nähert sich ihr und ladet Justine ein, einzutreten. Sobald dies geschehen, verriegeln sich die Türen von selbst. Don Severino war ein Mann von fünfundfünfzig Jahren, hübsch, frisch, kräftig gewachsen, ausgestattet wie ein Herkules, dabei zeigten alle Formen eine gewisse Eleganz und Weichheit, welche bewiesen, daß er in seiner Jugend ein schöner Mann gewesen war. Er hatte heute noch schöne Augen, edle Züge und den ehrbarsten und daher auch verführerischesten Tonfall. Seine Nationalität klang nur etwas durch und machte die Sprache noch angenehmer. Justine wurde durch sein Aussehen über den Schreck beruhigt, den ihr der erste Mönch eingejagt hatte. »Meine liebe Tochter,« sagte Severin zart, »wenn auch die Sunde ungewohnt ist, so will ich doch deine Beichte anhören und dann werden wir sehen, ein Mittel zu finden dich ehrbar in der Nacht unterzubringen, damit du in der Früh das Heiligenbild begrüßen kannst, welches dich hieher lockte.« Durch den Chor der Kirche kam ein junger Mann von fünfzehn Jahren, schön wie der Tag, aber so schamlos gekleidet, daß Justine stutzig geworden wäre, wenn sie es bemerkt hätte. Aber ganz versunken in Selbstbetrachtung und in die Prüfung ihres Geistes, bemerkte sie nichts. Der Jüngling zündet die Kerzen an und geht dann in denselben Beichtstuhl, welchen der Abt einnehmen sollte. Justine kniet auf der anderen Seite. Diese Stellung verhindert sie, zu bemerken, was im Beichtstuhl geschieht. Voll Vertrauen entrollt sie ihr Sündenregister, währenddem der Abt den Knaben streichelt, filzt und ihm sein Glied in die Hand gibt, welches der Ganymed streichelt, bettelt, küßt und schleckt. Alles auf Befehl des Mönches, welcher ihm zu der Beichte Justinens die entsprechende Tätigkeit anweist. Unsere Fromme beichtet ihre Fehler mit einer solchen Aufrichtigkeit und Wärme daß sie rasch die Phantasie des Wüstlings, der ihr zuhört, entflammt. Alles teilt sie ihm mit, auch das Schandmal, welches ihr Rombeau eingepreßt. Der Mönch hört mit der größten Aufmerksamkeit zu, er läßt sogar Justine einzelne Szenen wiederholen, denen er mit der Miene der Frömmigkeit zuhört, während einzig und allein die Lüsternheit und die Zügellosigkeit ihn leitet. Dennoch hätte Justine, wenn sie weniger blind gewesen wäre, an den Bewegungen des frommen Vaters, an den Stoßseufzern, an dem Lärm, welchen er machte, als er den Jüngling niederdrückte, um ihn zu puserieren, sicher den Betrug erkannt. Aber die Unglückliche merkte nichts. Severino verbreitete sich während des Vögelns in Einzelheiten und Justine antwortete ihm voller Unschuld. Er ging in seiner Kühnheit so weit, sie zu fragen, ob die Männer, mit denen sie zu tun gehabt, sie wirklich niemals gevögelt hätten und wie oft sie in den Arsch gefickt worden, wäre. Ob die Schwänze dick gewesen wären und ob sie im Arsche entladen hätten? Diesen schamlosen Fragen antwortete Justine naiv, daß dieses letztere Verbrechen nur drei- oder viermal an ihr begangen worden sei. »Wirklich, meine Liebe?« fragte Severino, trunken vor Wollust, indem er den schönen Arsch des Knaben weiter bearbeitete. »Ich frage dich dies, weil du mir einen wunderschönen Arsch zu haben scheinst und die Wüstlinge dadurch sehr, angezogen werden. Man muß darauf achtgeben,« sagte er stotternd, »ein schöner Arsch ist der Apfel der Eva. Es ist die Bahn des Verderbens. Du siehst, daß die, welche sie mit dir betraten, zu den verworfensten Menschen gehören. Durch dieses Verbrechen ging Sodom und Gomorrha unter, die Strafe des Feuertodes steht überall darauf. Es gibt nichts, was die ewige Gerechtigkeit mehr erzürnen und wovor sich ein braves Mädchen mehr hüten muß. Und sage mir, hast du keine wollüstigen Empfindungen dabei gehabt?« – »Das erstemal, wie wäre es möglich gewesen, mein Vater, ich war doch ohnmächtig, und die andernmale konnte ich doch nur Haß und Abscheu empfinden.«

Der Mönch, seinen Lustknaben immer weiter bearbeitend, stellte dann folgende Fragen: Ob sie wirklich als Waise in Paris geboren, ob sie sicherlich weder Eltern noch Freunde, noch irgend jemanden hätte, dem sie schreiben könne. Ob sie der Hirtin gesagt hatte, weshalb sie käme und ob sie verabredet hätte, sie wieder aufzusuchen, ob sie sich nicht fürchte, verfolgt zu werden und ob sie jemand ins Kloster hätte eintreten gesehen. Dann erkundigte sich Severino über das Alter und das Aussehen der Hirtin und machte Justine Vorwürfe, daß sie sie nicht mitgebracht. »Du hättest,« sagte er ihr, »deine gute Tat verdoppelt, wenn du eine Gefährtin mitgebracht hättest; sie wäre so gut aufgenommen worden, wie du.« Nach diesen frommen Gesprächen hörte der Mönch zu vögeln auf und zog seinen Schwanz voll Begierde heraus. »Mein Kind,« sagte er zu Justine, »jetzt mußt du die Strafe empfangen für deine Sünden, und dazu mußt du dich ganz erniedrigen; gehen wir in das Heiligtum, die Kerzen werden vor das Bild der wundertätigen Jungfrau gebracht werden, ich werde sie vor dir enthüllen und du wirst ihr nachahmen und wirst auch alle Hüllen abwerfen. Dieser Zustand der Nacktheit vor anderen Menschen ist sonst nur ein Verbrechen, in deiner Lage aber nur ein Mittel zum Zweck.« Der Knabe kommt halb entkleidet aus dem Beichtstuhl, nimmt die Kerzen, stellt sie auf den Altar und enthüllt das Bild Justine, ganz in ihrer Einbildung und ihrer Frömmigkeit lebend, hört und sieht nichts und wirft sich auf die Knie. Aber Severino sagt zu ihr mit Härte: »Nein, nein, das darfst du nur nackt tun, hier muß man sich ganz erniedrigen.« – »Verzeihe, lieber Vater,« und in einem Augenblick bietet Justine ihre nackte Schönheit den Blicken des geilen Bockes. Kaum hat er diesen schönen Körper gesehen, als er vor Begierde wiehert; er dreht und wandet ihn nach allen Seiten, und unter dem Vorwande, das Schandmal zu sehen, beguckt der Spitzbub die entzückenden Formen und reizenden Arschbacken Justinen. »Knie nieder,« sagte er, »und bete jetzt, aber kümmere dich um gar nichts, was während deines Gebetes vorgeht Bedenke, meine Tochter, daß. wenn ich bemerke, daß dein Geist nicht ganz im Gebete versunken ist, daß er noch an andere weltliche Dinge denkt, die Strafen für diese neue Sünde noch schrecklicher sein würden.« Von diesem Moment. an folgte der Schweinkerl nur mehr seiner Leidenschaft. Der Zustand Justinens befreit ihn von jeder Vorsicht, er stellt sich mit seinem Lustknaben hinter sie, und währenddem dieser ihn geilt, läßt er seine Hände, von Zeit zu Zeit blutige Spuren seiner Fingernägel zurücklassend, über die herrlichen Hüften gleiten. Justine erduldet unbeweglich alles in der festen Ueberzeugung, es führe sie dies zum ewigen Heile; kein Seufzer, keine Bewegung. Sie war so in ihre Andacht vertieft, daß ihr Henker sie hätte zerfleischen können, ohne daß sie gewagt hätte, zu klagen. Ermutigt durch diese ruhige Haltung der Büßenden wird der Mönch unternehmender Er schlägt mit aller Gewalt auf die schönen Arschbacken dieses Engels, daß die Kirche davon erdröhnt und die Hüften des schwachen Opfers zusammenknicken. Dann tritt er vor sie hin und läßt ein den Himmel bedrohendes Werkzeug sehen, welches genügen würde, die Binde des Aberglaubens zu zerreißen. Er betastet den Busen, küßt sie, und immer mutiger werdend, wagt er es, seine Lippen auf die reinen, unbefleckten des Mädchens zu drücken. Da erst verschwand ihre Andacht, sie wollte sich ihm entziehen. »Ruhig,« sagte kalt der aufgeregte Mönch, »habe ich dir nicht gesagt, daß dein Heil von deiner Hingabe abhängt, und was Beschmutzung bei anderen Männern, bei uns nur Keuschheit und Frömmigkeit ist.« Und indem er mit einer Hand den Kopf des Opfers hält, steckt er ihr seine Zunge in den Mund, daß sie kaum fühlt, wie das Glied des Mönches ihre Scham besudelt. Aber der Italiener, fast erschreckt über die Abtrünnigkeit von seiner Lieblingspassion, stellt sich wieder nach rückwärts und drückt die heißesten Küsse auf die von seinen Mißhandlungen noch roten Arschbacken, und indem er sie auseinanderspreizt, bohrt er seine Zunge in das kleine Loch und berauscht sich an dieser Leidenschaft, immer begeilt von seinem Lustknaben, der ihn von Anbeginn an nicht verlassen, und der ihn, fast zur Entladung bringt, bis der Abt, da es ihm nicht gestattet ist, ohne seine Brüder weiterzugehen, Justinen befiehlt, aufzustehen und ihm zu folgen, die übrigen Strafen erhielte sie im Innern des Klosters. »Muß ich nackt bleiben?« fragt Justine ein wenig besorgt. – »Gewiß,« antwortete der Abt, »ist denn mehr Gefahr, im Hause nackt zu sein, als in der Kirche? Nachdem deine Strafe hier nicht beendigt werden kann, mußt du mir dorthin folgen. wo dies geschieht.« – »Ich folge dir, mein Vater.« Der junge Mann löscht die Kerzen aus und nimmt die Kleider mit. Er folgt Justinen, die hinter Severino geht, der mit einer kleinen Kerze leuchtet. So kommen sie in die Sakristei, durch einen wunderbaren Mechanismus öffnet sich eine in der Vertäfelung befindliche Tür, ein dunkler, schwarzer Gang zeigt sich und sobald sie ihn betreten, schließt sich die Tür. »Oh, mein Vater,« sagt Justine ganz zitternd, »wohin führt Ihr mich?« – »An einen sicheren Ort, von wo du wahrscheinlich nicht bald zurückkommen wirst.« – »Großer Gott,« sagt Justine und will zurückgehen ... – »Vorwärts, vorwärts,« sagt der Abt und stößt sie vor sich her, »es gibt kein Zurück mehr, und wenn du auch an dem Orte, wohin ich dich führe, nicht viel Vergnügen finden wirst, so wirst du wenigstens lernen, unserem Vergnügen zu dienen.« Diese schrecklichen Worte machen Justine erzittern, ihre erschreckte Phantasie malt ihr den Tod vor Augen, kalter Schweiß bedeckt sie, ihre Knie wanken, sie ist nahe daran, zu stürzen. »Elender Bankert,« sagt der Mönch und gibt ihr einen kräftigen Stoß in die Rippen, »vorwärts, keine Klagen, keinen Widerstand, alles ist umsonst.« Diese grausamen Worte bringen die Unglückliche zum Bewußtsein. »Gerechter Himmel,« ruft sie aus, »bin ich denn immer das Opfer meines Vertrauens und wird die fromme Begier, mich Gott zu nähern, wie ein Verbrechen gestraft?« – Der Marsch setzt sich fort; in der Mitte des Ganges löscht der Mönch das Licht aus und von dem Moment an spart er, die Angst Justinens bemerkend, weder Worte noch Taten. Stoßend und schlagend bringt er sie vorwärts. »Vorwärts, lauf du Hure, soll ich dich vielleicht von hinten in die Arbeit nehmen und dich auf der Spitze meines Schwanzes forttragen?« Hiebei läßt er sie die Spitze dieses Instrumentes fühlen. Plötzlich stößt Justine, welche nur mit den Händen forttappt, den Kopf gegen ein Eisengitter, dessen eiserne Spitzen ihr die rechte Hand zerreissen. Sie stößt einen Schrei aus, darauf öffnet sich die Tür. »Gib acht,« sagt der Mönch, »halte dich ans Geländer; du gehst über eine Brücke, ein Fehltritt und du liegst in einem Abgrund, von wo du nie mehr heraufkommst.« Dann kommt eine Stiege an die Reihe und dann eine Leiter, über welche sie hinaufsteigen muß; dabei befindet sich die Nase des Mönches am Arschloch Justinens; dieser benützt das, um zu küssen und zu beissen, wo er hintrifft. Sie kommen an eine Falltür, »Stoße sie mit dem Kopfe auf,« befiehlt der Abt. Lichtschein trifft das Auge Justinens, sie wird emporgezogen, Gelächter empfängt sie. Sie befindet sich mit ihrem Führer in einem reizenden Saale, in welchem fünf Mönche zu Tische sitzen; zehn Mädchen und fünf Knaben, alle fast entkleidet, von sechs nackten Frauen bedient. Dieser Anblick macht Justine erbeben, sie will fliehen, sie hat aber keine Zeit mehr, die Falltüre ist geschlossen. »Meine Freunde,« sagt Severino beim Eintritt, »gestattet, daß ich Euch ein Wundertier zeige; diese Lucretia trägt das Brandmal des Verbrechens auf der Schulter und im Herzen die Unschuld der Jungfrau, übrigens, wie Ihr seht, ein tadelloses Geschöpf. Betrachtet die Figur, den Teint, die Büste, die herrlichen Arschbacken und Hüften, kurzum das ganze entzückende Wesen. Ich hoffe, daß Ihr mir eingestehen werdet, daß wenige in unserem Serail so viel Schönheit vereinigen.« – »Verfluchter Gott,« sagte Clement, »ich habe sie nur angezogen gesehen, aber bei allen Teufeln des Gottes, auf den ich scheisse, für so schön habe ich sie nicht gehalten!« Man läßt Justine in einen Winkel setzen, ohne sie zu fragen, ob sie irgend etwas braucht, und das Souper setzt sich fort. – Hier müssen wir unsere Erzählung unterbrechen und dem Leser eine Beschreibung der Personen geben, damit er das nötige Interesse an ihnen nimmt.

Man kennt Severino, er vereinigte die Begierden aller Liebhaber des Arsches. Nie hatte er ein anderes Vergnügen gekostet, obwohl die Natur ihn so begabt, daß sie ihm, der nur die Engpässe liebte, ein Werkzeug gegeben, womit er die breitesten Straßen hätte befahren können. Was Clement anbelangt, so muß man zu diesen äußeren Eigenschaften seine Wildheit, Tücke, Zynismus, Gottlosigkeit und Verderbtheit hinzufügen, dann hat man ein Bild dieses Wüstlings. Seine Neigungen entsprachen seinem barbarischen Aeußern; verbraucht, wie er war, konnte er nicht mehr vögeln; ein Liebhaber des Arsches, konnte er seiner Gottheit nur mehr die Opfer bringen, die seinem wilden Geiste entsprangen. Schlagen, peitschen, brennen, kurz alle Martern liebte er, den Frauen angedeihen zu lassen, aber auch von ihnen zu empfangen. Diese Vergnügungen waren so ermüdend, daß seine Opfer meistens zerfleischt aus seinen Händen kamen, manche auch todt. Es gab kein Opfer im Hause, das nicht alle Strafen der Befriedigung dieses Scheusales vorgezogen hätte. Am beklagenswertesten waren die, welche dazu gehalten wurden, ihn, während er die anderem quälte, zu geilen, bis sie ihm zwei bis drei Tropfen Samen herauspreßten; er rächte sich furchtbar für diese Gewalttat, die man ihm nach seiner Behauptung zufügte. Antonius, der dritte Teilnehmer an diesen Orgien, war ein kleiner, magerer Mann von vierzig Jahren, ebenso gefährlich gebaut wie Severino und ebenso bösartig wie Clement. Er verehrte die Leidenschaften seiner Brüder, aber auf andere Weise. Er quälte und tyrannisierte die Frauen nicht wie Clement, weil er nichts anderes konnte, sondern um seine Wollust zu vermehren; der eine war ein Henker aus Geschmack, der andere aus Raffinement. Dazu hatte er noch einige Spezialeigenschaften; er liebte es, die Frauen im Arsch zu ficken, sich in den Mund pischen zu lassen und andere solch. Schweinereien, die der Leser noch kennen lernen wird. Ambrosius war zweiundvierzig Jahre alt, er war ein kleiner, untersetzter Mann, sehr dick, seinen Schwanz konnte man kaum bemerken. Er liebte nur die kleinen Knaben und an den Mädchen was sie diesem Geschlechte verwandt macht. Seine Hauptleidenschaft war, sich zuerst bis aufs Blut peitschen zu lassen, dann ließ er sich in den Mund scheißen und fraß den Dreck, währendem er den Arsch fickte, der ihm diesen Genuß verschaffte.Selbst die Grazien hätten bei ihm keinen Erfolg gehabt, ohne diese Mittel; so wahr ist es, daß die wirkliche Wollust nur in der Einbildung lebt und daß sie genährt wird von den Ausgeburten des Geistes. Silvester vögelte ganz gewöhnlich, nur fügte er einige Nuancen hinzu. Erstens mußte die Frau während des Aktes scheissen, zweitens mußte sie, was sie sehr ermüdete, während es ihm kam, laute Schreie ausstoßen, währendem er die Arme abohrfeigte und ihr außerdem noch das Gesicht mit ihrem eigenen Kote einschmierte. Silvester war fünfzig Jahre alt und häßlich, aber klug und bösartig wie seine Brüder. Diese Eigenschaft besaßen sie alle und betrachteten sie als die wichtigste Grundlage ihrer unzüchtigen Vereinigung. Jerome, der Aelteste von ihnen, war trotz seiner sechzig Jahre der ausschweifendste von allen. Alle Leidenschaften, alle Verirrungen vereinten sich in der Seele dieses Mönches, alle Genüsse der Venus, alle Geschlechter waren ihm gleich. Aber da seine Kräfte zu schwinden begannen, so zog er es seit einigen Jahren vor, seinen Opfern die Erweckung seiner Sinne zu überlassen und ebenso die Ejakulation. Der Mund war sein Lieblingstempel und währenddem er sich schlecken ließ, mußte man ihn mit aller Kraft auspeitschen. Alles übrige wird der Leser im folgenden kennen lernen. Jerome war ebenso böswillig, blutgierig und Verehrer alles Widernatürlichen wie seine Brüder.

Welche Gestalt immer das Laster annehmen mochte, es konnte sicher sein, in dieser Teufelswohnung Verehrung und Jünger zu finden. Reiche Geldsummen dienten zur Erhaltung dieser schamlosem Residenz, die seit vielen Jahren bestand und immer von den reichsten, angesehensten und vornehmsten Benediktinern bewohnt wurde, deren Unzucht hinreichte, um in diese Gemeinschaft aufgenommen zu werden.. Jetzt setzen wir unsere Beschreibung fort. Justine erholt sich, die Mönche nachtmahlen, wir können daher unsere Beschreibung durch einige Blicke, die wir in diese furchtbare Behausung des Lasters und des Verbrechens werfen, ergänzen. In dem Hause waren zwei Serails, achtzehn Knaben und dreißig Mädchen, so daß jeder der Mönche fünf Mädchen und drei Knaben für sich hatte. An der Spitze des Ganzen stand eine Frau, Viktorine genannt. Ihre Eigenschaften und ihre Beschäftigung verdienen, sie in einem späteren Kapitel besonders zu beschreiben. In jedem Serail war ein großer Saal, in der Mitte dieses Saales stand der Mittagstisch, um den Saal herum waren die einzelnen Zellen. Jedes Subjekt schlief für sich und seine Zelle bestand aus zwei Räumen. In dem einen stand ihr Bett, in dem andern ihr Bidet und ihr Leibstuhl. Die achtzehn Knaben waren in drei Klassen zu je sechs eingestellt. Die ersten zwei Klassen wurden Schandknaben genannt, von sieben bis zwölf Jahren; sie trugen graue Kinderkleidung oder purpurrote Chitone. Die dritte Klasse bestand aus sechs neunzehn- bis fünfundzwanzigjährigen Knaben, Arbeiter genannt. Sie waren nach europäischer Art gekleidet, in goldkäferfarbigen Fracks. Die fünf Mädchenklassen teilten sich folgendermaßen ein: die erste hieß die Jungfrauenklasse, obwohl keine einzige darunter war. Sie bestand aus sechs Mädchen von sechs bis zwölf Jahren, welche weiße Kittel trugen. Die zweite von zwölf bis achtzehn Jahren hieß Vestalinnenklasse und die Mädchen waren wie Novizen gekleidet. Die dritte bestand aus sechs Schönheiten von achtzehn Jahren, welche Sodomiten genannt wurden, wegen der Schönheit ihrer Aersche. Sie trugen griechisches Kostüm. Die vierte bestand aus sechs prachtvollen Weibern von fünfundzwanzig bis dreißig Jahren, welche ausschließlich ihrer Aersche wegen gehalten wurden. Sie trugen türkisches Kostüm. Sechs alte Weiber dienten als Tugendwächterinnen in spanischer Kleidung. Wir werden bei der Aufnahme Justinens diese Einzelheiten noch vervollständigen können; jetzt kehren wir zu unserer Erzählung zurück. An der Abendmahlzeit nahmen zwölf Mädchen teil, aus den verschiedensten Altersklassen; sechs davon bedienten. Hievon war die eine kaum zehn Jahre alt, sehr zart und bleich, bekümmert und zitternd, schon im Begriff zu verwelken. Die zweite war fünfzehn Jahre alt, ebenso niedergedrückt in der Haltung, aber ein entzückendes Gesichtchen, wenig Brust, aber einen runden und schön geschnittenen Popo. Die dritte war zwanzig Jahre alt, zum Malen schön, herrliche blonde Haare, zarte Züge, eine herrliche Brust und ebensolche Hüften. Die vierte war fünfundzwanzig Jahre alt; sie war eine Frau, in deren Haltung Ehrbarkeit und Tugend sich vereinigte, mit Hüften und einem Arsch, der als Modell dienen konnte. Die fünfte war ein Mädchen von dreißig Jahren, schwanger im siebenten Monate, mit leidenden Zügen, die schönen Augen verständnisvoll, mit dem Angesicht einer Jungfrau. Die sechste war zweiunddreißig Jahre alt, ein schönes schamloses Weib, mit ziemlich viel Haaren, selbst am Arschloch. An dem Tische saßen noch zwölf eingeladene Mädchen und sechs Knaben. Einen von diesen kennen wir schon, ein anderer saß zwischen Ambrosius und Jerome, welche ihn abwechselnd küssten und geilten; der zweite und dritte waren dreizehn und sechzehn Jahre alt, während der fünfte und sechste schon zu den Arbeitern gehörte, zwischen zweiundzwanzig und fünfundzwanzig Jahren. Beide waren groß und schön gewachsen und hatten ganz gewaltige Schwänze.

Von den Eingeladenen oder besser gesagt befohlenen Mädchen gehörte das eine zur Klasse der Jungfrauen; es war nur eine kleine Rose, verwelkt, bevor sie aufgeblüht; vielleicht wäre sie schön geworden, aber durch ihre Unzucht verdorben, was konnte man von ihr erhoffen? Die zweite war kaum zwanzig Jahre alt, sehr schön, seit zwei Jahren nicht mehr Jungfrau, von keiner Seite aus, und dies war das Werk Jeromes. Die dritte, vierte und fünfte waren Schwestern, dreizehn, vierzehn, und fünfzehn Jahre alt, man nannte sie die drei Grazien. Sie waren alle drei entzückend, die gleichen blauen, träumerischen Augen, dieselben blonden Haare, der gleiche Schnitt der Hüften, und wenn auch die Jüngste noch nicht entwickelt war, so lehrte doch ein Vergleich mit den Schwestern, daß sie ein Meisterstück der Natur werden würde. Die sechste galt als der schönste Arsch des Serails. Die siebente war etwas stärker und hatte die Brust einer Venus. Die achte war fünfundzwanzig Jahre alt, schwanger im achten Monat, besaß sehr schöne Augen und herrliches Haar, hatte aber ein gedrücktes Ansehen. Die neunte war ein Mädchen von dreißig Jahren, groß wie ein Turm, schöne Gesichtszüge, aber zu kolossale Formen. Sie war, so wie die dienenden Mädchen, ganz nackt und man konnte mit Leichtigkeit bemerken, daß kein Teil ihres Körpers von der Grausamkeit der Scheusale, denen sie diente, verschont geblieben war. Die zehnte war eine Frau von vierzig Jahren, verbraucht, runzlig, aber noch schön. Ihr verwelktes Arschloch stank von der Unzucht, sie war, wie die Hälfte der Mönche, besoffen, als Justine eintrat.

»Ich glaube,« sagte Silvester, »wir sollten dieses schöne Mädchen mehr feiern, sie nicht in ihrer Ecke sich langweilen lassen, mindestens ihr aber die Ehren der Neuangekommenen erweisen.« – »Ich hätte Euch dieses schon längst vorgeschlagen.« sagte Severino, »wenn ich Euch nicht in Eure schmutzigen Lüste so vertieft gesehen hätte. Trotzdem finde ich, daß ihr meinen schönen Fund wenig Beachtung geschenkt habt.« – »Dies bewirkt allein die Sättigung,« sagte Ambrosius, »dahin führt uns der Ueberfluß.« – »Ich kann von diesem Ueberfluß nichts bemerken,« sagte Jerome, »ich bin der ganzen Umgebung satt; nicht ein Viertel dessen ist vorhanden, was ich für meine Wollust gebrauche.« – »Er hat wirklich recht,« sagte Clement, näherte sich Justine, und indem er sie beim Hals faßte, steckte er in ihren Rosenmund die scheußliche aller Zungen. – »Ja, bei der Fut hat er Recht,« sagte Antonius und begrüßte unsere Heldin auf die gleiche Weise. Während die Zwei sich so belustigten, stichelt Jerome, vor ihrem Arsche knieend, das rosige Arschloch des Mädchens mit seiner Zunge. Das gleiche tut Silvester mit ihrem Kitzler, wobei er den Schwanz des Severino beutelt, der ihm zufällig in die Hände gekommen ist; in weniger als fünf Minuten war unser armes Kind so eingeschlossen, daß es ihm unmöglich war, sich zu wehren. Es stand da wie eine Lilie in der Mitte eines Schwarmes von Hornissen, welche von allen Seiten den süßen Saft der Blume saugen und rauben. Justine tut ihr möglichstes, um sich vor der Schamlosigkeit, die sie empört, zu schützen, doch man gibt ihr zu erkennen, daß alles dies nur unnütze Ziererei sei, und daß es besser sei, die Folgsamkeit ihrer Schicksalsgenossinnen nachzuahmen.

Severino verlangt einen Augenblick Stille und beginnt: »Stellt Euch um mich auf und die Neuangekommene höre kniend in Verehrung auf meine Worte. Sklave unserer Fantasie, welches das Schicksal in unser Hand gegeben, liest du nicht in diesem Urteil deine Zukunft? Nichts ist Zufall, alles ist Naturgesetz, und durch dieses kamst du in unsere Hand; trage daher dein Los mit Ergebung, denke daran, daß der leichteste Widerstand, den du unseren Wünschen, welcher Art sie auch seien, entgegensetzt, für dich den Tod bedeuten kann. Wirf einen Blick auf deine Genossen, nicht ein einziger kam freiwillig in dieses Haus, List oder Gewalt hat sie hergebracht. Alle haben im Anfang Widerstand leisten wollen, aber sie haben eingesehen, daß dies nur nutzlos sei und sie den schrecklichsten Martern aussetzt. Sieh hier, Justine,« sagte der Abt und zeigte ihr die Ruten, Skalpele, Schrauben und sonstigen Marterwerkzeuge, das sind die Verführungsmittel, welche wir gegen widerspänstige Mädchen anwenden, und die sie uns sofort gefügig machen. Sieh zu, ob du sie bekämpfen kannst, willst du dich beklagen? Bei wem willst du es an diesem Ort, wo du nur immer Richter und Henker finden wirst! Willst du die Gerechtigkeit anrufen? Wir kennen keine andere wie unsere Wollust, kein anderes Gesetz als unsere Begierde ... die Menschlichkeit. Unser einziges Vergnügen ist, sie zu schänden ... die Religion. Sie hindert uns nicht, wir stehen ihr zu nahe, um sie nicht zu verachten ... Eltern, Freunde. Du wirst in diesem Haus nur Egoismus, Grausamkeit, Atheismus und Schamlosigkeit finden. Die vollste Unterwürfigkeit ist dein Los und damit sind hier sehr vielerlei Sachen verbunden. Die sieben Despoten, denn auch die Direktorin gehört hierzu, deren Wünsche und Fantasien dir ebenso heilig, sowie die unseren sein müssen, huldigen jeden Tag den schrecklichsten Launen, und der kleinste Widerstand gegen ihre willkürlichen Handlungen bringt die schrecklichsten Strafen, ja den Tod mit sich. Willst du in die Flucht deine Hoffnung setzen, blicke um dich herum und betrachte diese uneinnehmbare Zufluchtsstätte, das ganze Kloster könnte durchsucht, verbrannt werden, ohne daß jemand diesen geheimnisvollem Ort entdecken würde. Er befindet sich unterhalb der Erde, von zehn Fuß dicken Mauern umgeben; du befindest dich aber in der Mitte von sechs Scheusalen, welche nicht die kleinste Lust haben, dich zu schonen, und welche deine Bitten, deine Tränen, deine Kniefälle nur noch mehr entflammen. An wen willst du dich also wenden? Vielleicht an Gott, den du soeben so inbrünstig verehrt, und der aus Dank dafür, dich in diese Falle gestürzt hat? An diese verächtliche Chimäre, welche wir täglich in ihren lächerlichen Gesetzen verletzen? »Du mußt also einsehen. Justine, es gibt keine Macht, kein Wunder, das dich uns entziehen kann, das uns verhindern kann, aus dir eine Beute unserer Lust zu machen. Komm näher, Dirne, biete deinen Körper unseren Launen, biete dich ganz der Schande an, mit welcher wir dich besudeln werden, oder die schrecklichsten Martern werden dir zeigen, was es heißt, uns nicht zu folgen.«

Diese Rede wurde von allen Seiten beklatscht und Clement spendete seinen Beifall auf den Arschbacken der unglücklichen Justine. Da erkannte sie erst den ganzen Schrecken ihrer Lage. Sie stürzt sich Severino zu Füßen und fleht ihn mit der Beredsamkeit der Verzweiflung an, ihre hilflose Lage nicht auszunützen,doch wozu diese Tränen, mit denen sie die Füße des Mönches bedeckt, wozu alle diese Mühe? Wußte sie denn nicht, daß diese Tränen sie in den Augen des Wüstlings nur begehrenswerter machen? »Auf,« sagte der Abt und stieß sie roh zurück, »beginnen wir, Freunde, und unterwerfen wir dieses Mensch den Formalitäten der Aufnahme, die keiner erspart blieben.« – Es bildet sich ein Kreis, Justine steht in der Mitte der sechs Mönche, welche jeder von zwei Mädchen und einem Knaben umgeben sind.

Dies waren die Passionen, welche sich Justine, sowie alle anderen Neuankömmlinge dreimal unterwerfen mußten: Justine wird von der starken, sechsundzwanzigjährigen Frau ganz nackt zu jedem der einzelnen Mönche hingeführt ... Zuerst kommt sie zu Severino, er filzt die Arschbacken eines fünfzehnjährigen Mädchens und zwingt hiebei eine dreißigjährige, das Glied seines Schandknaben zu schlecken, der ihn begeilt. Der Mönch läßt sich das auch von Justine machen und leckt sie dabei im Arsch .... Sie kommt zu Clement, der sich von seinem Schandknaben lecken läßt, während er die Arschbacken eines zwanzig -und eines fünfundzwanzigjährigen Mädchens schlägt und zwickt. Justine muß ihm ihren Arsch darbieten, Clement küßt ihn und riecht zu ihren Achselhöhlen ... Unsere Heldin kommt zu Antonius, welchen zwei Mädchen geilen, während ihn sein Buhle päderastriert. Er schleckt den Kitzler Justinens ... Sie kommt zu Ambrosius, dieser puseriert seinen Buhlen und kitzelt mit jeder Hand einen Arsch. Justine muß ihm mit dem Arsch über das Gesicht fahren ... Silvester betastet roh den Arsch und die Scheide des dreißig- und vierzigjährigen Weibes, er küßt Justine mit der Zunge in den Mund, Arsch und Fut ... Jerome, gegeilt von seinem Schandknaben von fünfzehn Jahren, hat den einen Finger im Arsch des siebenjährigen Mädchens und einen in der Scheide des dreizehnjährigen. Er steckt sein Glied Justinens in den Mund ... Die Tour beginnt von neuem ... Diesmal lassen sich alle Mönche von den Knaben schlecken, während die Mädchen, über ihren Köpfen sitzend, ihnen den Arsch darbieten. Severino öffnet die Arschbacken Justinens und läßt sich in den Mund pfarzen. Clement steckt ihr einen Finger ins Arschloch und beutelt sie eine Viertelstunde lang. Antonius läßt seinen Schwanz ihr an der Scheide fühlen und zieht ihn sofort wieder zurück. Ambrosius faßt sie von hinten, aber hört nach zwei bis drei Stößen auf. Silvester vögelt sie einen Moment und findet, daß sie noch Jungfrau ist. Jerome fickt einen Moment in den Mund, Arsch und Fut. Man kommt zur dritten Tour, diesmal vögeln alle Mönche. Severino puseriert das Mädchen von fünfzehn Jahren, welche unter den furchtbaren Stößen seines Gliedes seufzt. Der sechzehnjährige Bursche vögelt ihn, dabei schlägt er auf die Arschbacken des zweiunddreißigjährigen Mädchens los. Als Justine zu ihm kommt, beißt er sie in den Arsch ... Clement vögelt in den Mund des dreizehnjährigen Knaben, das Mädchen von fünfundzwanzig Jahren peitscht ihn. Er hat vor seinen Augen den Arsch des zwanzigjährigen Mädchens. Er läßt sich von Justine den Arsch lecken und dann sogleich den Mund, hiebei gibt er ihr zwei Ohrfeigen ... Antonius vögelt das vierjährige Mädchen und klatscht dabei den Arsch des achtjährigen Burschen. Er beißt bis aufs Blut die linke Brustwarze Justinens und gibt ihr hiebei sechs Schläge auf den Arsch, deren Spuren in drei Tagen nicht vergehen. Gleichzeitig versetzt er seinem Liebchen einen solchen Lendenstoß, daß man glaubt, er werde sie durchbohren. Die Kleine stößt einen Schrei aus, Antonius, der nicht entladen will, zieht sofort sein Glied heraus, dabei verletzt er das Mädchen. Sein Glied ist ganz mit Blut bedeckt, und um das Kind zu trösten, peitscht er sie aus ... Anbrosius puseriert das Mädchen von zehn Jahren. Hiebei läßt er sich selbst vögeln und mißhandelt den Popo eines neunzehnjährigen Mädchens. Er gibt Justine, ohne sich zu stören, fünfundzwanzig Rutenhiebe ... Silvester vögelt die vierzigjährige Frau wie einen Hund, während sie ihm auf die Schwanzwurzel scheißt. Er läßt sich auch selbst vögeln und schleckt die Scheide des dreißigjährigen Mädchens aus. Er wirft sich wie ein wütender Hund auf die Scheide Justinens und beißt sie bis aufs Blut. Der Schweinkerl entladet laut schreiend, aber er wechselt schnell seinen Opferaltar, und es ist der Arsch der Tugendwächterin, der seine Gabe erhält ... Jerome vögelt das achtjährige Mädchen in den Arsch, schleckt das Glied eines fünfzehnjährigen Knaben und gibt einem dreizehnjährigen Mädchen Nasenstüber. Er zwickt so heftig den Busen Justinens, daß sie laut schreit. Um sie zu beruhigen, gibt ihr der Barbar ein paar solche Faustschläge in die Seite, daß sie den ganzen Inhalt ihres Magens von sich gibt.

»Auf,« sagte Severino, »beschäftigen wir uns mit ernsteren Sachen.« Er ist furchtbar aufgeregt, sein Schwanz bedroht das Gewölbe. Er packt Justine, drückt sie auf das Sofa nieder, den Arsch in die Höhe, zwei Mädchen halten sie. Der Abt, seinen furchtbaren Mastbaum in der Hand, nähert sich und stellt sich vor das kleine Loch; ohne zu befeuchten, stoßt er zu und legt Bresche. So ungeheuer er ist, er dringt ein. Befriedigt von diesem Anfang, taucht er ein zweitesmal an und kommt bis auf den Grund. Justine schreit, doch was liegt ihm daran, er ist glücklich. Hat man denn Erbarmen mit Schmerzen im Schoße der Unzucht? Man puseriert den Italiener, vier nackte Frauen umgeben ihn von allen Seiten, sein Ideal bietet sich seinen lüsternen Augen in hundert Variationen dar, endlich entladet er ... Clement nähert sich, Ruten in der Hand. »Ich will Euch rächen,« sagt er zu Severino, »und dieser Hure den Widerstand abgewöhnen.« Er bedarf keiner Hilfe; mit einer Hand legt er das Opfer übers Knie und drückt den schönen Arsch ganz heraus, Zuerst scheint er nur versuchen zu wollen, von den lüsternen Szenen aber entflammt, die ihn umgeben, schlägt er bald mit aller Wucht zu. Nichts gleicht seiner Wildheit, von der Mitte der Hüften bis zur Wade bedeckt er sie mit Streichen. Er will Grausamkeit mit Liebe verbinden und heftet seinen Mund auf den Justinens. Er schlürft die Schmerzensseufzer, die herabfließenden Tränen, er küßt, droht und schlägt weiter. Inzwischen schleckt ein achtzehnjähriges Mädchen sein Glied und außerdem wird er noch puseriert. Je mehr er Lust empfängt, desto wütender schlägt er zu, nichts deutet auf ein Ende der Qual Justinens hin. Man erschöpft alle Mittel, die reizendsten Szenen spielen sich vor ihm ab, nichts kann ihn zum Stehen bringen. Eine neue Grausamkeit fällt ihm ein. Er beißt mit aller Wucht auf die herrliche Brust Justinens und das endlich bringt ihn zur Entladung; er stößt hiebei fürchterliche Lästerungen aus und erschöpft gibt er sie an Jerome weiter. »Ich werde,« sagte dieser, »deiner Tugend nicht gefährlicher sein als Clement. Doch will ich die Wunden küssen, die er dir geschlagen. Hingegen werde ich auch deiner würdig sein, Clement, und den Nachbar in Arbeit nehmen.« Er dreht sie um und legt sich handgerecht den schönen Bauch und die zartbeschattete Scham der armen Waise; der Barbar zerfleischt das Ganze mit Peitschenhieben. Hierauf kniet er sich vor ihr nieder und in dieser Stellung zwingt er sie, seine Lieblingspassion zu erfüllen. Sie muß ihn schlecken. Dazwischen wird er gepeitscht, man scheißt ihm auf die Nase und in die Hände. Endlich, nach einer halben Stunde, empfängt der Mund Justinens mit begreiflichem Widerwillen das ekelhafte Opfer dieses Scheusals ... Jetzt kommt Antonius an die Reihe. Er würde sich gerne der Tätigkeit der beiden anschließen, aber der Zustand seines Gliedes, das nahe daran ist, zu entladen, erlaubt es ihm nicht. Er beschnüffelt die Striemen, ergötzt sich daran, ergreift Justine bei den Hüften und stößt mit aller Macht sein Glied in die Scheide. Der Wüstling stößt weiter, aber glücklicherweise ist sein Ansturm infolge der weiteren Bahn nicht so schmerzhaft wie der Severinos. Der Athlet packt Justine bei den Hüften und gibt ihr die Bewegungen, die seine Lust erheischt. Diese grausamen Angriffe bringen Justine der Ohnmacht nahe, aber ihr grausamer Besieger denkt nur an seine Wollust. Ein Mädchen läßt ihn an ihrer Fut schlecken, eine andere leckt ihn selbst in den Arsch; mit einer Hand geilt er einen sechzehnjährigen Knaben, mit der anderen ein dreizehnjähriges Mädchen. Es gibt kein Gefühl, das nicht beitragen mußte zu seiner Befriedigung. Endlich kommt er zu seinem Ziel, seine Schreie, seine Heftigkeit deutet es an. Justine die nur Schmerz empfindet, wird überschwemmt von dem Erfolge einer Wollust, die sie erst beim sechsten erweckte ... Ambrosius will nur ihren Arsch. Glücklicherweise ist sein Glied nur klein, und wenn er auch wie besessen hin und herfährt, bereitet er doch keinen Schmerz. Stürmisch verlangt er einen Haufen von ihr. Endlich erreicht er seinen Wunsch. »Verfluchter Gott,« brüllt er, »das habe ich gebraucht!« Man puseriert ihn, man scheißt und pischt auf ihn und mitten in diesem ganzen Dreck verliert er seinen Samen. Jetzt kommt Silvester an die Reihe; er will eine Fut vögeln, die ihm schon Samen gekostet hat, aber gleichzeitig will er einen Schwanz schlecken, dessen Samen er in den Mund Justinens zurückgibt. Aufgeregt durch die fast jungfräuliche Scheide Justinens entladet der Kerl ein zweitesmal und stößt Schreie aus, die man meilenweit hören würde.

Endlich denkt Severino daran, daß die Arme vielleicht auch etwas brauchen würde; man gibt ihr ein Glas spanischen Weines zu trinken, sie aber hat nur Sinn für ihren Kummer. Was für eine Situation für ein Mädchen, dessen einziger Stolz ihre Tugend, dessen einziger Ersatz für Reichtum ihre Unschuld war. Justine konnte ihren Schmerz darüber nicht zurückhalten, sich von denen geschändet zu sehen, von denen sie die größte Hilfe erhoffte ... Ihre Tränen flossen reichlich, die Decke erdröhnte von ihren Schmerzensschreien, sie wälzte sich auf der Erde, riß sich die Haare aus und schlug sich auf den Busen, indem sie um den Tod flehte. Nur der, welcher das verhärtete Herz eines Wüstlings kennt, wird glauben, daß dieses schreckliche Schauspiel diese Kerle nur noch mehr reizte. »Teufel,« sagte Severino, »nie habe ich ein schöneres Bild gesehen; schaut, was sie aus mir macht, es ist unglaublich, was die Schmerzen einer Frau bei mir erzielen. Packen wir diese Dirne wieder und lehren wir sie brüllen!« Und indem er dies sagt, nähert er sich ihr und peitscht sie aus Leibeskräften. Welche Grausamkeit! Gerade diese Stunden der größten seelischen Verzweiflung sucht sich der Unmensch aus, und nachdem er ihr hundert Hiebe verabreicht, kommt Clement an die Reihe. Er gibt ihr ebensoviel Schläge, während er sich selbst puserieren läßt und das kleinste Mädchen ihn geilt. Antonius peitscht die Vorderseite vom Nabel bis zur Scham, Ambrosius fängt wieder von hinten an mit hundertsechzig Hieben, er leckt hiebei ein fünfzehnjähriges Mädchen in den Arsch, während ihn ein achtjähriger Knabe zuzelt. Silvester peitscht den Rücken und die Hüften, während ihm zwei Frauen auf die Nase scheißen. Jerome endlich, den eine Frau mit einer Goldnadel in den Popo sticht, übertrifft alle. »Setzen wir uns alle auf sie,« sagte Severino und nahm ihren Arsch in Beschlag. »Einverstanden,« sagte Antonius, die Scheide in Besitz nehmend. Clement vögelt sie in den Mund, Ambrosius und Silvester lassen sich von ihr geilen. »Und was bleibt mir?« fragte Jerome. – »Der Busen, der ist entzückend.« – »Den mag ich aber nicht.« – »Also nimm du den Arsch,« sagte der Abt und nistet sich zwischen den Brüsten ein. So muß das unglückselige Mädchen allen sechs gleichzeitig eine Hure abgeben, während um sie herum Knaben und Mädchen die tollen Ausschweifungen der Mönche ergänzen. Justine muß alles ertragen, der Abt gibt das Zeichen, die anderen folgen ihm und das drittemal wird die Unglückliche von der schamlosen Wollust dieser Scheusale besudelt. »Das ist genug für den Empfang,« sagte der Abt, »man muß ihr jetzt zeigen, daß ihre Genossen nicht besser daran sind.« Man setzt sie auf einem Säulenstumpf, der in der Mitte des Saales steht. Sie hat kaum Platz zu sitzen, keine Stütze, keinen Halt und die Säule ist hoch genug, daß sie sich zerschmettert, wenn sie herunterfällt. Dies ist der Thron, auf dem die Königin des Tages sitzt, und man befiehlt ihr, aufmerksam die schamlosen Orgien zu verfolgen. Zuerst sollen alle sechzehn Mädchen an eine Prügelmaschine gebunden werden; auch die Schwangere. Man konnte sie mittels einer Vorrichtung verschieden biegen und strecken, so daß, wenn sie auf dem Bauch lagen, die Haut ihrer Hüften und ihres Arsches so gespannt war, daß nach den ersten zehn Streichen das Blut in Strömen floß. Lagen sie auf dem Rücken, so wurden durch diese Vorrichtung ihre Beine so auseinandergespreizt, daß die Scham und die Scheide bis zum Zerreissen geöffnet war. Kaum war die Maschine da, als Jerome und Clement verlangten, man solle auch Justine darauflegen. Severino, welcher fand, daß die Unglückliche genug gelitten und daß sie den schönsten Arsch von der Welt hätte, den er noch länger genießen wolle, erwiderte hingegen, daß sie genug habe, man sie ausruhen lassen müsse und daß ... Aber Jerome unterbricht ihn, er verschlingt mit den Augen das Mädchen, sein wilder Charakter duldet keine Schranken, er bekämpft die Milde Severinos: »Ist denn die Hure da, um sich aus zuruhen, wollt Ihr Damen oder Puppen aus ihnen machen? Sollen wir im Schoße des Verbrechens und der Unzucht uns Menschlichkeit predigen lassen? Wenn ein Mädchen auch nur eine Stunde gelebt hat, wenn sie noch einer Stunde krepiert ist durch die Martern oder Strafen, die sie hier erleidet, so hat sie ihr Geschick erfüllt und wir haben uns nichts vorzuwerfen. Sind diese Bälger zu was anderem da, als zu unserem Vergnügen, Kommen sie nur auf eine bestimmte Zeit hieher? Fort mit dieser falschen Zurückhaltung und halten wir uns immer das weiseste Gesetz vor Augen, welches wir uns selbst gegeben. Ich öffne das Buch und lese: Wenn eines der Mitglieder der Gesellschaft den Tod auch aller Individuen des Serails wünscht, darf sich keiner der Brüder ihm widersetzen und alle müssen sich im Gegenteil bemühen, seinen Wünschen nachzukommen. Ich gehe noch weiter als Jerome,« sagte Clement, »ich verlange, daß das Mädchen noch heute den tötlichen Martern unterworfen wird. Das Mädchen regt mich auf, ich kann sie nicht sehen, ohne ihren Tod zu wünschen und diesen verlange ich!.« – »Ich kenne auch unser Gesetz,« sagte Severino kaltblütig, »aber Jerome hat den Artikel nicht vorgelesen, welcher ihm widerspricht. Ich setze daher die Vorlesung fort: Das fragliche Subjekt soll aber nur sowohl dem Tode als den Martern durch Stimmenmehrheit unterworfen werden ...« – »Also zur Abstimmung,« sagte Jerome, »und das Opfer soll gemäß unserem Gebrauche auf ein Bett mit dem Arsche zu uns gekehrt gelegt werden.« – Justine wird gepackt und geknebelt. Ihre Angst läßt sie kaum hören, um was es sich handelt. Jeder der Mönche ist von zwei Mädchen und einem Knaben umgeben, denn sie dürfen nur stehenden Gliedes ihre Stimmen abgeben. Die Anstandsdame macht die Probe, alles ist in der Höhe. Nach einem kurzen Schweigen läßt der Abt über das Leben Justinens abstimmen, aber Clement und Jerome sind die einzigen, die ihren Tod wünschen; die anderen wollen sich mit ihr noch einige Zeit unterhalten. Sie kommt daher wieder auf ihren Platz und Severino bindet sofort an die Höllenmaschine das schönste Mädchen des Hauses. Sie liegt auf dem Bauch, man biegt sie und ihr schöner Popo erscheint in seiner ganzen Herrlichkeit. Dies war die Art und Weise des Prozesses. Jeder Mönch kommt an die Reihe, neben dem Opfer steht ein junges Mädchen mit den nötigen Instrumenten zur Auswahl. Ein Mädchen, unter den sträksten ausgesucht, peitscht den Mönch, während er selbst sein Werk verrichtet. Indem ein Knabe ihm das Glied schleckt, muß die, welche an der Reihe ist, nachher geprügelt zu werden, vor ihm niederknien und ihn mit den innigsten Gebärden um Gnade und Nachsicht anflehen. Hingegen ermahnt ihn von der anderen Seite einer der Mönche, ja nicht nachzugeben, denn die größte Gefahr ist die Nachsicht und das Mitleid. Alle Mädchen, auch die jüngstem, selbst die schwangeren, werden so gepeitscht. Jeder Mönch erledigt sechzehn, die meisten werden von vorne behandelt, was umso entsetzlicher ist, weil die innere Peitschung unvergleichlich schmerzhafter wie die andere ist. Diese Scheusale geben nämlich darauf obacht, daß die Knoten der Schnüre in das Innere des Scheide eindringen, und in dieser heiklichen, überaus empfindlichen Gegend die furchtbarsten Schmerzen erzeugen. Je mehr ein Opfer klagt, desto stärker schlagen sie zu, je mehr es schreit, desto glücklicher fühlen sich die Mönche, desto aufgeregter werden sie, desto mehr begeilen sie sich daran. Doch kein einziger von ihnen entladet, so abgelebt sind sie schon durch das Laster. Nachdem dies vorbei war, setzten sich die vierzigjährige und die schwangere dreißigjährige Frau auf das Kanapee, je zwei Mädchen wurden in ihre Arme gegeben und die Mönche konnten an ihnen eine Marter je nach Geschmack ausüben, während dessen Knaben und Mädchen den Handelnden in der verschiedensten Weise durch Unzucht reizen mußten. Severino beginnt: das jüngste Mädchen wird ihm dargeboten. Das Scheusal kneift den Popo der Unglücklichen mit solcher Gewalt, daß er ganz schwarz aus seinen Händen kommt, dann flüchtet er sich in den Arsch eines Lustknaben, man vögelt ihn auch selbst, Männer und Weiber umgeben ihn, er küßt und filzt alles, was ihm in die Hände kommt, er will seinen Samen verlieren, und um das zu erreichen, ist ihm alles gleich. Es gelingt ihm auch wirklich ... Clement folgt auf ihn; es ist das schöne Mädchen von fünfzehn Jahren, welches man seiner Wut ausliefert. Er nimmt eine handvoll Dornen und reibt damit kräftig den ganzen Körper der Unglücklichen. Dann befeuchtet er mit Weingeist die Wunden, er wirft sich auf einen Schandknaben, aber nicht genug aufgeregt, um ihn zu vögeln, läßt er sich von ihm schlecken Der Kerl entladet, seine Zähne eingrabend, in den Popo der schwangeren Frau. Jetzt kommt Antonius an die Reihe. Er bedient sich eines achtzehnjährigen Mädchens zu seiner Wut. Er liebt zwar die Scheide und doch mißhandelt er die dieser reizenden Person auf schreckliche Weise. Er bedeckt sie mit Nadelstichen, und nachdem ihn diese Grausamkeit genügend aufgeregt, er ihm fest steht, flüchtet er sich in die Scheide des kleinsten Mädchens und entladet, die mißhandelte Scheide zerkauend. Ambrosius kommt an die Reihe; das Scheusal erwählt sich dasselbe kleine Mädchen, das seinem Bruder gedient. Mit Faustschlägen treibt er sie vor sich her, Sie fällt ihm ohnmächtig vor die Füße. Er puseriert einen dreizehnjährigen Knaben, man vögelt auch ihn und sein Samen spritzt. Silvester kommt an die Reihe; ein zwanzigjähriges Mädchen muß ihm ihren Popo darbieten. »Höre,« sagt er zu ihr, »ich will dir nicht verheimlichen, daß dir eine schreckliche Marter bevorsteht; du kannst dich ihrer entziehen, wenn du mir sofort einen schönen Haufen scheißt.« Und der Elende weiß recht wohl, daß es der Unglücklichen unmöglich ist, weil sie soeben Jerome in gleicher Weise befriedigte. Vergeblich bemüht sich das arme Geschöpf. »Es tut mir leid,« sagt Silvester, und indem er eine Zange packt, reißt er ihr an mehreren Stellen die Haut von Hüften und Arschbacken, daß das Blut herabströmt. Er flüchtet sich in eine Fut und seine Geliebte, wohl vorbereitet, scheißt ihm auf den Schwanz. Da entladet er und flucht Gott. Endlich bleibt Jerome noch übrig; er wählt sich zum Opfer das dreizehnjährige Mädchen. Mit den Zähnen zerreißt er sie, jeder Biß läßt das Blut hervorquellen. »Ich hätte Lust, sie aufzufressen!« schreit er. Er wirft sich auf den Arsch eines Knaben von sechzehn Jahren, vögelt ihn, beißt alles, was ihm in den Weg kommt, und entladet, nachdem man ihn prügelt.

Die Mönche trinken und erholen sich, während die unglückliche Justine nahe daran ist, ohnmächtig zu werden. Das fünfzehnjährige Mädchen will sie trösten, dafür bekommt sie dreihundert Rutenstreiche, ihr Arsch zerfließt in Blut. »Keine Gnade, kein Mitleid,« sagt Silvester, »die Kerle sind zum Leiden hier. Jegliches Mitleid hieße den Zweck unserer Vereinigung verfehlen, die Frauen sind nur geschaffen zu unserer Lust, widersetzen sie sich, so muß man sie wie die wilden Tiere töten; was liegt an einer Hure, wenn Leute wie wir zu einem Ständer kommen wollen.« – »Silvester,« sagt Jerome, »du vergißt die christliche Nächstenliebe.« – »Ich scheiß auf alles, was christlich heißt; diese Religion ist nur für die Bettler gemacht und darum predigt sie Nächstenliebe. Zu was brauchen wir sie, die wir in Ueppigkeit schwimmen. Wir brauchen niemanden, daher fort mit der Nächstenliebe, fort mit jeglicher Schwäche aus unserem Herzen, damit nur die Wollust, die Grausamkeit und das Verbrechen darin Platz habe.« – »Glaubst du, Silvester, daß man seinen Feind töten solle?« – »Ganz bestimmt,« antwortet Silvester, »mit allen Mitteln muß man ihn verfolgen, und zwar aus einem sehr einfachen Grund: wenn er könnte, würde er mich töten, und ich erfülle so die Aufgabe des Gesetzes. Ja, ich werde sogar niemals warten, bis sich seine Absicht deutlich zu erkennen gibt. Bei der leichtesten Andeutung werde ich mich seiner entledigen, denn man darf nicht warten, bis sich das Gewitter gebildet hat. Es ist eine bittere, wenn auch ewige Wahrheit, daß ein Tropfen meines Blutes mir mehr gilt, als alle Blutströme der anderen. Der Egoismus ist das heiligste Gesetz der Natur, man kann sagen, daß es ein Laster ist, solange es meine Seele beherrscht, werde ich ihm folgen. Die Gesetze der Menschen, geltend für die Gemeinschaft, sind von den, Menschen gemacht und können irren, aber das Gesetz der Natur, eingegraben in das Herz des Einzelnen, ist ein sicheres, ewiges Gesetz. Meine Prinzipien sind hart, ihre Schlüsse gefährlich, aber sie sind gerecht. Ich bin der Mensch der Natur, nicht der Gesellschaft, und folge daher den untrüglichen Gesetzen der Natur, auch wenn sie den Menschengesetzen zuwiderlaufen; ich werde mich nie scheuen, die Menschengesetze zu verletzen, nur werde ich die nötige Vorsicht anwenden.« – »Wenn das System Silvesters richtig ist, so müßte man den Menschen von der Gesellschaft in die ihn seine Bedürfnisse getrieben, abschließen.« – »Wenn ihn aber seine Bedürfnisse hineingetrieben,« sagte Severino, »so müßte er, da er der Gesellschaft bedarf, ihre Gesetze erfüllen.« – »Das ist gerade,« antwortete Ambrosius, »der Trugschluß, der die lächerlichen Gesetze geschaffen. Um von der Gesellschaft zu erlangen, was er braucht, hat sich der Mensch den Gesetzen unterworfen. Wäre es nicht besser, sich alles selbst zu nehmen? Besser ist es, im Walde seinen Lebensunterhalt zu suchen, als ihn in der Stadt zu erbetteln und seine eigenen Neigungen dem Allgemeininteresse aufzuopfern. Ich hasse alle sozialen Einrichtungen, sie rauben uns die Freiheit, unsere Kraft und machen uns zu feigen, schwachen Sklavenhorden, die der erste beste Betrüger lenkt, wie er will.« – »Dann würden die Verbrechen auf der Erde regieren,« sagt Severino. – »Das ist ein Sklavengedanke,« antwortet Ambrosius, »was heißt Verbrechen?« – »Die dem Allgemeininteresse schädliche Tat.« – »Was heißt Allgemeininteresse?« – »Die Summe der Einzelinteressen. Aber gerade das, was du Gesamtinteresse nennst, ist nur Gesamtopfer, und ich stehe nicht an, mir durch ein Verbrechen die Rechte, die ich aufgeopfert, wieder zu erlangen. Denn ich habe niemals diesem Gesellschaftsvertrage zugestimmt und ich liebkose daher alles, was dem zuwiderlauft.« – »Das ist,« sagte Ambrosius, fressend und saufend, »ein unmoralisches Gespräch«. – »Was nennst du unmoralisch?« – »Das, was die Menschen von der Tugend abführt,« sagt Severino. – »Komme doch endlich zur Ueberzeugung,« sagte Ambrosius, »daß Tugend und Laster nur eine Frage der geographischen Lage sind. Wir haben nur einem zu folgen, und das ist unserer eigenen Neigung, denn was die Natur uns eingibt, ist gut.« – »Folglich,« sagt Jerome, »waren die perversen Seelen Nero und Tiberius natürlich?« – »Gewiß! Sie folgten nur der Natur.« – »Ich begreife nicht,« sagt Clement, »wie man auf die längst abgetanen Sachen wieder zurückkommen kann?« – »Ich habe nur widersprochen,« sagt Severino, »damit sich Euer Geist mehr entwickle.« – »Ich bin überzeugt davon,« sagt Ambrosius, »daß du genau so denkst wie wir.« – »Ja, ich gehe noch weiter,« sagt Severino, »vergeblich zermartere ich mein Gehirn nach einem gigantischen, Verbrechen, nichts befriedigt mich.« – »Auch ich,« sagt Jerome, »plage mich seit zwanzig Jahren vergeblich, ein solches zu ersinnen, alles was wir hier tun, ist nur ein Schatten. Immer bleibt mir dieselbe Begierde nach dem Bösen, ich habe mehr Verbrechen kaltblütig als in der Verzückung getan.« – »Du hast also,« sagt Severino, »das Mönchskleid nur angezogen, um die Menschen zu betrügen?« – »Gewiß, denn es ist das Kleid der Falschheiten. Man bedarf nur des Mantels der Tugend und nicht der Tugend selbst. Und mit dieser Falschheit öffnet sich die Bahn zu neuen Verbrechen. Ich muß Euch einmal meine Lebensgeschichte erzählen,« sagt Jerome, »damit Ihr seht, daß ich niemals des Verbrechens satt wurde.« – »Kann man denn das jemals werden?« sagt Silvester. »Warum kann man nicht zu jeder Stunde welche begehen?« – »Nur ruhig,« sagt Severino, seine Rolle fortspielend, »es wird die Zeit kommen, wo das höchste Wesen mit Donnerstimme in alle Herzen sprechen und Euch zwingen wird, alle seine Regungen Gott zu weihen.« – »Mein Freund,« sagt Ambrosius darauf, »die Religion ist das non plus ultra der Dummheit; nur der braucht sie, der ohne sie sich nichts in der Natur erklären kann. Sie dient nur dazu, um die Geister zu verwirren, indem sie alles ins Dunkle hüllt und uns für das, was wir nicht verstehen, etwas bietet, was wir noch weniger verstehen. Die Naturerscheinungen führt sie auf einem unsichtbar Handelnden, auf etwas Unnatürliches zurück. Ist der menschliche Geist befriedigt, wenn man ihm als Erklärung für das, was er nicht sieht und nicht versteht, einen noch unsichtbareren und unverständlicheren Gott bietet? Fragst du einen Christen, wer die Welt geschaffen, wird er dir sagen: Gott. Wirst du ihn um die Gegenmittel gegen diese Unheil fragen, bekommst du zur Antwort: Gebete, Prozessionen, Opfer. Warum ist der Himmel aber böse? Weil die Menschen schlecht sind. Warum sind die Menschen schlecht? Weil ihre Natur verdorben ist. Und warum ist ihre Natur verdorben? Weil Adam in den Apfel gebissen hat. Und wer hat ihn dazu gebracht? Der Teufel. Und wer hat den Teufel geschaffen? Gott. Ja, wozu hat denn Gott den Teufel geschaffen? Da weiß der Trottel keine Antwort. Fragst du so einen Tölpel, was den Menschen in Bewegung bringt, antwortet er: die Seele. Fragst du ihn, was die Seele ist, so bekommst du als Antwort: das ewige Geheimnis. Fragst du ihn, ob die Tiere eine Seele haben, sagt er nein. Ja, warum handeln, fühlen, denken sie dann? Wieder bekommst du keine Antwort. Daraus erhellt, daß der Mensch die Chimäre der Seele nur aus Arroganz geschaffen. Ein Doktor der Theologie würde sich schämen, wenn man seine Seele mit der eines Schweines vergleichen würde. Severino, es ist besser, wenn nur wenige Philosophen sind, denn es ist eine Wollust, anders zu denken wie die Mehrzahl.« – Ambrosius: »Man hüte sich, die Binde von den blöden Augen des Volkes zu reissen. Woher nehmen wir unsere Opfer, wenn alle Menschen Verbrecher wären? Darum laßt uns die Kirche, laßt uns den Thron beschützen, sie fördern die Dummheit und sichern uns unsere Vergnügen. Den Menschen kann man nur mit der eisernen Rute führen, in jedem Staate sollte die Inquisition herrschen. Schauet, wie eng sie in Spanien König und Volk aneinander knüpft, nirgends werden die Ketten so fest sein, wie dort, wo dieses erhabene Tribunal sie schmiedet. Man schimpft sie blutrünstig, ja, ist es nicht besser, zwölf Millionen folgsame Untertanen, als vierundzwanzig Millionen unbotmäßige zu haben? Nicht durch die Zahl seiner Untertanen, sondern durch die Größe seiner Macht und durch den Gehorsam seiner Menschen ist ein Fürst groß. Es gibt kein besseres Mittel, den Glanz und die Macht eines Fürstentums zu heben als die Inquisition, welche alle die, die ihm schaden können, vernichtet. Was liegt an dem vergossenen Blut, welches die Rechte des Souveräns befestigt. Viel mehr Blut würde fließen, wenn diese Rechte gestürzt würden und das Volk in der Anarchie und im Bürgerkrieg sich zerfleischt.« – »Ich glaube,« sagt Silvester, »daß die guten Dominikaner in den Martern ihrer Inquisition auch ihre Wollust nähren.« – »Sicherlich,« sagt Severin, »ich lebte sieben Jahre in Spanien und war sehr intim mit dem Großinquisitor. Eines Tages sagte er mir: ›Kein asiatischer Despot kann seinen Harem mit meinem Kerker vergleichen; Männer, Weiber, Kinder, alle Geschlechter, alle Nationen liegen mir auf einen Wink zu Füßen. Meine Henkersknechte sind die Eunuchen, der Tod meine Kupplerin, man hat keine Ahnung, was mir die Furcht einträgt.‹« – »Ja, beim Teufel,« sagt Jerome, der wieder in die Höhe zu gehen begann, »es gibt auf der Welt nichts Köstlicheres, als die despotische Wollust. Man muß das Ziel seiner Wünsche vergewaltigen müssen. Freiwillig gegeben, macht es kein Vergnügen.« – Antonius schlug vor, sich mit den beiden schwangeren Frauen ein bischen zu unterhalten. Er selbst hat sie in diesen Zustand versetzt. Sein Vorschlag wird angenommen, man schiebt in die Mitte des Saales ein Postament von zehn Fuß Höhe und stellt darauf, Rücken an Rücken die beiden Unglücklichen. Die ganze Umgebung wird mit Dornensträußchen umsteckt. Gezwungen auf einem Fuß zu stehen, stützt sich ihre Hand auf eine biegsame Birkenrute. Die Mönche belustigen sich daran, zu sehen, wie sich die Unglücklichen vergeblich bemühen, nicht zu fallen. Jeder hat wenigstens drei Subjekte bei sich, mit denen er sich inzwischen ergötzt. Eine Viertelstunde halten es die Unglücklichen trotz ihrer Schwangerschaft aus. Endlich beginnt die sechsunddreißigjährige, die im dritten Monat schwanger war, zu wanken; sie reißt ihre Gefährtin mit sich fort; beide stürzen laut schreiend in die Dornen. Wie die Wütenden stürzen sich die Elenden auf sie, reiben sie mit den Dornen, sodomieren sie, vögeln sie, als plötzlich unter heftigen Wehen das dreißigjährige Weib niederkommt. Jede Hilfe ist ihr versagt, und sie gebiert sterbend ein totes Kind. Alle Mönchen entladen, Samenströme fließen, Gottellästerungen tönen zur Decke und Stille tritt ein. Die Todten werden fortgetragen, die Opfer gehen ins Serail und der Abt, der allein mit Justine und einem fünfundzwanzigjährigen Mädchen namens Omphale geblieben, sagt zu unserer Heldin: »Mein Kind, du verdankst mir das Leben, du warst verloren ohne mich; folge diesem Mädchen, sie wird dich in deine Pflichten einweihen, und nur die vollste Unterwerfung und Folgsamkeit wird mich das, was ich für dich getan, nicht bereuen lassen. Zeig mir deinen Arsch ... Er hat dich gerettet, denn ich verehre ihn.« – »O, mein Vater, seid noch großmütiger, gebet mir die Freiheit wieder, die Ihr mir geraubt, und ich werde Euch bis an den Rest meiner Tage segnen.« – »Was habe ich von deinen Segnungen,« antwortete der Mönch, »dein Körper ist es, der mir Vergnügen schafft.« Und Severino, bedient von Omphale, führt während dieser Reden sein Glied in das Arschloch Justinens ein. Nach einigen Gängen zieht er sich zurück. »Ich würde sie schon heute Nacht mit mir nehmen, wenn nicht eine männliche Jungfernschaft mich erwarten würde. Deshalb verschiebe ich es auf einen der nächsten Tage. Ziehet Euch zurück!« Der Abt entfernte sich und unsere zwei Dulderinnen gingen in das Serail, dessen eherne Pforten sich sofort hinter ihnen schlossen. Justine war zu müde und zu traurig und dachte nur an Ruhe, und auch ihre Erzieherin, ganz erschöpft, hatte dagegen nichts einzuwenden. Am nächsten Morgen, befand sich Justine beim Erwachen in ihrer Zelle. Die größte Ruhe herrschte überall, der Saal in der Mitte der Zellen war von einem sehr hohen Fenster beleuchtet, das dreifach vergittert war. Die Zellen waren nicht verschlossen und die Mädchen konnten ungehindert in den Saal gehen und sich gegenseitig besuchen. Der Name eines jeden Mädchens stand über der Tür. Sie suchte Omphale auf und warf sich weinend dem Mädchen, dessen zartes und mildes Gesicht ihr eine verständnisvolle Leidensgefährtin verriet, in die Arme. »O, teure Freundin,« sagte sie und setzte sich aufs Bett zu ihr, »ich kann mich noch von den Greueltaten, die ich erduldet und mitangesehen, nicht erholen. Wenn ich jemals an die Freude der Wollust dachte, bildete ich mir ein, sie sei so rein wie der Gott, der sie geschaffen. Ich glaubte, sie bestehe aus Liebe und Zartgefühl und bestehe nicht darin, wie wilde Tiere seine Mitmenschen zu martern. Großer Gott, es scheint, als ob jede Tugendregung für mich nur Unglück mit sich bringt. Ich wollte zum Himmel flehen, als ich in dieses Kloster kam, und was ist mein Los? Unverständliche Versehung, sprich deutlicher zu mir, damit ich nicht an dir zweifle.« – Omphale versucht, die Arme zu trösten: »O, Justine,« sagt sie voll Liebe, »genau so wie du habe auch ich geweint, doch die Gewohnheit hat meine Tränen gestillt, auch du mußt dich daran gewöhnen. Der Anfang freilich ist schrecklich, denn nicht nur der Zwang, alle Lüste dieser Wüstlinge zu erdulden, ist unsere tägliche Marter, sondern auch der Verlust unserer Freiheit, die Grausamkeit, mit der man uns behandelt, und der Tod, der uns vor Augen schwebt.« – – Jeder Unglückliche tröstet sich, wenn er Gefährten hat. So beruhigte sich auch Justine und bat ihre Genossin, sie mit allem Schrecklichen, was ihr bevorstand, vertraut zu machen.

»Vor allem,« sagte Omphale, »muß ich dich Viktorine vorstellen; sie ist die Direktorin dieses Serails und hat die größte Gewalt über uns. Sie wird schon ungehalten darüber sein, daß du sie nicht früher besucht hast. Ordne deine Kleidung ein wenig und komme mich dann abholen.« – Justine, erschrocken über diese neue Pflicht, folgt, und nach einigen Kleinigkeiten kommt sie zurück, ihre Freundin abholen. – Es ist an der Zeit, dem Leser ein Bild von Viktorine zu entwerfen. Sie war ein großes, mageres Mädchen, mit schwarzen Augen und schwarzen Haaren, einer römischen Nase, von grausamen und hartem Aussehen, sehr sinnlich, grausam, verdorben und gottlos, stolz auf ihren Platz, den sie mit ebensoviel Eifer als Despotismus ausfüllte. Sie besaß alle Laster und Ausschweifungen, sowohl geschlechtliche, wie auch Trunksucht, Verleumdung, Falschheit, kurz die größte Verworfenheit, so daß dieses Weib ein Ungeheuer war, von dem man nur Scheußliches erwarten konnte. Seit achtzehn Jahren lebte diese Megäre freiwillig im Kloster, sie war die Einzige, die frei aus und eingehen konnte. Da sie aber in ganz Frankreich von den Gerichten verfolgt wurde, bediente sie sich nur selten diesen Erlaubnis. Um ihrer eigenen Sicherheit willen dachte sie nicht daran, diesen Ort zu verlassen, wo sie ruhig allen ihren Lastern fröhnen konnte. Ihre Wohnung, bestehend aus Speisezimmer, Schlafzimmer und zwei kleinen Zimmerchen, lag in der Mitte zwischen Knaben- und Mädchenserail, so daß sie sie leicht beaufsichtigen konnte. Viktorine war beim Frühstück, als ihr Omphale Justine vorstellte; ihre Tafel war reich besetzt und von sechs Flaschen Champagner gekrönt. »Tritt näher,« sagte sie zu Justine, »schau, das ist ja ein reizendes Mädchen! Diese schönen Augen ... der süße Mund! Küsse mich, mein Herz, Noch einmal. Und etwas mehr Zunge, wenn ich bitten darf. Stecke sie mir so weit hinein als ich es tue.« Justine folgte. Wie sollte sie auch der widerstehen, von der ihr Leben abhing. Der andauerndste und schamloseste Kuß folgte. »Omphale,« sagte die Direktorin, »das Mädchen gefällt mir, ich werde mich mit ihr geilen; heute kann ich nicht, denn ich habe wie eine Hure gevögelt. Reihe sie unter die Vestalinnen ein, unterrichte sie und bring mir sie heute abends. Wenn sie zum Souper nicht zugezogen wird, werde ich mit ihr schlafen, wenn ja, so morgen. Uebrigens entblöße sie, damit ich sehe, wie sie gewachsen ist.« Viktorine betastete sie, schleckte sie und schien sehr zufrieden. »Sie ist weiß und sehr gut gewachsen,« sagte sie, »sie muß wie ein Engel entladen. Auf Wiedersehen, ich muß frühstücken, alles andere heute abends.« – »Madame,« sagte ehrfurchtsvoll Omphale, »meine Kameradin will sich nicht zurückziehen, ohne daß ihr die Ehre widerfahren ist, welche allen Novizen zuteil wird.« – »Ah, sie will meinen Arsch küssen?« sagte die schamlose Kreatur. – »Und das übrige, Madame?« – »Also vorwärts!« Und dabei entblößt sich die Vettel zuerst vorne bis über die Lenden und zeigt Justine die scheußlichste Kloake, an welcher noch der Samen von der verflossenen Nacht klebte. »Zunge!« befahl das Scheusal, und das arme Mädchen mußte widerstrebenden Herzens ihr zu willen zu sein. Dann hob sie sich rückwärts auf und auf ein Zeichen von Omphale küßte sie ihr die Arschbacken und das Arschloch und bohrte, fast ohnmächtig, auf den ungestümen Befehl Viktorinens auch in diese Mistgrube ihre rosige Zunge. Endlich war diese scheußliche Prozedur vorüber und die beiden Mädchen kehren in die Zelle Justinens zurück. Hier gab nun Omphale ihrer Kameradin alle Einzelheiten: »Vor allem, liebe Freundin, wirst du sehen, daß alle Zellen, sowohl die der Knaben als die der Mädchen gleich einfach und elegant eingerichtet sind. Die Fenster sind so hoch, daß man nicht hinauflangt, und dreifach vergittert. Drei Eisentüren schließen das Serail vom Festsaal ab.« – »Warum,« fragte Justine, »findet man nicht über allen Türen Namen?« – »Die Namen der Todten werden sofort ausgelöscht. Heute fehlen zwei und darum zwei leere Tafeln.« – »Was ist denn mit ihnen geschehen?« fragte Justine. – »Erinnerst du dich nicht an die unglückliche Schwangere von gestern abends und außerdem fehlt noch eine in der jüngsten Klasse. Aber Geduld, Justine, und gehen wir der Reihe nach vor. Gehen wir zuerst in den Speisesaal, wo unsere Genossinnen zum Frühstück versammelt sind.« Sie treten ein und Justine wird von achtundzwanzig Mädchen umringt, wie man sie in Europa nicht schöner zusammenfinden kann. In der Klasse der Jungfrauen fiel Justine ein zehnjähriges Mädchen auf, schön wie der Liebesgott, ebenso war unter den Vestalinnen ein siebzehnjähriges Mädchen, die mit ihrem schönen zarten Gesicht, ihrer süßen, melodischen Sprache wie eine Romanfigur anmutete. Unter der Sodomistenklasse befand sich eine, deren herrliche Augen, prachtvolles dunkles Haar und Formen wie aus Marmor gemeißelt, mit einer Venus konkurrieren konnten. Es wäre aber unmöglich, alle die Schönheit zu beschreiben, von der Justine geblendet wurde. Ein weniger eitles Mädchen wie Justine wäre aber auch von dem Lob geschmeichelt worden, mit dem man sie überhäufte. Hierauf zogen sich die beiden Freundinnen in die Zelle zurück und der Unterricht Justinens begann. »Vor allem muß ich dir, Justine, dieses entsetzliche Haus beschreiben; du kennst die Kirche und das Kloster, aber du hast keine Ahnung, wie unsere Behausung gelegen; leider nur zu richtig hat dir Severino gesagt, daß eine Flucht unmöglich ist. Am Ende der Sakristei befindet sich eine Tür, welche in einen finsteren Gang führt, was du vielleicht in deinem Schrecken übersehen hast. Zuerst geht der Gang in die Tiefe, weil er unter einem Graben von dreißig Fuß durch muß, dann steigt er wieder, und so gelangt man in unseren Pavillon nach ungefähr zweihundert Klaftern. Sechs Mauern aus Dornen und Stechpalmen von drei Fuß Dicke verhindern, daß man unsere Wohnung nicht einmal von der Spitze des Kirchturms sehen kann. Der Pavillon ist nämlich nur fünfzig Fuß hoch, die Hecken aber sechzig. Der Pavillon ist mit einem Bleidach bedeckt, auf welches verschiedene immergrünende Bäume so gepflanzt sind, daß sie mit den Hecken einen Wald zu bilden scheinen. Im Souterrain des Pavillons ist ein großer Salon und zwölf Zimmer. Sechs davon dienen als Zellen, die sechs anderen als Kerkerzellen. Letztere sind fast niemals leer. Der Aufenthalt dort ist schrecklich, sie sind feucht und gänzlich kalt, und man wird ganz nackt bei Wasser und Brot eingesperrt; nicht die leichteste Decke, nicht einmal ein Geschirr für die Notdurft bekommt man mit. Sucht man eine Ecke auf, so wird man geprügelt und gezwungen, mitten im Zimmer zu entleeren.« – »Welche ausgesuchte Barbarei und Schmutz!« – »Oft wird man auch angekettet und gleichzeitig werden Ratten, Skorpione, Schlangen und Salamander hineingelassen. Einige von uns sind schon nach acht Tagen darin gestorben. Oft bleibt man ganze Monate darin, das wenigste ist fünf Tage. Oberhalb des Souterrains befindet sich der Speisesaal, wo die Orgien gefeiert werden. Daran schließen sich sechs Boudoirs, wo sich jeder Mönch mit seinem Opfer einschließen kann; diese Zimmer enthalten alles, was die Fantasie der Wollust und der Grausamkeit bieten kann. Zwei weitere Kabinette dienen zu geheimen Zwecken; niemals hat einer von uns sie betreten. Zwei weitere dienen für die Provisionen, eines ist Küche, eines Dienerzimmer. Zwölf Zimmer sind im ersten Stock, sechs davon gehören den Mönchen. In den sechs anderen ist die Dienerschaft untergebracht; dieselbe ist mit Ausnahme des Koches und des Arztes taubstumm. Die Mönche schlafen jede Nacht hier, sie kommen um fünf Uhr und um neun Uhr gehen sie ins Kloster zurück, mit Ausnahme eines, welcher der Tagesregent heißt. Ich werde dir auch seine Tätigkeit beschreiben. Die Mönche bringen selbst die notwendigen Lebensmittel, Wein liegt im Keller und ebenso befindet sich dort ein großartiger Brunnen. Unsere Zahl ist immer mit dreißig festgesetzt; jede Klasse hat ihr Kleid, frisieren müssen wir uns selbst und jeden dritten Monat bekommen wir dazu ein Modell. Die Gewalt der Direktorin ist unbeschränkt. Bevor wir zu den Orgien gehen, müssen wir uns von ihr untersuchen lassen, ob wir auch in dem geforderten Zustand sind. Sonst werden wir sofort schrecklich gestraft.« – »Das verstehe ich nicht,« sagte Justine. – »Jeden Morgen,« antwortete Omphale, »bekommt Viktorine die Liste der zum Souper befohlenen Mädchen; bei jedem Namen befindet sich eine Bemerkung über den gewünschten Zustand, ungefähr folgendermaßen:

Julie darf sich nicht waschen ... Rose muß scheißen können ... Adelaide fartzen ... Alfonse muß einen dreckigen Arsch haben u.s.w. Wird der geforderte Zustand bei dir nicht gefunden, so straft dich Viktorine sofort.« – »Welche Scheußlichkeit, aber ich bitte dich, fahre fort.« – »Es gibt verschiedene Strafen,« sagte Omphale, »für die verschiedenen Fehler; der Tagesregent, welcher die Mädchen für die Orgie aussucht, die Wohnungen visitiert und die Klagen Viktorinens in Empfang nimmt, führt auch die Strafen aus, die entweder er oder Viktorine bestimmt«. Sie sind folgende: Erstens: In der Früh nicht gewaschen sein, das heißt im Sommer um sieben Uhr, im Winter um neun Uhr – fünfzig Rutenstreiche. Zweitens: Die Forderungen für das Souper nicht erfüllen oder nicht die vorgeschriebene Tracht haben – zweihundert Rutenstreiche. Drittens: Aus Mißverständnis oder aus sonstiger Ursache nicht den vorgeschriebenen Körperteil herzeigen – drei Tage nackt sein zu jeder Jahreszeit. Viertens: Schlechte Kleidung, schlechte Frisur – zwanzig Nadelstiche, wohin es dem Regenten gefällt. Fünftens: Nicht angeben, wenn man die Periode hat – sofortige Unterdrückung mit Eiswasser. Sechstens: Am Tage, wo der Arzt die Schwangerschaft konstatiert – hundert Hiebe mit dem Ochsenziemer auf den ganzen Körper. Straflos ist man nur, wenn es den Mönchen gefällt, die Mutter für größere Qualen aufzusparen. Siebentens: Nachlässigkeit, Widerspruch oder Unmöglichkeit, den Willen der Wüstlinge zu erfüllen – vierhundert Rutenstreiche auf den Arsch. Aber wie oft können wir ohne die kleinste Schuld die höllischen Wünsche dieser Scheusale nicht erfüllen, wie oft verlangt einer das, was wir gerade seinem Vormann gewährt haben und es daher nicht sofort erfüllen können. Achtens: Unfolgsamkeit gegen die Direktorin – sechs Stunden nackt in einem Eisenkäfig, der innen mit Eisenspitzen versehen ist, an denen wir uns bei der leisesten Bewegung zerfleischen. Neuntens: Unzufriedenheit, Kummer, Frömmigkeit – fünfzig Rutenhiebe auf den Busen und die Verpflichtung, die heiligsten Sachen zu schänden. Zehntens: Wenn ein Glied der Gesellschaft dich aussucht, um mit dir die höchste Lust zu kosten und er es nicht erreicht, sei es durch seine oder durch deine Schuld – sechs Stunden wie eine Kugel zusammengebunden nackt an die Decke gehängt. Elftens: Ein Rückfall in diesen Fehler, den man für den schwersten hält, und wie leicht ist es möglich, da sie oft selbst verhindern, daß es ihnen kommt, weil sie dann die Strafe selbst bestimmen und ausüben dürfen. Man bohrt ihr zwei ungeheure Godmichés in die Scheide und in das Arschloch, dann befestigt man dieselben mittelst Stricken, bindet dich wie eine Kugel zusammen und hängt dich, in ein Dornenbündel gesteckt, an die Decke, so daß das Blut in das Zimmer heruntertropft. Gewöhnlich setzt sich der Richter darunter, bis sich seine Lust erfüllt hat. Zwölftens: Der kleinste Widerwille gegen einen Vorschlag eines Mönches und man hat keine Ahnung, wie grausam und ekelhaft sie sein können – zwei Stunden an den Füßen aufgehängt. Auf Rebellion steht Todesstrafe und sechs Monate Kerker, während man täglich bis aufs Blut gepeitscht wird für jede, die sich der Rebellion angeschlossen. Dreizehntens: Bestand die Empörung nur in Ratschlägen und hatte sie keine Folge, so wird der Rädelsführer an achtzehn verschiedenen Körperstellen, die der Tagesregent bestimmt, mit einem glühenden Eisen gebrannt, die anderen nur an einer. Vierzehntens: Selbstmordversuch, Verweigerung der Nahrung oder Herbeiführung einer Krankheit – man erkundigt sich über die dir verhaßteste Tätigkeit und verdreifacht sie mit der größten Grausamkeit, man sperrt dich mit den von dir am meisten gefürchteten Tieren auf einen Monat in den Kerker, und einen Monat mußt du während des ganzen Soupers knien. Fünfzehntens: Ungehorsam gegen die Mönche außerhalb der Belustigungen – jede Brustwarze mit einer glühenden Nadel zerstochen, bis sie blutet. Sechzehntens: Der gleiche Fehler während der Unzucht – sechs Monate Kerker in Ketten, schwarzes Brot und Salzwasser, viermal im Tag die Peitsche. Beim Rückfall der Tod. Siebzehntens: Fluchtversuch – ein Jahr Kerker. Achtzehntens: In der Ausführung erwischt werden – Todesstrafe. Neunzehntens: Die daran teilgenommen, unterscheiden sich von der Anstifterin nur durch die Grausamkeit der Todesstraf. Zwanzigstens: Empörung gegen Viktorine – sie der Todesstrafe. Zwanzigstens: Empörung gegen Viktorine – sie leistet der Unzucht dieser Person – so wie Artikel zwölftens. Zweiundzwanzigstens: Abtreibung – fünfhundert Peitschenhiebe auf den Bauch, wobei man die Sorgfalt hat, die Spitzen der Schnüre, die aus Eisen sind, in die Scheide eindringen zu lassen. Hiebei weichen diejenigen, welche Kinder zu machen lieben, nicht früher von dir, bevor du nicht schwanger bist. Die Mönche verwenden sechs verschiedene Todesstrafen: die leichteste ist gebraten zu werden; die zweite, gekocht zu werden; die dritte gerädert; die vierte, gevierteilt. Die fünfte durch eine eigens erfundene Maschine langsam zerschnitten zu werden. Bei der sechsten wird man einfach zu Tode gepeitscht.

Im übrigen können wir machen, was wir wollen, uns streiten, schlagen, besaufen, prügeln, ja sogar ermorden, nichts wird uns verübelt; ja, für manches werden wir sogar belohnt. Vor sechs Monaten hat die schöne vierzigjährige Frau ein Mädchen aus Liebe und Eifersucht erstochen. Die Mönche freuten sich über die Tat und einen ganzen Monat erschien die schamlose Person mit Rosen gekrönt. Sie soll einst Viktorine ersetzen. Du siehst also, nur durch Verbrechen kann man diesen wilden Tieren gefallen. Viktorine kann uns durch ein gutes Zeugnis unendlich viele Unannehmlichkeiten ersparen, aber leider läßt sich dieses nur durch Scheußlichkeiten erkaufen, die oft noch viel schwerer zu ertragen sind. Sie selbst ist heilig und außerhalb jeglicher Strafe. Man ist sicher, daß sie zu sehr den Geschmack der Mönche teilt, um sie zu verraten. Die Unmenschen könnten auch ohne diese Gesetze uns quälen, aber diese Art von Gerechtigkeit befördert ihre Wollust. Unsere Nahrung ist sehr gut und sehr reichlich, wahrscheinlich weil wir dadurch geeigneter für ihre Lüste werden. Alle Mahlzeiten – es sind deren vier – sind überaus reichlich. Auch bekommen wir täglich zwei Flaschen Wein und eine Flasche Likör; diejenigen, welche nicht so viel trinken, geben es ihren Kameraden, und es gibt solche, welche sich täglich berauschen. Viktorine präsidiert bei den Mahlzeiten. Sie selbst speist aber separat, und mitunter speisen einige Mönche mit ihr; zu diesen Mahlzeiten zugezogen zu werden, gilt als Ehre. Bei den Soupers der Mönche müssen immer wenigstens zwölf anwesend sein und sechs zur Bedienung; die letzteren nackt. Für je zwei Mädchen wird ein Knabe zugezogen, weil sie schwerer zu beschaffen sind und daher geschont werden müssen. Trotzdem werden auch diese genau so gemartert und eventuell getötet. Ich brauche dir doch wohl nicht erst zu sagen, daß nie ein Fremde hieherkommt. Wenn wir krank sind, pflegt uns der Arzt, und wenn wir sterben, werden wir zwischen die Hecken in vorbereitete Gruben geworfen. Ist die Krankheit schwer oder ansteckend, so werden wir lebendig eingegraben, weil diese Ungeheuer sagen, es sei besser wenn eine stirbt als zwanzig. Seit den dreizehn Jahren, da ich hier bin, sind über fünfundzwanzig auf diese Weise umgekommen. Im übrigen hängt dies von der Zuneigung ab, die der Tagesregent für die Kranke hat. Steht sie in seiner Mißgunst, so gibt er dem Arzt ein Zeichen und dieser stellt ein Zeugnis über ansteckende Krankheit aus. Eine halbe Stunde nachher hat die Unglückliche zwei Fuß Erde über der Nase. Wir stehen im Sommer um sieben Uhr, im Winter um neun Uhr auf, doch kommen wir infolge der Belustigungen der Mönche sehr spät ins Bett. Sobald wir aufgestanden sind, kommt der Tagesregent einen Besuch machen. Er setzt sich in einen Lehnstuhl und eine nach der anderen muß zu ihm hinkommen, auf seiner Lieblingsseite geschürtzt. Er filzt, küßt, untersucht, und sobald er damit fertig ist, kommt die Direktorin und macht ihren Rapport. Die Strafen werden entweder sofort vom Tagesregenten ausgeführt oder für den Abend aufgehoben. Wird eine zum Tode verurteilt, so wird sie sofort geknebelt und in den Kerker geworfen. Die Todesstrafe selbst wird erst beim Souper ausgeführt. Bevor die Unglückliche aber in den Kerker hinuntergeführt wird, wird sie, nachdem ihr der Regent deutlich und klar den bevorstehenden Tod vor Augen geführt, zuerst noch zur Direktorin geführt, damit diese und der Regent sich eine Stunde mit ihr belustigen können. Nichts soll den Elenden über das Vergnügen gehen, welches sie bei der zum Tod Verurteilten empfinden. Man kann sich daher vorstellen, wie wenig sie mit einem Todesurteil sparen. Die Todeskandidatin wird von ihnen hiebei in der furchtbarsten Weise zur Befriedigung der ausschweifendsten Genüsse mißbraucht und uns das Schicksal dieser Armen recht eingeprägt. Einige Tage vor deiner Ankunft war ich Zeuge einer solchen Szene. Ein schönes Mädchen von siebzehn Jahren wurde von Viktorine des Fluchtversuches beschuldigt. Sie führte Jerome, der Regent war, in die Zelle und zeigte ihm das durchfeilte Fenstergitter. Vergebens beteuerte die Arme ihre Unschuld; sie war sowohl Jerome, als der Direktorin verhaßt, und dieselben hatten selbst das Gitter durchsägt. Ich wurde zugleich mit einem jungen Mann der Todesbelustigung zugezogen. Man kann sich nicht vorstellen, welche Greuel Jerome die Unglückliche erdulden ließ. Als er sie sodomisierte, sagte er zu ihr: »Ich weiß wohl, daß du unschuldig bist, aber ich will bei deiner Hinrichtung entladen.« Er fragte sie dann, was für einen Tod sie haben wollte. Sie antwortete: »Den schnellsten.« – »Dann stirbst du den langsamsten, und ich selbst werde ihn dir geben.« Hierauf puserierte ihn der junge Mann, ich mußte ihm das Arschloch lecken, und indem er das arme Opfer küßte, schlürfte er ihre Seufzer der Verzweiflung und der Todesangst mit Wollust. Hierauf entlud er in den Mund der Unglücklichen, indem er sie mit aller Kraft ohrfeigte. Nach den Strafen erhält Viktorine die Liste der zum Souper Befohlenen und trifft ihre Anordnungen diesbezüglich, ja nach dem verlangten Zustand derselben. Trotz der kleinen Belustigungen pflegt der Regent selten den Saal zu verlassen, ohne zuerst noch irgend eine größere Szene, die Viktorine mit der größten Schamlosigkeit arrangiert, zu genießen. Hierauf geht er ins Knabenserail, wo dasselbe geschieht. Wenn ein Mönch vor dem Frühstück ein Mädchen wünscht, so überbringt der Kerkermeister den Befehl. Wenn sie zurückkommt, überbringt derselbe ein Zeugnis über ihre Aufführung, so daß die Direktorin sofort die eventuelle Strafe eintragen kann. Bis zum Souper haben sie dann Ruhe. Nur selten kommt es vor, daß ein Spezialbefehl von den Mönchen, die tagsüber im Kloster sind, kommt. Um sieben Uhr abends, im Winter um sechs Uhr, kommt der Kerkermeister die zum Souper befohlenen Mädchen holen, während die für die Nacht bestimmten in die Zimmer ihres Herren gehen und dort, nur begleitet von den Ehrenfräuleins, auf diese warten. – »Was sind das, Ehrenfräuleins?« fragte Justine. – »Am Anfang jedes Monats wählt sich jeder Mönch zwei Mädchen aus, die ihm während des ganzen Monats als Dienerinnen und Lustobjekt zur Verfügung stehen. Er darf sie weder wechseln, noch zwei Monate hintereinander dieselbe behalten. Nichts ist so ekelhaft und so grausam wie dieser Dienst. Ich weiß nicht, ob du ihn aushalten wirst. An jedem Tag um fünf Uhr gehen die Ehrenmädchen nackt zu ihrem Herrn und verlassen ihn nicht, bis er ins Kloster zurückkehrt. Es gibt keinen Dienst und keine Marter, die er ihnen nicht auferlegt. Er kennt kein anderes Nachtgeschirr als ihren Mund oder ihre Brust. Tag und Nacht sind sie seinen Prügeln, Martern und quälenden Belustigungen ausgesetzt. Die kleinste Widersetzlichkeit wird bei einem Ehrenfräulein noch strenger gestraft als sonst. Sie müssen die vom den Orgien erschöpften Mönche durch ihren Mund wieder in Ordnung bringen und überallhin begleiten, und sitzen während des Soupers entweder wie ein Hund zu seinen Füßen oder zwischen seinen Knien, um ihn mit dem Munde zu geilen. Es kommt auch vor, daß er sich auf ihr Gesicht setzt oder sie mit einer Kerze im Arschloch als Leuchter benützt. Kürzlich haben sie alle zwölf in bizarre, überaus schwierige Positionen gestellt, wobei die Armen beim Stürzen entweder in Dornen oder in kochendes Wasser fielen. Bei diesem Anblick ergötzten sich die Mönche an Speise und Trank, sowie an allen möglichen Ausschweifungen.« – »O, Himmel,« sagte Justine, »kann man noch weiter die Schlechtigkeit und Gottlosigkeit treiben?« – »Es gibt keine Greueltaten,« antwortete Omphale, »die der Mann, der Religion und Gesetz verachtet, nicht kennt, und doch weißt du nicht alles. Die Schwangerschaft, auf der ganzen Welt geachtet, ist bei ihnen der Grund zu schrecklichen Martern. Mit Schlägen entbinden sie sie, und wenn sie die Frucht schonen, so geschieht dies nur zu Zwecken der Wollust. Hüte dich daher vor diesem Zustand.« – »Aber kann man das?« – »Es gibt so gewisse Schwämmchen, doch muß man sich hüten, daß Antonius es bemerkt; noch sicherer ist es, es sich nicht kommen zu lassen, was doch bei diesen Ungeheuern leicht möglich ist. Kein Mönch, mit Ausnahme des Regenten und des Abtes, darf das Serail betreten. Doch nachdem die Regenten jede Woche wechseln, hat jeder Gelegenheit, diese Rechte zur Genüge auszunützen. Außerdem steht es jedem Mönche frei, sich soviel Mädchen und Knaben, als er will, aufs Zimmer kommen zu lassen. Dafür gibt es keine Entschuldigung, selbst nicht Krankheit. Oft verlangen sie ein Subjekt, von dem sie wohl wissen, daß es sie nicht befriedigen kann, aber sie wollen nur ihrer Grausamkeit dienen. Im übrigen haben alle Mönche gleiche Rechte und der Abt nur den Vorzug des Eintrittes in das Serail, um die Anordnungen betreffs Kleidung und Polizei treffen zu können. Die sechs Mönche genießen die höchsten Ehrenstellen in ihrem Orden. Außer den großen Mitteln, die der Orden für diese Erholungsstätte, wohin alle Mitglieder zu kommen hoffen, zur Verfügung stellt, verfügt noch jeder zu diesem Zwecke über einen Teil seines großen Vermögens. Fünfmalhunderttausend Francs dienen für Unzuchtzwecke, vier Frauen und Männer durchreisen ganz Frankreich, um die zwei Serails zu ergänzen. Die Objekte dürfen nicht älter als sechzehn und nicht jünger als zehn Jahre sein. Sie müssen fehlerlos und mit allen Reizen geschmückt, vor allem aber von vornehmer Abkunft sein. Darauf halten die Wüstlinge sehr viel. Auf Jungfernschaft halten sie nichts, auch verheiratete Frauen und verführte Mädchen lassen sie rauben, aber der Raub muß konstatiert sein, denn das befördert ihre Erregung. Nur durch Tränen wollen sie ihr Vergnügen erkaufen. Wenn sie dich nicht für so tugendhaft erkannt hätten, wenn du dich nicht so gewehrt hättest, hätten sie dich nicht vierundzwanzig Stunden behalten. Wir sind alle von adeliger Abkunft, ich bin die einzige Tochter des Grafen von Villebrunne und sollte einst ein Vermögen von achtzigtausend Francs Rente erben. Als ich als zwölfjähriges Kind vom Landgut meines Vaters in mein Kloster gebracht wurde, wurde unser Wagen angegriffen, meine Gouvernante ermordet und ich geraubt. Hieher gebracht, wurde ich noch am selben Abend geschändet. So ist es uns allen ergangen; nicht eine Einzige, die sich nicht ihrer vornehmen Verwandtschaft rühmen kann und trotzdem mit der größten Schamlosigkeit behandelt wird. Aber diese Elenden schonen nicht einmal ihre eigenen Familien. Eines unserer schönsten Mädchen ist die Tochter Clements. Das neunjährige Mädchen ist die Nichte Jeromes; auch Severino hat mehrere Kinder hier im Hause gehabt, alle hat er sie ermordet. Ambrosius hat einen Knaben im Serail, den er selbst entjungfert hat. Sobald ein neues Objekt ankommt, wird, wenn die Zahl voll ist, eine vom selben Geschlechte ausgeschaltet. Die Arme steht dann am Rande des Grabes. Sie wird auf vierundzwanzig Stunden nackt in den Kerker gesteckt und das Souper, bei welchem sie abgeschlachtet werden soll, mit der größten Ausschweifung ausgestattet. Sechs der schönsten Frauen und die sechs kräftigsten Männer werden zugleich mit der Direktorin zu dieser blutigen Orgie zugezogen. Eine Stunde vor dem Souper wird das Opfer, mit Zypressen gekrönt, hereingeführt, und man wählt die Martern aus, die den Scheusalen am meisten zusagen; das Opfer wird auf ein Piedestal gesetzt und gleich nach dem Souper beginnen die Martern, die bis zum Tage dauern. Doch wozu soll ich dir das alles sagen, du wirst es nur zu bald selbst sehen.« – »O, Himmel,« rief Justine aus, »so ist auch der Mord, das schändlichste aller Verbrechen, nur eine Quelle neuer Lust für sie? Gewöhnt, nur im Schmerze und in der Verzweiflung anderer sich zu berauschen, glauben diese Ungeheuer, zu unserem ersten Schmerz neue Martern hinzufügen zu müssen, um ihre Wollust zu steigern!« – »Zweifle nicht daran,« sagte Omphale, »sie schlachten uns ab, weil das Verbrechen sie reizt. Du wirst selbst hören, mit welcher Geschicklichkeit sie ihren schändlichen Standpunkt verteidigen.« – »Kommen diese Ausschaltungen oft vor?« – »Alle vierzehn Tage, und hiebei werden sie nur von ihrer Laune geleitet. Sie ermorden morgen die, welche sie heute mit Zärtlichkeit überhäuften, und lassen die zwanzig Jahre leben, deren sie schon ganz satt sind. Ich gebe dir einen Beweis dafür: Dreizehn Jahre bin ich hier, täglich allen Orgien zugezogen, verbraucht durch die schamlosen Exesse müßten sie doch meiner schon satt sein und doch lassen sie mich weiter leben, während ich sie die herrlichsten Kreaturen schon nach acht Tagen habe morden sehen. Das letzte Opfer war sechzehn Jahre alt, erst sechs Monate hier; sie wurde schwanger und das war ihr Todesurteil.« – »Und die, welche durch Zufall sterben, so wie die gestern,« fragte Justine, »werden die zu den Ausschaltungen dazugezählt?« – »Keineswegs, deshalb wird doch alle vierzehn Tage ein anderes Opfer geschlachtet.« – »Kommen solche zufällige Todte oft vor?« fragte Justine. – »Nein,« antwortete Omphale, »sie begnügen sich mit den angeordneten Opfern. Glaube aber nur ja nicht, daß du durch die größte Folgsamkeit dem Schicksal entrinnen kannst. Die Pflichteifrigsten, Gefälligsten verschwanden oft schon nach sechs Monaten, während die Faulen oft jahrelang leben; ich kann dir daher diesbezüglich keinen Rat geben, denn hier herrscht der einzige fantastische Wille dieser Ungeheuer. Wenn eine Frau verurteilt ist, so erfährt sie es erst in der Früh durch den Regenten. Er sagt ihr: Deine Herren haben dich verurteilt, heute abend hole ich dich. Ist er fort, dann küßt sie ihre Genossen und je nach ihrem Charakter sucht sie sich in Ausschweifungen zu betäuben oder in ihrer Zelle ihr Schicksal zu beweinen. Aber keine Klage, kein Verzweiflungsschrei darf ertönen, sonst wird sie auf der Stelle in Stücke gehauen. Die Stunde schlägt und der Mönch führt sie in das finstere Gefängnis, wo sie bis zum nächsten Tage bleibt.«

»Während dieser vierundzwanzig Stunden wird sie wiederholt besucht. In ihrer fürchterlichen Grausamkeit lieben es die Mönche, ihr das Schreckliche ihrer Lage immer wieder vor Augen zu führen; auch können sie sie allen Martern unterwerfen, so daß sie aufs Schändlichste vergewaltigt, halb tot zur Hinrichtung schwankt. Unter keinem Vorwand kann dieselbe aufgeschoben oder verzögert werden, ihr Gesetzt diesbezüglich ist unverletzbar. Schenke mir die Einzelheiten dieser grauenhaften Szene, sie endigt mit der Volltrunkenheit und dem Delirium fast aller. Die Aufnahme findet unter ähnlichen Formalitäten statt, wie du sie selbst erduldet.« – »Und die Mönche?« fragte Justine. »Wechseln die auch?« – »Nein,« antwortete Omphale, »Ambrosius, der jüngste, ist seit zehn Jahren hier, die andern fünfzehn, zwanzig und fünfundzwanzig Jahre. Der Abt ist ein Italiener und naher Verwandter des Papstes. Er hat die wundertätige Jungfrau eingeführt, welche die Achtung des Klosters sichert. Aber das Haus, so wie es jetzt besteht, existiert schon über hundert Jahre, jeder Abt hat die Gesetze und Privilegien, die hier bestehen, geachtet, Severin, der größte Wüstling seiner Zeit, hat sich hierher nur versetzen lassen, um ein Leben entsprechend seinen Neigungen führen zu können. Wir gehören zur Diözese Auxerre, aber der Bischof, sei es, daß er verständigt ist oder nicht, erscheint niemals. Wenn ein Fremder im Kloster erscheint, so empfängt ihn der Abt mit allen Anzeichen der Frömmigkeit und Würdigkeit. Dadurch bleibt der Ruf der Ehrbarkeit aufrecht und die Dummheit des Volkes und der blöde Aberglaube sichert den Ungeheuern Straflosigkeit.«

»Kommt es auch vor, daß ein Mönch ein Subjekt in seinem Zimmer ermordet?«

»Nein, das dürfen sie nur in der Gemeinschaft, nur über ihre Ehrenfräuleins haben sie Gewalt über Leben und Tod. Auch während der geheimen Orgien bei der Direktorin pflegen Morde vorzukommen, sie zeichnen dann einfach fünfundzwanzig Louis für einen Ersatz. So leben wir Tag für Tag unter dem Schwerte, keine ist sicher, wenn sie in der Früh aufsteht, am Abend ihr Bett wieder zu finden. Trotzdem gewöhnt man sich langsam daran und du wirst sehen, welche Ruhe unter uns herrscht.« – »Niemals werde ich aufhören zu weinen und zu zittern,« sagte Justine, »aber setze meine Erziehung fort und sage mir, ob die Mönche jemals ein Subjekt aus dem Kloster entlassen?« – »Niemals,« antwortete Omphale, »im Momente, als dieses Haus uns verschlungen, ist unsere Freiheit für immer dahin und später oder früher erreicht uns dasselbe Schicksal.« – »Du hast wohl viele kommen und gehen gesehen?« fragte Justine. – »Es gibt nur noch zwölf, die von den ersten übrig sind, alle andern haben gewechselt.« – »Hast du viele Freundinnen verloren?« – »Sehr teure.« – »O, welcher Kummer, woher soll ich die Kraft nehmen, dich zu lieben, wenn ich dich so früh für ewig verlassen soll.« Und die zwei zärtlichen Freundinnen umarmten sich voll Kummer und Verzweiflung. Kaum war diese Szene zu Ende, als der Tagesregent mit der Direktorin erschien. Es war Antonius. Alle Weiber stellten sich auf; er zählte sie ab und setzte sich. Hierauf heben alle ihre Röcke auf, die einen bis zum Nabel, die andern bis über den Arsch. Als er Justine sah, fragte er sie roh, wie es ihr gehe; da sie nur mit Tränen antwortete, sagte er ihr: »Es wird schon gehen, es gibt kein Haus in Frankreich, wo man Mädchen rascher erzieht.« Er nahm die Liste der Schuldigen, welche die Direktorin ihm bot, und wandte sich an Justine und befahl ihr, die schon bei dem bloßen Wort wie vor einem Todesurteil zitterte, sich auf den Rand des Kanapees zu setzen. Er ließ ihr von Viktorine die Brust entblößen. Ein anderes Mädchen muß ihr die Kleider bis zum Nabel hinaufheben. Auf Justine setzte sich ein zweites Mädchen, so daß er eine zweite Scheide zu Gesicht bekommt, wenn er sich mit der ersten belustigt. Ein drittes Mädchen mußte mit der Hand ihn geilen, während eine vierte das gleiche mit Justine tun mußte. Alles bemüht sich, ihn in die Höhe zu bringen, endlich ist er in dem gewünschten Zustand, ein neues Mädchen packt ihn beim Glied und führt es in die Scheide Justinens ein. »Hol dich der Teufel,« brüllt er, indem er mit aller Gewalt vögelt, »endlich bin ich in diesem Loch, nachdem ich mich sehne. Ich will sie mit meinem Samen besprengen, ich will, daß sie schwanger wird.« Sofort bemühen sich alle, ihn noch mehr aufzuregen. Omphale bearbeitet seinen nackten Arsch mit allen Mitteln, man hat keine Ahnung, wie viel Aersche ihm zu küssen und zu schlecken dargeboten werden. Die Krise nähert sich, ein Schrei, der die Decke erdröhnen macht, kündet sie an. Die Direktorin bemüht sich selbst, indem sie seinen Samenstrang massiert. Er schleckt den schönsten Kitzler des Serails. Endlich erreicht er sein Ziel, läßt sie von einer seiner Ehrendamen noch abschlecken und geht brummend fort. So pflegte man gewöhnlich die Mönche in ihrem Vergnügen zu unterstützen. Das Frühstück wird gebracht, Justine setzt sich erst auf Befehl der Direktorin und aß nur auf Befehl. Kaum war man fertig, als der Abt eintrat. Man empfing ihm mit der gleichen. Zeremonie wie Antonius, nur zeigte man ihm bloß die Aersche. Nach der Prüfung sagte er: Man muß wohl Justine Kleider geben. Er ging zu einem Kasten, gab ihr die ihrer Klasse entsprechende Kleidung und verlangt, sie solle sofort den Kleiderwechsel vornehmen. Die arme Waise folgt, doch hatte sie noch die Geschicklichkeit, ihr Geld in den Haaren zu verbergen. Severino verschlingt sie mit den Augen, während sie sich umkleidet. Kaum ist sie nackt, als sie der Abt packt und sie mit dem Bauch auf das Sofa legt. Vergeblich bittet sie um Gnade. Er sodomiert sie, während von allen Seiten sich Aersche seiner Hand und seinem Mund darbieten. Er vollendet und entlädt mit der glücklichen Ruhe des Verbrechers. Im Novizenkleid erscheint Justine ihrem Henker noch schöner, er befiehlt ihr, ihn auf seinem Rundgang zu begleiten. Am Ende desselben erweckte ein schönes neunzehnjähriges Mädchen aus der Klasse der Sodomisten seine Begierde. Auf seinen Befehl hebt Victorine ihre Röcke in die Höhe und der schönste weißeste Arsch bietet sich dem Auge des Wüstlings dar. Er befiehlt Justine, ihn zu geilen, sie tut es ungeschickt, ihre Genossinnen unterrichten sie, man lehrt sie auch, das Glied in das Loch einführen, welches es durchbohren soll. Sie gehorcht und der Mönch vögelt aus aller Kraft; aber es ist nur der Arsch Justinens, den er küssen will, an, den andern ergötzt er sich nur mit den Augen. Seine Augen entflammen sich, man glaubt, er will sein Ziel erreichen, doch er bricht plötzlich ab. »Genug,« sagt er, indem er sich zurückzieht, »ich habe auch noch heute abends zu tun. Justine,« sagt er, »ich bin zufrieden mit deinem Arsch und werde ihn oft vögeln. Sei folgsam und zuvorkommend, es ist die einzige Möglichkeit, dich lange zu erhalten.« Hierauf entfernt er sich, indem er zwei dreißigjährige Mädchen zur Direktorin zum Frühstück mitnimmt. »Was wird er mit diesen machen,« fragte Justine Omphale? »Er geht sich mit ihnen besaufen. Seit zwanzig Jahren im Haus sind sie ebenso verworfen wie die Mönche, du wirst sie betrunken zurückkommen sehen und bedeckt von seinen Hieben.« – »Und wird er dann noch weiter vögeln?« – »Wahrscheinlich, nach dem Frühstück geht er ins Männerserail und dort wird er sich wie eine Frau von fünf bis sechs Knaben gebrauchen lassen.« – »Was für ein Mensch!« – »Du weißt noch gar nichts, man kennt sie erst, bis man solange mit ihnen lebt, wie ich.«

Der Tag verfloß ohne Ereignis, nachdem aber Justine nicht zum Souper zugezogen wurde, mußte sie entsprechend dem am Morgen erhaltenen Befehl mit Omphale zur Direktorin gehen. »Ah, du bist es,« sagte diese, als sie ins Zimmer eintrat, »ich schwärm für dich meine Liebe, ich werde zwei Burschen kommen lassen, wir werden mit Omphale zu fünf nachtmahlen und werden unser Möglichstes tun.« Auf ein Glockenzeichen kamen zwei reizende Burschen von zwanzig bis zweiundzwanzig Jahren und Viktorine sagte zu ihnen, nachdem sie sie eine Viertelstunde geküßt, gegeilt und geschleckt hatte: »Augustin und Narziß bildet mit diesen zwei schönen Mädchen schamlose Gruppen, um mich aus der Lethargie zu reißen, in welcher ich seit mehreren Tagen bin.« Die zwei heißblütigen Vögler lassen sich das nicht zweimal sagen. Der jüngere packt Justine, der andere Omphale und durch ihre Kunst bilden sie in einer halben Stunde eine solche Reihe schamloser Posen, daß die Megäre erhitzt sich unter die Kämpfer mischt. Alles bemüht sich jetzt, ihre Lust zu erregen. Die Hure, ganz nackt, von vorn und von hinten gevögelt, zerkaut abwechselnd das Arschloch Omphales und die Fut Justinens. Doch jetzt will sie auch noch den Mann spielen, sie bindet sich ein Godmiché um und fängt Justine zu vögeln an. Der ältere Bursche muß Justine in den Arsch ficken, sie selbst steckt sich den Schwanz des zweiten in den Arsch und geilt Omphale mit der Zunge. Sie ist entzückt von Justine. »Oh, welch ein Vergnügen, sie zu vögeln, warum bin ich kein Mann? Küsse mich, mein Engel, küsse mich, du Hure, denn es kommt mir.« Die gleichgültige Justine bietet sich geduldig dar, von Kummer und Gewissensbissen gequält. Aber Viktorine hält nicht Wort, die Natur versagt sich ihr und durch neue Schweinerei versucht sie, ihr Ziel zu erlangen. Sie leckt Justine den Arsch und läßt sich von Omphale den Kitzler geilen, damit es derselben kommen soll, und so ihr eigener Erguß beschleunigt würde. Justine entlädt wider ihren Willen, Viktorine schleckt sie toll wie eine Bacchantin, indem sie den einen Knaben puseriert, während sie der andere abwechselnd in Arsch und Fut vögelt. Endlich entlädt die Hure unter Schreien, Flüchen und Zuckungen.

Man geht zu Tisch, Viktorine will nur Bissen essen, die die Elfenbeinzähne Justinens vorgekaut. Omphale muß sie geilen währenddem. »Ich liebe beide Vergnügen zu mischen,« sagte sie, sie überschwemmt Justine mit Champagner in der Hoffnung, daß ihr die Trunkenheit des Mädchens bieten würde, was ihr die Nüchternheit verweigert. Als sie bemerkt, daß alles umsonst, schickt sie sie schlafen, indem sie ihr zornig sagt, auf diese Weise würde sie ihre Gefangenschaft nicht erleichtern. »Dann werden ich eben leiden,« sagte Justine, indem sie sich zurückzieht; »ich bin zu leiden geboren und solange es dem Himmel gefällt, werde ich sie erdulden, niemals ihn aber freiwillig beleidigen, das soll mein Trost sein.« Omphale und die beiden Jünglinge bleiben die Nacht dort. Am nächsten Morgen erfuhr sie von Omphale, was für Greuel diese hatte erdulden müssen. Am nächsten Tage sollte eine Ausschaltung vorgenommen werden. Als Antonius erscheint, erbebt Justine bei dem Gedanken, ihre Aufführung bei der Direktorin könne die Wahl auf sie fallen lassen. Doch die Gleichgültigkeit Antonius beruhigte sie bald. Als die Zeremonien beendigt, nennt Antonius den Namen »Iris«.. Es war eine wunderschöne Frau von vierzig Jahren, seit zweiunddreißig Jahren im Haus. »Komm her,« sagte Antonius zu ihr, »ich will deine Scheide untersuchen.« Alles bemüht sich um den scheußlichen Satyr, und er beginnt sie zu vögeln. »Das ist mein Abschied von dir, du Hure ...« Alle erzitterten und das unglückliche Opfer war einer Ohnmacht nahe. »Hörst du mich nicht,« schreit er und gab ihr zwei Ohrfeigen, indem er sie weiter vögelte, »die Gesellschaft schaltet dich aus und übermorgen lebst du nicht mehr. Wenn ich dich noch vögle, verfluchte Hure, so geschieht dies nur, damit du meinen Samen in die Hölle trägst und die Furien sich ihre Scheide damit einschmieren können. So entlade doch, Bestie, ich glaube, ich helfe dir doch genug ...« Aber Iris, ohnmächtig, hört nichts mehr. Vergebens beißt er ihr in die Brust, um sie ins Leben zurückzurufen, ohnmächtig laßt sie der Barbar in den Kerker werfen.

Justine verbrachte einen traurigen Tag, das schreckliche Bild ging ihr nicht aus dem Kopf und sie zitterte davor, der Blutorgie beigezogen zu werden. Glücklicherweise hält man sie noch für zu jung und sie mußte einfach die Nacht bei Clement zubringen. »Oh, Himmel,« rief sie aus, »so muß ich denn die Begierden dieses Ungeheuers stillen, wenn er blutbedeckt von dem Morde meiner unglücklichen Gefährtin sich mir nähern wird, das Laster im Herzen und Gotteslästerung auf der Zunge.« Aber der Kerkermeister kommt sie holen und führt sie in die Zelle Clements, wo sie auf den Elenden wartend sich ihren traurigen Gedanken hingibt.

Gegen drei Uhr morgens kam Clement von seinen zwei Ehrenfräuleins geleitet, die ihn, da sie an der Blutorgie nicht teilnehmen durften, abgeholt hatten. Die eine hieß Amanda, war ein reizendes Geschöpf, blond, sechsundzwanzig Jahre alt, die Nichte Clements, die andere hieß Luzinde, war achtundzwanzig Jahre alt und hatte weiße volle Formen. Unterrichtet über ihre Pflichten, empfängt ihn Justine kniend, er betrachtet sie eine Zeit lang in dieser erniedrigenden Stellung, befiehlt ihr dann aufzustehen und ihn auf den Mund zu küssen. Clement schlürft diesen Kuß mit aller Wollust, während die beiden Mädchen Justine entkleiden. Als sie von den Hüften bis zu den Sohlen entkleidet ist, bieten sie Clement seine Lieblingsgegend an. Der Mönch prüft, filzt und küßt in einem Lehnstuhl sitzend. Seine Nichte sitzt ihm zu Füßen und schleckt sein Glied, diesen kraft- und saftlosen Hautlappen, den nur die größte Kunst wieder ins Leben zurückrufen kann. Luzinde gleitet mit der Hand unter seinen Arschbacken durch und sokratisiert ihn. Der Wüstling bearbeitet mit seiner Zunge das Heiligtum, das sich ihm darbietet und seine krummen Finger kneifen den Arsch Amandas und Luzindes. Aber am meisten beschäftigt er sich mit Justine. Sie muß ihm in den Mund fortzen, und das übt Wunder. Er beißt gleichzeitg an sechs Stellen den Arsch Justinens; sie stößt einen Schrei aus und wirft sich nach vorne. Voll Wut brüllt sie Clement an: »Weißt du, was du für diesen Ungehorsam verdienst?« Die Unglückliche entschuldigt sich, aber wie ein wildes Tier packt er sie, reißt ihr Korset und Hemd herunter und quetscht ihr den Busen zusammen, furchtbar fluchend. Armanda sucht ihren Onkel zu beschäftigen. Die Stimme des Blutes kommt zur Geltung, er haut wütend auf ihren Arsch los und zerbeißt ihr Zunge und Lippen. Tränen und Schreie entschlüpfen dem armen Mädchen, sie muß auf den Stuhl steigen und ihm in den Mund fortzen. Da kommt Luzinde an die Reihe, Justine muß ihn geilen und seine Zähne graben sich an mehreren Stellen in den schönen Arsch Luzindens. Er wendet sich zornig zu Justine um: »Wie schlecht du geilst, Dirne, warte nur, ich werde dich martern. Ueberall werde ich dich peitschen, auch dieser Alabasterbusen, dessen Rosenknospen ich schon im voraus mit Vergnügen zerquetsche.« Unsere Unglückliche wagt kein Wort zu erwidern und ihre Augen füllen sich wider Willen mit Tränen. Sie muß sich auf einen Sessel legen und mit den Händen die Füße desselben umklammern und dann läßt er sich Ruten holen. Er sucht die dünsten und schmiegsamsten aus und erprobt sie durch zwanzig Hiebe auf Schultern und Rücken. Dann läßt er Amanda und Luzinde dieselbe Position einnehmen und erklärt ihnen, daß, wer zuerst weinen, schreien oder den Sessel loslassen würde, die furchtbarsten Martern erdulden werde. Darauf gibt er den beiden ebenso viele Hiebe wie Justinen, kehrt dann wider zu ihr zurück und küßt alle Stellen, die er gequält. Dann versetzt er ihr weitere hundert Hiebe bis zu den Hüften und ebensoviel auch den andern. Die Unglücklichen wagen sich nicht zu rühren, nur einige dumpfe Seufzer ertönen. So sehr er sich aber auch durch diese Qualen zu entflammen suchte, so viel er auch onanierte, er konnte es zu keinem Ständer bringen. »Teufel,« schreit er, »ich habe mich zu stark ausgegeben bei diesem Weibsbild, das wir heute zu Tode gemartert haben.« Er betrachtet mit Wohlgefallen die lilienweißen, noch unberührten Arschbacken und küßt sie wiederholt. »Mut,« sagt er und ein Regen von Prügeln saust auf sie hernieder. Ergötzt durch die Zuckungen, die Gesichtsverzerrung und den Schmerz der Unglücklichen, drückt er ihr sein Vergnügen in Küssen aus. »Diese Dirne gefällt mir; noch niemals haben mir Prügel mehr Vergnügen gemacht.« Darauf prügelt er noch Armanda und Luzinde in gleicher Weise. Hierauf dreht er Justine um und gibt ihr fünfzig Hiebe vom Bauch bis zu den Schenkeln, und indem er ihr dieselben auseinanderspreizt, schreit er: »Verfluchter Gott, da seh ich einen reizenden Vogel, den ich rupfen werde!« Einige Hiebe dringen sehr tief in die Scheide ein. Justine schreit laut auf. »Ah,« sagt er, »hab ich endlich die empfindliche Stelle getroffen? Wir werden das später etwas genauer untersuchen.« Luzinde und Amanda werden in gleicher Weise mißhandelt, doch sei es, daß es die Gewohnheit machte, sei es die Angst vor noch härterer Behandlung, sie lassen nur durch einige Seufzer und Zuckungen ihre Schmerzen erraten. Er verläßt sie in ihrem Blute. Mittlerweile hat sich der Zustand des Mönches geändert, das verfluchte Instrument begann zu schwelgen. »Auf die Knie nieder,« sagt er zu Justine, »ich werde deinen Busen peitschen.« – »Auch den Busen, mein Vater?« – »Ja, auch diese zwei ekelhaften Halbkugeln, die ich hasse und verabscheue.« – »O, mein Vater, Ihr werdet mich töten.« – »Was liegt mir daran, wenn ich nur meine Befriedigung finde.« Er beginnt mit ein paar Hieben, die Justine mit der Hand auffängt. Wütend bindet er ihr die Hände auf den Rücken und verbietet ihr drohend, auch nur ein Wort zu sprechen. Nichts bleibt ihr übrig, als ihr stummer, flehender Blick, doch dies kann das Scheusal nicht rühren. Ein Dutzend kräftige Hiebe erzeugen furchtbar blutige Spuren; Justine weint und ihre Tränen vermengen sich mit dem Blute ihres zerfetzten Busens. Das Scheusal saugt Blut und Tränen auf und küßt Busen und Mund mit Wollust. Dann kommt Amanda an die Reihe. Er beißt zuerst den Busen und mißhandelt ihn dann Solange, bis sich dem Henker nur blutige Striemen darbieten. Luzinde zerfetzt er die Brustwarze und sie fällt in Ohnmacht. »Teufel,« sagt der Mönch, »das habe ich wollen.« Doch er zieht es vor, sie wieder ins Leben zu erwecken, als sie in dieser Krise zu beobachten. »Jetzt will ich euch alle drei peitschen,« sagt er, »aber auf verschiedene Körperteile.« Justine bleibt knien, Amande muß sich auf sie setzen, so daß ihre Fut auf den Mund Justinens kommt und Luzinde sitzt auf dem Rücken Amandens, so daß sie ihm ihre Scheide ganz ausgespreizt darbietet. Auf diese Weise kann er zu gleicher Zeit die Scham, den Arsch und den Busen der drei schönsten Mädchen peitschen. Er begnügt sich auch nicht mit dem Anblick, sondern haut wütend drauf los, bis Aersche, Scheide und Busen in Blut schwimmen. Endlich steht er ihm, aber er wird noch wütender. Er nimmt aus einem Kasten eine Peitsche mit so schargeschliffenen Eisenspitzen, daß man sich bei der bloßen Berührung zerschneidet. »Sieh, Justine,« sagte er und zeigte sie ihr »damit ist köstlich zu hauen, aber für den Augenblick will ich mich mit dieser da begnügen.« Es war eine zwölfschwänzige Katze mit Knoten von Haselnußgröße ... »Vorwärts, meine Nichte,« rief er, » ... die Kavalkade!« Die zwei Ehrenfräuleins, die wußten, um was es sich handelt, stellen sich mit allen vier Extremitäten ins Zimmer, den Bauch möglichst hoch. Justine muß es ihnen nachmachen. Der Mönch setzt sich auf Amanda. Da die unglücklichen Mädchen in dieser Stellung den Körperteil, welcher sie vom Manne unterscheidet, möglichst offen herzeigten, haut der Elende mit aller Wucht auf diese empfindlichen Stellen, und die Riemen der Peitsche dringen in das Innere der Scheiden, hinterlassen tiefe Spuren seiner Wut. Er wechselt wiederholt das Mädchen, auf welchem er sitzt, so daß er alle drei in gleicher Weise mißhandelt. Die Unglücklichen können die furchtbaren Schmerzen kaum aushalten. »Erhebet euch,« sagte er, »und fliehet.« Er nimmt wider seine Ruten, seine Augen leuchten, er schäumt vor Wut. Sie flüchten sich vor ihm, er eilt ihnen nach und auf alle drei wie wütend losschlagend, treibt er sie blutend gegen das Bett zu. Hier kennt sein Wahnsinn keine Grenzen mehr, er schlägt auf ihre Gesichter los und trifft ein Auge Amandens. Sie stößt einen wütenden Schrei aus, das Blut strömt aus dem Auge. Dies beendigt endlich seine Krise. Während er die Hüften und den Busen der andern grausam weiter zerfleischt, bespritzt sein Samen den Kopf und die Haare seiner unglücklichen Nichte, welche von furchtbaren Schmerzen laut schreiend sich auf der Erde wälzt. »Legen wir uns schlafen,« sagt er ganz kühl. »Es scheint für euch zu viel zu sein, für mich ist es aber nicht genug. Soweit uns auch die Grausamkeit führen kann, welche Wonne uns auch der Schmerz anderer bereiten kann, es bleibt nur immer ein unvollkommenes Bild dessen, was man wirklich möchte. So sucht man sich selbst zu übertreffen und wird nie müde.«

Nachdem Justine sah, daß seine Sinne bereits beruhigt waren, wagte sie diesen Worten zu widersprechen. Die Antwort, die er darauf gab, ist wert, sie dem Leser mitzuteilen: Das lächerlichste auf der Welt wäre, den Geschmack eines Mannes zu schelten, oder ihn zu strafen, wenn er mit Sitte oder Gesetz im Widerspruch steht. Die Menschen werden nie verstehen, daß auch der bizarrste Geschmack ein Geschenk der Natur ist. Darum werden sie auch immer glauben, daß man ihn strafen dürfe. Und doch können weder Gesetz noch selbst der eigene Wille unseren Geschmack ändern. Denn so wie der körperliche Mensch nicht vollkommen ist, ist auch unser Geschmack verschieden. Dein entwickelter Verstand wird mir wohl folgen können. Zwei Absonderlichkeiten sind dir gewiß in unserem Kreise schon aufgefallen. Die erste, daß wir nur durch Schmerzen anderer zur wirklichen Wollust gelangen können, die zweite, daß wir eine Vorliebe für all das besitzen, was man gewöhnlich schmutzig und widerlich nennt. Befassen wir uns genauer damit, vielleicht gelingt es mir, dich zu überzeugen. Vor allem muß man die Ansicht festhalten, daß die Gegenstände nur den Wert haben, den ihnen unsere Einbildung verleiht. Daher können uns die absonderlichsten, ja auch die schmutzigsten Sachen ergötzen. Die Einbildung ist eine Geistesgabe, wodurch der Mensch über die durch seine Sinneswerkzeuge wahrnehmbaren Dinge seine Gedanken bildet. Diese Einbildung verarbeitet aber die empfangenen Eindrücke nur nach der von der Natur erhaltenen Veranlagung. Du hast wohl doch auch schon Spiegel gesehen, die die Gegenstände vergrößern, verschönern und verzerren. Jeder dieser Spiegel gibt ein anderes Bild und wenn dieser Spiegel fühlen könnte, würde jeder dieser Spiegel für ein und denselben Menschen, der sich darin abspiegelt, verschiedene Empfindungen haben. Der Spiegel, der ihn verschönert sieht, würde ihn lieben, der ihn verzerrt sieht, ihn hassen; und doch war es nur ein und derselbe Mensch. So ist es auch mit der Phantasie des Menschen. Der eine Mensch liebt, weil seine Phantasie das verschönert sieht, was der andere Mensch haßt, dessen Phantasie denselben Gegenstand verzerrt erblickt. Der Mensch gleicht darin eben dem Spiegel. Daher muß man sich nicht über die verschiedenen Geschmacksrichtungen wundern und auch nicht über die verschiedenen Passionen, welche die Verirrung des Geschmackes zeitigt. Sowohl was die Genüsse des Tisches, als auch was die des Bettes anbelangt, kann ein Mann himmlisch finden, was der andere verabscheut. Dreiviertel der Menschheit finden den Geruch einer Rose angenehm, ohne daß dadurch bewiesen ist, daß er wirklich angenehm ist. Daher muß man sich nicht wundern, wenn man Menschen antrifft, deren Phantasie alle Gesetze, alle Sitten, jegliche Religion verhöhnt, die kein anderes Vergnügen kennen, als das Verbrechen, weil es das einzige ist, was ihnen Vergnügen bereitet. Man soll diese Leute nicht nur nicht daran hindern, sondern ihnen auch alle Möglichkeit gewähren, ihren Geschmack zu huldigen, weil sie genau so wenig dafür verantwortlich sind, wie für die Dummheit oder den Verstand. Die ersten im Mutterleib empfangenen Eindrücke, die ersten unseren Augen dargebotnen Objekte, die ersten mit angehörten Gespräche bilden und entscheiden unseren Geschmack. Nichts wird ihn mehr ändern, auch nicht die sorgfältigste Erziehung. Der Tugendhafte bleibt tugendhaft, und der in den ersten Empfindungen das Böse eingesogen, wird ein Verbrecher, und der eine verdient ebenso wenig Lob wie der andere Strafe. In Kleinigkeiten wundern wir uns nicht über die Geschmacksunterschiede. Aber sobald es sich um die Wollust handelt, geht der Lärm los. Gerade die Frauen, die infolge ihres geringen Wertes ängstlich darüber wachen, daß man ihnen nicht irgend etwas wegnimmt, ereifern sich am meisten, wenn man auch noch so wenig von der ihnen beliebten Verehrung abweicht. Und warum sollte gerade in der Zeugungstätigkeit, in der Sinnenlust der Mann weniger Geschmacksschwankungen unterworfen sein, als in den andern Vergnügungen? Kann er dafür, wenn ihn das anwidert, was andern gefällt, und er das aufsucht, was andere abscheulich finden. Er ist dafür gerade so verantwortlich, als wenn er blind oder hinkend wäre. Wenn die Anatomie genügend vorgeschritten wäre, würde sie uns die Absonderlichkeiten genau so als im Zusammenhang mit der natürlichen Veranlagung erklären, wie das den andern natürlich erscheinende. Wo ist dann eure Weisheit, eure Gesetze, eure Strafen, euer Paradies, eure Hölle, euer Gott, Ihr Gesetzgeber, Pedanten, Henkersknechte, Mörder, wenn erwiesen ist, daß diese oder jene natürliche Veränderung im Blutkreislauf oder im Nervensystem aus einem Menschen das macht, was man mit schrecklichen Strafen verfolgt?

Jetzt kommen wir zur Grausamkeit. Was ist das Ziel des Mannes bei seiner Lust? Doch gewiß nur, seinen Nerven jene Erregung zu geben, die die letzte Krise so heiß als möglich gestalten. Ist es daher nicht lächerlich zu behaupten, sie müsse, um voll genossen zu werden, von der Frau geteilt werden. Es ist doch klar, daß die Frau uns ebensoviel nimmt, als sie uns gibt. Wozu soll auch die Frau eine Lust empfinden bei unserer Wollust? Nur dummer Stolz kann dies verlangen. Werden wir nicht viel mehr ein höheres Vergnügen darin finden, die Frau zu zwingen, nur unserer Lust allein zu dienen, ohne Rücksicht auf ihre Freuden? Der Despotismus ist an und für sich eine Quelle der Freude und wenn man sich daher allein als Herr belustigt, genießt man unvergleichlich mehr, als wenn man das Vergnügen teilt. Darum schadet das Zartgefühl viel eher der Wollust, als daß es ihr nützt. Das Zartgefühl dient der Wollust des Weibes auf Kosten des Mannes. Der Mann, welcher auf die Wollust des Weibes Rücksicht nimmt, schmälert seine eigene, zugunsten einer Chimäre, »Liebe« genannt. Das ist der Unterschied zwischen Liebe und Wollust. Darum muß der Mann, um seine Wollust zu vergrößern, sich um die Frau gar nicht kümmern. Der Egoismus, das oberste Naturgesetz, hat doch auch gewiß in den Freuden der Wollust das erste Wort. Wenn daher der Mann bei seiner Wollust auf die des Weibes keine Rücksicht nehmen soll, so ist es nur ein Schritt weiter, wenn ich verlange, daß man denjenigen Mann, welcher seine Wollust nur mit den Schmerzen der Frau erkaufen kann, ruhig gestatten soll, alles zu tun, um zu seinem Ziel zu gelangen. Der häßliche, der alte Mann verlangt ja auch nicht von seinem Opfer etwas anderes als Passivität. Und daher soll uns das Glück oder das Unglück der Opfer unserer Ausschweifungen vollständig gleichgültig sein. Die Frauen werden freilich anderer Meinung sein. Doch sie sind nur geschaffen zu Werkzeugen unserer Lust und haben daher in der Gestaltung derselben nichts drein zu reden. Wird irgend ein Mann sich bemühen, eine öffentliche Hure an seinem Vergnügen zu beteiligen? Gewiß nicht! Millionen Männer denken nicht daran und doch möchten sie uns verurteilen, weil es unzählige menschliche Wesen gibt, die auf der Erde herumrennen, ohne sich über irgend etwas Rechenschaft zu geben. Unsere Wollust erreicht nur den Höhepunkt, entweder indem wir in dem Objekte, das uns dient, in Wirklichkeit oder in der Einbildung den höchsten Grad der Schönheit erblicken, welche uns entzückt, oder indem wir dieses Objekt in die höchste Erregung versetzen. Es gibt aber keine höhere Erregung als die des Schmerzes. Durch diese können uns die Frauen nicht so leicht täuschen, wie durch die der Freude, welche sie uns oft vorlügen. Wie schön, wie jung, wie kräftig muß man sein, um sicher zu sein, der Frau wirklich Vergnügen zu schaffen. Für die Empfindung des Schmerzes bedarf es all dessen nicht. Je älter, je häßlicher der Mann ist, desto leichter wird er das erreichen. Wenn wir daher von der Ansicht ausgehen, daß unsere Erregung durch die Höhe der Seelenbewegung unseres Opfers bedingt ist, gleichgültig, ob dies Freude oder Schmerz ist, so wird derjenige, welchem es gelingt, die Frau am meisten zu mißhandeln und zu quälen, sich selbst die größte Lust verschaffen. Daher wird der egoistische Wüstling seinem Opfer möglichst viel Qualen erdulden lassen, um bei denselben die höchste Erregung und dadurch für sich die höchste Wollust zu erzeugen.

»Diese Prinzipien sind schauderhaft, sie führen zur höchsten Grausamkeit und zu verdammenswerter Phantasie.« – »Was geht das mich an? Ich bin der Herr, ich habe von der Natur die Gabe empfangen und sie hätte sie mir nicht gegeben, wenn ich sie durch mein Benehmen beleidigen würde. Darum können wir uns unseren Gelüsten mit aller Heftigkeit hingeben, ohne uns um die Folgen kümmern zu müssen.« – »Wie aber,« wandte Justine ein, »wenn Ihr durch die Martern, die eurer Wollust dienen, eure Opfer tötet?« – »Wenn ich durch die Quälereien der Stimme der Natur folge, so erfülle ich auch ihren Wunsch durch die Zerstörung der Objekte, denn ich verschaffe ihr dadurch die Materie zur Erschaffung neuer Wesen. Das ist die ganze Geschichte des Mordes. Selbst wenn der Mensch, indem er sein Glück dem der andern vorzieht, alles, was ihm begegnet, vernichtet, dient er damit nur der Natur, die ihm als oberstes Gesetz den Selbsterhaltungstrieb eingeimpft Die Nächstenliebe ist eine unnatürliche Chimäre des Nazareners, der gequält, unglücklich, die Menschenliebe und Milde anrufen mußte, weil er durch die Propagierung der Nächstenliebe sich selbst zu stützen suchte. Der Philosoph sieht sich im Mittelpunkt der Welt und schätzt nur alles nach dem Vorteil, den er hievon hat. Fühlt er sich Herr der Situation, dann wirft er alle Nächsten liebe, alle Wohltätigkeit auf die Seite und benützt alles, was ihm Genuß verschaffen kann, ohne Zögern und ohne Gewissensbisse.« – »Aber der Mensch, wie du ihn schilderst, ist ein Ungeheuer!« – »Er ist ein Mensch in seiner wirklichen Natur!« – »Das ist ein wildes Tier.« – »Ja, ist der Tiger und der Leopard denn nicht auch von der Natur geschaffen? Der Wolf, der das Schaf zerreißt, er fühlt genau so die Gesetze der Natur, wie der Uebeltäter, der das Objekt seiner Rache oder seiner Wollust vernichtet.« – »Ihr habt gut reden, mein Vater, ich werde niemals die zerstörende Wollust anerkennen.« – »Aus Egoismus, weil du das Opfer zu werden fürchtest Wechsle die Rolle und du wirst meiner Meinung sein«. Der Wolf zerreißt das Schaf, der Starke den Schwachen, das ist Naturgesetz. Oh, Justine, die Natur würde sich sehr wundern, wenn sie mit uns sprechen könnte und man ihr sagen würde, daß das, was ihre Stimme uns befiehlt, ein Verbrechen ist nach Menschengesetz. »Tor,« würde sie mir antworten, »morde, stiehl, raube, töte deinen Vater, deine Mutter, deine Kinder, vögle in Arsch und Fut, du tust nur, was ich dir befohlen, denn alles, was in dir spricht, ist meine Stimme. Halte dich nicht zurück, verletze jede Sitte, jegliches Gesetz, höre nur auf mich.« – »Oh, Himmel,« rief Justine, »du machst mich beben; wenn es keine Verbrechen gegen die Natur gäbe, woher käme dann der Widerwille gegen so manche Tat?« – »Dieser Widerwille entspricht nur dem Mangel an Gewohnheit, so wie manches Gericht uns widersteht, weil wir es nicht gewohnt sind. Auch die Medikamente widerstreben uns, obwohl sie heilbringend sind; gewöhne dich daher an das, was die Menschen törichterweise Verbrechen nennen, und du wirst ungekannte Freuden genießen. Je entgegengesetzter eine Tat dem Gesetz oder der Sitte ist, je mehr Schranken sie durchbricht, desto mehr entspricht sie der Natur. Ein leichtes Verbrechen stellt nur langsam das Gleichgewicht her, je ausgedehnter es ist, desto mehr hält es der Tugend die Wagschale, der Tugend, die der Feind des Weltalls ist. Archimedes suchte eine Maschine zu erfinden, um die Welt aus den Angeln zu heben, der Mechaniker, der etwas erfinden würde, um sie zu zerstören, würde der Natur den größten Dienst erweisen, die nur darauf bedacht ist, eine Welt zu vernichten, die von Haus aus verfehlt ist« – »Oh, mein Vater, mit solchen Grundsätzen ...« – »Ist man ein Verbrecher, nicht wahr? Aber der Verbrecher ist der Mann der Natur.« – »Leider besitze ich nicht genug Verstand,« seufzte die Unglückliche, »um eure Sophismen zu bekämpfen. Aber die Wirkung, die sie auf mein Herz, ein unberührtes Herz, und mindestens ebenso geschaffen von der Natur, wie eure Verkommenheit, ausübt, beweist mir am besten, wie schlecht und gefährlich sie sind.« – »Gefährlich ist möglich, schlecht ist falsch. Nichts, was gefährlich ist, ist schlecht; es gibt sehr nützliche Sachen, die gefährlich sind. Schlangen, Gifte, Schießpulver, alles ist gefährlich, aber von großem Nutzen. Die besten Sachen, mißbraucht, können gefährlich werden, meine Philosophie, je mehr man sie anwendet, desto nützlicher wird sie. Das Verbrechen allein ist tätig und setzt in Bewegung, die Tugend aber ist lässig und kann nie zum Glücke führen.« Mit diesen Worten schlief Clement ein.

»Er wird bald erwachen,« sagte Amande, »und dann wird er noch wütender sein. Nach einer kurzen Ruhe erwacht die Natur von neuem und noch heftiger; noch eine Szene und dann haben wir bis morgen Ruhe.« – »Warum sollen wir nicht auch mittlerweile schlafen?« fragte Justine, – »Du kannst es, du bist nicht Ehrenfräulein, lege dich ganz nahe zu ihm, den Arsch zu seinem Gesicht und schlafe ruhig. Wir aber müssen wachen; wenn er aufkäme und uns schlafen finden würde, würde er uns erwürgen, und alle würden ihm recht geben.« – »Gerechter Himmel,« sagte Justine, »selbst wenn er schläft, müssen andere leiden.« – »Gewiß, denn der Gedanke an diese Leiden läßt ihn so aufgeregt erwachen. Er ist so wie jene perversen Schriftsteller, welche durch ihre Schriften auch nach ihrem Tode ihre Verbrechen noch fortpflanzen wollen. Sie können nichts mehr tun, aber diese Idee läßt sie ruhig ins Grab hinuntersteigen.« Justine schlief in einem Lehnstuhl möglichst weit von dem Ungeheuer. Nach zwei Stunden erwachte er und als er sie nicht bei sich sah, ergriff er sie mit den wütenden Worten: »Warum bist du nicht hier, du Hure, hat man dir nicht gesagt, wo dein Platz ist?« Seine Augen leuchteten, sein Atem keuchte. Er sprudelte eine Reihe Gottlosigkeiten heraus. Er ließ sich Ruten bringen, band die drei Mädchen mit den Bäuchen zusammen und schlägt ein halb Dutzend Rutenbündel entzwei. Er bindet sie erst los, als er ihm steht. Amande muß ihn schlecken, Justine seinen Arsch lecken und Luzinde seine Zunge beißen und seinen Speichel aufsaugen.

Durch diese wollüstigen Empfindungen besiegt, verliert der Schweinkerl zugleich mit seinem Samen alle seine Lust und sein Feuer. Aber die drei unglücklichen Frauen tragen die Spuren seiner Entladungswut. Die eine hat die ganze rechte Brust zerschunden, die andere die Zunge fast in Stücke gebissen und Justine, der er das Gesicht fast mit seinem Arsch zerdrückt hat, blutet heftig aus der Nase. Der Rest der Nacht war ruhig, in der Früh ließ sich der Mönch peitschen. Die drei Frauen erschöpften hierbei ihre ganze Stärke. Er betrachtet dann noch die Spuren seiner Grausamkeit und als er fortging, die Messe zu lesen, gingen sie ins Serail.

Nachdem die Direktorin durchaus Justine in dem Zustand von schmutziger Erregung sehen wollte, zog sie sie gleichzeitig mit der berühmten Honorine, derselben, die vor kurzem den Mord begangen hatte, zu ihrem Frühstück bei. Honorine war ebenso verliebt in unsere Heldin, wie die Direktorin. Beide bemächtigten sich unserer armen Unglücklichen und bewiesen ihr, daß zwei Fräulein in einer solchen Schule die ganz Scham ihres Geschlechtes vergessen und ebenso schamlos und grausam werden können wie ihre Meister. Honorine hatte einen ganz männlichen Geschmack und die arme Justine mußte alle ihre Kaprizen mit derselben Geduld hinnehmen, als wäre sie bei einem Mönch oder bei einem Supée. Die zwei Megären quälten die Arme mit einem solchen Uebermaß an Unzucht, daß sie ermüdeter fortging, als wenn sie mit zehn Wüstlingen zu tun gehabt hätte. Diesmal entließ sie die Direktorin etwas zufriedengestellter und Justine bemerkte, daß es besser sei, sich mit dieser Sultanin auf guten Fuß zu stellen. Zwei Nächte später schlief sie bei Jerome. Sie war nur mit zwei Ehrenmädchen, Olympia und Eleonore. Die erste neun, die zweite dreizehn Jahre alt. Vier Schandknaben von zwölf bis fünfzehn Jahren und drei Vögler von zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren vervollständigten die schamlosen Szenen. »Siehst du dieses Kind,« sagte der alte Verbrecher zu Justine, indem er auf Olympia zeigte. »Du hast keine Ahnung, wie vielfach dieses Kind mit mir verwandt ist. Ich habe meiner Cousine ein Kind gemacht, dieses Kind, meine Nichte, habe ich gevögelt und von dieser habe ich dieses Kind. Sie ist daher meine Großnichte, meine Tochter und meine Enkelin, denn sie ist die Tochter meiner Tochter. Komm her, Olympia, und küsse den Arsch deines Papas.« Die Kleine folgte und küßt den scheußlichen, ganz zerfetzten Arsch des alten Bockes; er fartzt ihr auf die Nase und die Szene beginnt. Jerome legt sich auf eine schmale Bank. Auf ihn setzen sich mit dem Arsch zu seinem Gesicht abwechselnd ein kleiner Knabe und ein kleines Mädchen. Ein größerer Bursch prügelt diese Kinder, so daß die Schläge am Gesicht Jeromes vorbeisausen. Justine mußte ihn während dieser Zeit schlecken und mit jeder Hand geilte er einen Schwanz auf den Busen Justinens. Die Prügel wurden solange fortgesetzt, bis das Blut in den Mund des Scheusals floß, er wirft sich wütend auf Justine und prügelt sie mit der Hand so heftig, daß sie acht Tage lang die Spuren davon trug. Darauf packte er seine Enkelin und puseriert sie, während er mit jeder Hand auf einen Arsch losschlägt. Aber die verbrauchten Kräfte des alten Mannes erwachen nicht so geschwind. Die Geschichte dieses Ungeheuers, welche wir bald aus seinem eigenen Munde hören werden, wird uns lehren, daß sein Körper, nur der Einbildung folgend, erst bei den äußersten Erhitzungen des Geistes lebendig wurde. »Eleonore,« sagte er zu dem kleinen, dreizehnjährigen Mädchen, »wir haben die Beweise dafür, daß du und noch zwei andere Mädchen verabredet habt, das Serail anzuzünden, ich will euch nicht erst beweisen, daß dies unmöglich ist, da das ganze Haus aus stählernen Gewölben ist, ich begnüge mich, euch mitzuteilen, daß, nachdem die Beweise für euer Komplott untrüglich sind, die Gesellschaft mir die Auswahl und die Ausführung der Strafe übertragen hat. Ich habe mich für die härteste Todesstrafe entschlossen und werde sie noch heute Nacht ausführen.« Und während er so in die Seele des Kindes furchtbare Schrecken senkt, filzt und schleckt er sie. Justine geilt ihn und endlich steht er ihm steinhart. »O, mein Vater,« sagt Eleonore und wirft sich ihm zu Füßen, »die Beschuldigung ist ungerecht.« – »Es handelt sich nicht darum, sondern daß du deine Komplizen nennst. Wenn nicht, so werde ich dir durch Martern die Namen entreißen.« Eleonore leugnet weiter und Jerome schleppt sie ins Nachbarzimmer, wo alles mit der größten Sorgfalt für die furchtbarsten Martern vorbereitet ist. Der Mönch kommt in Wut, er flucht und lästert Gott, seine Augen sprühen Feuer wie Schmelzöfen, sein Mund schäumt. Er bindet Eleonore auf ein Kreuz, auf welchem Arme und Beine bis zum Zerreißen auseinandergespreizt werden. Sie bleibt stumm. Man wechselt die Folter und schmiert sie am ganzen Körper mit Fett ein und stellt sie so vor ein furchtbares Feuer. Während sie dort prasselt, hat Jerome Justine noch immer von hinten in der Arbeit. Dasselbe Stillschweigen; das arme Opfer wird halbgebraten weggezogen. »Wir müssen andere Mittel anwenden,« sagt Jerome zu den drei Vöglern, welche ihm bei diesem blutigen Werke mit allen Zeichen von Vergnügen halfen. Das arme Opfer wird an Stricken zwischen zwei Eisenplatten gehängt, die innen mit Eisenspitzen versehen sind. Zuerst wendet man dieses Instrument nur schonend an, aber als Jerome sieht, daß er der Angeklagten nichts entreißen kann, dreht er die Platten so heftig zusammen, daß das arme Geschöpf, an tausend Stellen durchbohrt, entsetzliche Schreie ausstößt. »Nachdem sie nichts gestehen will, werde ich sie sofort verurteilen,« sagt der Barbar. Er verläßt Justine und vertieft sich in den Arsch seiner Enkelin, während er den Arsch unserer Heldin fast auffrißt. Das Opfer wird vor ihn gebracht, vor seinen Augen sodomiert, und zwar so nahe bei ihm, daß er ihm die Brust zerkneifen und zerbeißen kann. Zwei junge Leute bedrohen mit Dolchen das Herz Eleonorens. »Ihr werdet zustoßen, wenn ich euch das Zeichen gebe. Es soll möglichst lange dauern, denn so liebe ich die Frauen zu martern, ich wollt', ich könnt es mit allen Frauen so tun.« Diese schrecklichen Ideen beschleunigen seine Krise, er entlädt und vergißt das Zeichen zu geben. Sein unglückliches Opfer ist gerettet durch die Künste seiner Genossen. Jerome schläft am Rücken Justinens, um seine Kräfte wieder herzustellen, deren fortwährende Erschöpfung bald jeden Mitteln Trotz bieten werden. Als er nach einigen Stunden erwachte, bedrohte er Justine, indem er ihr die Schuld an seiner Vergeßlichkeit gab, mit demselben Tode, den er Eleonoren bestimmt.

Kurze Zeit nachher schlief Justine bei Ambrosius. Sein Hauptvergnügen bestand darin, sie vor seinen Augen puserieren und peitschen zu lassen. Sie mußte ihm dann den Samen in den Mund zurückgeben, während er ihr den Arsch so lange mit einer goldenen Nadel durchbohrte, bis er ganz blutbedeckt war. »Welche traurige Schule,« sagte Justine als sie heimkam, »ich wollte, ich wäre erlöst, welches auch immer mein Los sei.« – »Dieser Wunsch kann dir leicht in Erfüllung gehen,« sagte Omphale, »das große Fest naht und da sparen sie nicht an Opfern, weil sie Ersatz finden. Entweder verführen sie einige Mädchen in der Beichte, oder sie lassen einige verschwinden, endlich trifft der Nachschub ein. So viele neue Erwerbungen verlangen daher auch Ausschaltungen.« Das Fest nahte. Sie wollten durch ein Wunder den Ruf des Klosters heben und banden ein Mädchen von zwölf Jahren namens Florette in den Kleidern der Jungfrau durch unsichtbare Stricke in der Nische fest und befahlen ihr, bei Erhebung der Monstranz die Arme plötzlich zum Himmel zu erheben. Das kleine Mädchen, von den heftigsten Strafen bedroht, spielte ihre Rolle großartig, das Volk schrie Wunder, es regnete Opfergaben. Unsere Wüstlinge ließen am Abend Florette in ihrem Wundergewande beim Souper erscheinen und entflammten ihre Phantasie, indem sie sie in dieser Kleidung der scheußlichsten Unzucht unterwarfen. Die Gotteslästerer gehen aber noch weiter, sie entkleiden das kleine Mädchen, stellen auf ihren Arsch ein Kruzifix und vollziehen dort einen der törichsten Gebräuche des Christentums. Die fromme Justine fällt in Ohnmacht darüber, und um sie daran zu gewöhnen, muß sie auf den Vorschlag Jeromes Florette ersetzen. Jerome liest die Messe, umgeben von einer Unzahl Aersche, er nimmt die Hostie aus der Hand seiner Brüder und legt sie auf das Arschloch Justinens. Mit ihren Schwänzen stoßen sie dieselbe immer tiefer hinein, bis sie von ihren Samen ganz bedeckt ist. Justine wurde halb wahnsinnig vor Schmerz darüber, daß sie zu einem solchen Verbrechen habe dienen müssen in ihre Zelle gebracht. Sie konnte ihrer Schwäche nur Dank dafür wissen, daß sie sie vor den weiteren Orgien bewahrt hatte, welche damit schlossen, daß die Mönche am Ende das Mädchen, welches die Jungfrau dargestellt hatte, auf dem Altar in der Kirche in Stücke rissen.

Das Fest brachte wirklich auch neue Subjekte. Drei schöne junge Mädchen kamen als Ersatz und man dachte an neue Ausschaltungen. Severin trat eines Tages ganz aufgeregt als Tagesregent ein. Er läßt alle in einer Reihe aufstellen und beobachtet die sich ihm darbietenden Aersche. Lange Zeit bleibt er vor Omphale stehen, dann gibt er ihr einen furchtbaren Fußstoß, so daß sie zwanzig Schritte weit fortfliegt: »Die Gesellschaft schaltet dich aus,« ruft er ihr zu, »sie ist deiner überdrüssig, heute abends hole ich dich in dein Grab ab.« Omphale fällt in Ohnmacht. Diese Ohnmacht reizt nur seine Begierde. Sie wird ihm, ohnmächtig wie sie ist, zurechgelegt, da erinnert er sich daran, daß Justine ihre beste Freundin ist. Er läßt sie rufen und sie muß sich auf die Schulter Omphales setzen und ihm ihr Arschloch darbieten. »Tröste dich,« sagte er zur weinenden Justine, »du folgst ihr bald nach, du stirbst genau so wie sie, gevierteilt. Dies verspreche ich dir aus Rücksicht für dich.« Hierbei vögelt er weiter, ohne aber zu entladen, haut Omphale und Justine ein paar herunter und entfernt sich dann mit der Drohung, die Gesellschaft werde sie binnen kurzem alle zu Dutzenden umbringen. Hierauf geht er zu Victorine, wo zwei kleine Mädchen ihm den Samen aussaugen, dessen inneres Kochen den armen Geschöpfen so gefährlich wird. Kaum ist er fort, als Omphale und Justine unter furchtbarem Schluchzen sich in die Arme fallen. Doch die schreckliche Stunde naht, Severin kommt, noch ein letzter Kuß und ein Abschied für immer. Justine wirft sich verzweiflungsvoll auf ihr Bett. Einige Tage später schlief Justine bei Silvester. Sie hatte an seine Passion vergessen, und als der Schweinekerl, auf dem Höhepunkt seiner Lust angelangt, von ihr verlangte, daß sie ihm in die Hand scheiße, konnte sie es nicht. Wütend darüber ließ er Justine von seinen zwei Ehrenfräuleins, deren eine, die bekannte Honorine, sich ein Vergnügen daraus machte, das arme Geschöpf zu foltern, festhalten. Sie erhält vierhundert Rutenstreiche und darauf vögelt sie der Mönch von neuem; Honorine scheißt für sie. Silvester prügelt sie alle. Aber entladen tut er nur bei Justine. Während er sie vögelt, beobachtet er mit Vergnügen das Brandmal an ihrer Schulter. »Ich würde vorziehen, wenn es von einem wirklichen Richter eingebrannt worden wäre.« – »Wieso könnte es dich dann ergötzen?« fragte ihn Honorine, die wohl wußte, wie man seinen Gefallen erregte. – »Weil alles Gemeine, alles Schamlose den Wüstling mehr ergötzt wie Tugend und Ehrenhaftigkeit.« Und er entwickelte dieselben Ideen, die auch Clement bereits Justine gegenüber ausgesprochen. »Warum aber,« fragte ihn Justine, »freßt Ihr euch nicht gegenseitig auf mit diesen Prinzipien?« – »Weil wir einander bedürfen und daher, um unsere Lüste zu befriedigen, uns gegenseitig erhalten. Glaube aber ja nur nicht, daß wir uns lieben. So ungefähr wie die Diebe, die sich auch gegenseitig respektieren.« Durch diese Reden kam er noch einmal zu einem Ständer, und obwohl ihm die anderen Mädchen ihre Scheide darboten, so vögelte er doch nur Justine. Doch bringt er es zu keiner Entladung.

»Das ist nicht das, was ich brauche,« er sagt Honorine ein Wort und dieselbe eilt ins Serail. Mittlerweile leckt er Justine im Arsch. »Pisch mir doch in den Mund, du kleine Hure, siehst du denn nicht, daß ich das seit einer Stunde verlange?« Justine folgte und er hätte wahrscheinlich entladen, wenn nicht Honorine mit einem Frauenzimmer gekommen wäre, dessen blutiges Hemd bewies, daß sie in dem von Silvester verlangten Zustande ist. Er untersucht das Mädchen, die Hyppolite hieß, doch es war nicht die Periode, sondern ein Abortus. »Teufel!« schrie der Mönch, »das brauche ich, ich werde vögeln und du mußt scheißen, du Hure, Blut und Dreck. So wird es mir kommen.« Silvester beginnt sie zu vögeln; bald gleicht sein Schwanz einem Schlächterarm. Befriedigt auf einer Seite, erfüllt man ihm auch den andern Wunsch. Man füllt ihm die Hände mit Dreck und er beschmiert sich damit das Gesicht. Er verläßt Hippolyte und zwingt Justine, ihm den blutigen Schwanz zu lecken. Er geht vom Mund in ihre Scheide über und vögelt sie, während er die blutige Scheide Hippolytens schlägt. Er erreicht sein Ziel und brüllt wie ein Teufel. Dann schläft er ein.

Am nächsten Tage wurde Justine zum Souper beigezogen, es handelte sich um eine Aufnahme. »Hier ist eine neue Kameradin, meine Fräuleins,« sagte Severin, indem er vom Busen des Mädchens die hüllenden Schleier wegriß. Es war ein entzückendes Wesen von fünfzehn Jahren, mit tränenfeuchten Augen, einer zarten Taille, blendend weißer Haut und den schönsten Haaren von der Welt. Oktavia, so hieß sie, war mit ihrer Gouvernante, zwei Kammerjungfern und drei Lakaien im Begriffe nach Paris zu reisen, um einen der bedeutendsten Männer Frankreichs zu heiraten, als ihre Begleitung von den Agenten der Mönche niedergemetzelt wurde und sie selbst ins Kloster entführt. Sie hatte bis jetzt noch kein Wort über ihr Schicksal gehört und auch die sechs Mönche waren ganz stumm aus Erstaunen über soviel Schönheit. Doch solche Ungeheuer wie diese blieben nicht lange gefesselt. »Komm her« sagte ihr der Abt frech, indem er sie zu sich zog, »ob auch alles übrige den Reizen entspricht, die wir sehen.« Die Unglückliche war ganz; verwirrt und sucht zu fliehen. Severin packt sie aber mit den Worten: »Begreife doch endlich, du dummes Kind, daß du hier nicht mehr Herr bist, sondern unbedingt zu gehorchen hast. Fort mit den Kleidern.« Der Wüstling greift ihr mit der Hand unter die Röcke, während er sie mit der anderen Hand fest hält. Clement nähert sich und indem er ihr die Röcke bis über das Kreuz in die Höhe hebt, zeigt er der Gesellschaft den wohlgeformtesten, weißesten Arsch. Alle nähern sich, um ihn zu bewundern, zu streicheln und ihn mit Lob zu überhäufen.

Octavia zerfließt in Tränen und wehrt sich aus allen Kräften. »Ziehen wir sie doch aus, verfluchter Gott,« sagte Antonius »kann man denn ein Frauenzimmer angezogen beurteilen?« Alle machen sich an die Arbeit, einer reißt ein Tuch, der andere einen Rock herunter, und sie umgeben Octavia, wie eine Meute die Hindin. In einem Moment erscheinen die entzückenden Formen nackt vor den Augen Aller. So viel Schönheit, Unschuld und Zartheit wird das Opfer der Barbaren. Octavia flüchtet sich beschämt in alle Winkel. Ueberall begegnet sie den schamlosen Augen und Händen der Möncle. Der Kreis verengert sich, sie wird in die Mitte geführt und vier Frauen umgeben jeden Mönch. Octavia wird zu jedem einzeln hingeführt, Antonius küßt sie auf den Mund und packt sie bei der Scheide mit solcher Kraft, daß sie laut aufschreit. Er verdoppelt die Kraft und sein Samen entschlüpft ihm. Eine zwanzigjährige Frau fängt ihn auf. Sie wird zu Jerome hingeführt, welcher sich mit Nadelstichen geilen und in den Mund fortzen läßt. Er verlangt von Octavia, daß sie ihm in den Mund scheißen soll, doch das arme Kind ganz verwirrt versteht diesen Befehl nicht. Ein anderes Weib erfüllt seinen Wunsch und er beißt wütend die Arschbacken Octavias. Ambrosius puseriert ein fünfzehnjähriges Mädchen und läßt sich grade in den Mund scheißen, als Octavia zu ihm kommt. Er drückt sein schmieriges Maul auf ihren zarten Mund und als er diese frische wollusterregende Zunge küßt, kommt es auch ihm. Octavia kommt zum Abt, er sitzt auf dem Busen eines reizenden achtzehnjährigen Mädchens, die ihm in die Lenden beißen muß, während er ihr die Schamhaare ausreißt. Gleichzeitig muß ihm eine andere die Hoden stechen. Er gibt Octavia zwei wütende Schläge auf den Arsch und die Tour setzt sich fort. Sie kommt zu Silvester, er beißt wütend auf ihre Scheide los und seine Zähne hinterlassen blutige Spuren. Clement stürzt sich wie ein Wahnsinniger auf die schönen Arschbacken Octavias. »Scheiße,« schreit er sie an, »oder ich beiße dich.« Trotzdem die zitternde Octavia folgt, beißt er sie doch bis aufs Blut. »Vorwärts,« sagt Severin, »ich habe noch keinen Samen verloren und kann es nicht aushalten.«

Er packt Octavia und legt sie auf das Sofa. Octavia weint und fleht, aber die schamlosen Augen des Mönches sprühen Feuer. Ohne jegliche Vorbereitung, ohne Rücksicht zu nehmen auf den ungeheueren Unterschied der Größe der Festung und der des Angreifers, beginnt dieser den Kampf. Ein Schmerzensschrei kündigt seinen Sieg an. Die Unglückliche wehrt sich vergebens, vergeblich all ihr Flehen, sie wird bis auf die Hoden puseriert. »Ich dachte beinahe nicht zum Ziele zu gelangen, welche Enge, welche Wärme.« »Ich muß Octavia von ihrem Geschlecht wieder überzeugen,« sagt Antonius, »es gilt noch eine Bresche zu legen.« Er nähert sich ihr voll Stolz und in einer Minute ist sie entjungfert, neues Geschrei ertönt ... »Gott sei gepriesen, sagt der schamlose Mensch,« »aber ich war nahe daran, an meinem Siege zu verzweifeln, doch hier sind jetzt die Beweise dafür. Blut und Tränen.« Clement nähert sich ihr mit der Peitsche in der Hand. »Wie soll man nicht eine Schülerin prügeln,« sagt er, »die einen so schönen Arsch herzeigt?« Zwei Mädchen halten sie und das Pfeifen der Peitsche durchtönt die Luft. Die Schmerzensschreie Octavias und die Gotteslästerungen des Mönches klingen zusammen. Welcher Anblick für diese Wüstlinge, die sich mitten unter zwölf Mädchen den tollsten Ausschweifungen hingeben. Der Arsch Octavias färbt sich blutrot, und je mehr das Opfer sich beklagt, desto wütender schlägt der Mönch los. Endlich bringen zwei Mädchen den Mönch auf den blutigen Spuren seiner Barbarei zur Entladung. »Ich werde weniger wild sein«, sagt Jerome, indem er ihren herrlichen Korallenmund in Besitz nimmt. »Das ist der Tempel, dem ich opfern will, und in diese entzückende Lippen« ... Die schmutzige Kröte besudelte die Rose... Ich für meinen Teil, sagte Silvester, »vögle lieber, er packt das Mädchen und setzt sie sich auf den Schoos,« »ich ziehe eine halb entjungferte vor, das giebt weniger Arbeit« ... Er steckt ihr sein Glied hinein, ein Mädchen muß ihn in den Arsch stecken, bis ihn endlich die Krise packt, und er in den schönsten und unschuldigsten Schoos seinen scheußlichen Samen zurückläßt. Ambrosius puseriert sie, indem er sie ohrfeigt, bis ihr das Blut aus der Nase strömt, halb ohnmächtig kommt sie aus seinen Händen.

Man setzte sich zu Tisch und Silvester schlug vor, Jerome sollte seine Lebensgeschicke erzählen. »Ich will es«, sagte der Mönch, der neben der Novize saß, und sie züngelte. »Dadurch verzögere ich wenigstens meine Entladung. Bereitet euch vor, meine Freunde, die schamloseste Erzählung zu hören, die seit langem euere Ohren beschmutzte.«

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Autor: Marquis de Sade

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